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Lokales Autismusambulanz feiert – und ändert den Namen
Leipzig Lokales Autismusambulanz feiert – und ändert den Namen
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09:03 08.09.2019
Grund zum Feiern: der kaufmännische BBL-Geschäftsführer Bastian Schmiedel (l.) und Hauptgeschäftsführer Tobias Schmidt mit Antje Oehmichen (2. v. l.) und Heidemarie Bach vom Autismuszentrum. Quelle: Foto: Christina Groß
Leipzig

Es ist noch gar nicht so lange her, dass dem Team der Autismusambulanz in Leipzig so gar nicht zum Feiern zu Mute war: Im Mai 2018 schickte das Sozialwerk Leipzig seinen Angestellten die Kündigungen ins Haus. Betroffen war auch die Einrichtung in der Schenkendorfstraße. Ab August ermöglichte der neue Träger, das Berufsbildungswerk Leipzig, den Fortbestand. Und am vergangenen Donnerstag floss Sekt: Die Autismusambulanz besteht seit 20 Jahren.

Förderung von Teilhabe und Inklusion

Gefeiert wurde der Geburtstag adäquaterweise in Leipzigs erstem Inklusionshotel, dem Philippus in der Aurelienstraße 54. Hauptgeschäftsführer Tobias Schmidt würdigte in seiner Rede die beständige Unterstützung von Menschen mit Autismus, das Einbringen von Fachlichkeit in verschiedene gesellschaftliche Bereiche und Förderung von Teilhabe und Inklusion. „Diese langjährige Kompetenz trifft bei uns auf ein breites Spektrum an Angeboten und Hilfen für Menschen mit Behinderung“, so Schmidt.

Antje Oehmichen, eine der beiden Leiterinnen, ließ die kritische Phase des vergangenen Jahres Revue passieren. „Nach der Aufregung um die Kündigung war es eine Erleichterung für alle, dass die Arbeit wieder im gewohnten Format aufgenommen werden konnte.“ Sie fühlt sich vom neuen Träger bestens unterstützt. „Die BBW-Leipzig-Gruppe war das Beste, was uns passieren konnte. Hier werden Werte nicht nur gepredigt, sondern gelebt“, betonte sie. Cornelia Domke vom Amt für Jugend, Familie und Bildung dankte „für die herausragende Expertise und Zusammenarbeit, für diesen außergewöhnlichen, zuverlässigen Partner für die Kinder und Jugendlichen. Das ist ein großer Schritt in Richtung Inklusion“.

Ab sofort: Autismuszentrum

Der Geburtstag wurde auch zum Anlass für eine Namensänderung genommen. Die Autismusambulanz heißt ab sofort Autismuszentrum. Der abgestreifte Begriff bediente die gängigen Assoziationen zu einem klinischen und stationären Kontext. „Das entsprach nie dem, was im Fokus steht – nämlich in erster Linie pädagogische Arbeit, die mit Netzwerkarbeit, Begleitung und Beratung Menschen im Autismusspektrum so vielfältig unterstützt, wie ihre individuellen Bedarfe sind“, erklärte Kommunikationschefin Christine Heuer.

„Das 35-köpfige Team ist mit Herz und Seele jeden Tag im Einsatz.“ Zur Arbeit gehört nicht nur die Begleitung der Klienten, sondern weiterhin der Kampf gegen Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen im Autismusspektrum. Oft liege das nicht nur an Berührungsängsten, sondern auch an Unwissenheit. Wenn es um Autismus geht, wird häufig von einer Krankheit gesprochen. „Diese Sichtweise ist jedoch falsch“, so Heuer, „da Autismus lebenslang besteht und nicht heilbar ist.“

www.bbw-leipzig.de

Von Mark Daniel

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