Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Baderitzer „Brückchen“ wieder frei für den Straßenverkehr
Leipzig Lokales Baderitzer „Brückchen“ wieder frei für den Straßenverkehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:00 01.12.2017
Bauamtsleiterin Angelika Riedel, Bauleiter Maik Borrmann und Bürgermeister Immo Barkawitz zerschnitten zur Brückenfreigabe das rote Band. Quelle: Sven Bartsch
Anzeige
Baderitz

Die Monate der Umleitung zum Stausee Baderitz sind Geschichte, die neue Brücke über die Jahna ist freigegeben. Und Bauleiter Maik Borrmann von Faber Infrabau aus Wilsdruff brachte alle Unwägbarkeiten, Probleme und Verzögerungen in einem eigens verfassten Gedicht auf den Punkt: „Zunächst ward um den Preis gerungen / und endlich ist es nun gelungen.“

Der Zschaitzer Bürgermeister Immo Barkawitz (Freie Wähler) formulierte bei der Brückenfreigabe am Freitagmittag auf seine eigene Weise: „Seit 30 Jahren geht das hier mit der Brücke. 1987 wurde der Stausee angelegt und seither wird über den Hochwasserschutz gestritten – ein Regime und drei Bürgermeister übergreifend.“ Zumindest finanziell ist inzwischen alles geklärt. Die Baukosten werden zu 10 Prozent aus dem Hochwasserbeseitigungsfonds übernommen, die Gemeinde bleibt von Eigenanteilen verschont.

Anzeige

Erst mit dem Hochwasser von 2013 nahm der Neubau der Brücke von 1848 Fahrt auf. Das Ergebnis kann sich nun sehen lassen: Eine Rahmenbrücke sei es, erklärte Bauaufseher Ullrich Rischer, bei der eine Platte auf die Widerlager betoniert und alles miteinander biegesteif verbunden sei. Der Durchlass für das Wasser ist nun etwas größer, so dass die gefahr für eine Rückstau bei Hochwasser geringer ist.

Nur noch Restarbeiten sind zu verrichten, die sich aber zum Teil ins nächste Frühjahr ziehen werden. „Das Geländer muss noch unterstopft und der Pinsel geschwungen werden. Und Steine werden als Fußbefestigung in die Bachsohle gelegt, damit die Böschung nicht ausgespült wird“, erklärte Rischer. Auf der linken Seite in Richtung Zschaitz kann man bereits erkennen, wie die großen Bruchsteine, die extra nach Baderitz gekarrt worden waren, ausgelegt sind. Liegen alle drin, wird Mutterboden aufgeschüttet und im Frühjahr dann Rasen angesät. Dazu wird die orangefarbene Behelfsbrücke, die in den letzten vier Monaten Fußgänger und Radfahrer über die Jahna getragen hat, abgebaut.

Für Ullrich Rischer ist die neue Brücke eher ein „Brückchen“, wie er es ausdrückte. „Ich habe gerade ein Projekt in Hoyerswerda mit einer Spannweite von 27 Metern. Aber wir hatten hier auch gut zu tun. Zu Anfang gab es Probleme mit der Gründung. Wir mussten dann zwei Meter tiefer bohren“, berichtete er. Dennoch sei der Bau zeitlich im Plan fertig geworden.

Von der alten Brücke ist lediglich der Schlussstein übrig geblieben, der auf der rechten Seite in Richtung Zschaitz mittig unter dem Geländer eingesetzt wurde. Das neue Baujahr 2017 ist in den Beton der Brückenpfeiler eingelassen. Aus den Steinen der alten Brücke wird Schutt als Unterbau für neue Bauten gemacht.

Von Sebastian Fink