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Lokales Bauboom in Connewitz – das passiert als nächstes im Leipziger Süden
Leipzig Lokales Bauboom in Connewitz – das passiert als nächstes im Leipziger Süden
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08:29 29.08.2019
An der Ecke Leopold-/Wolfgang-Heinze-Straße beginnen gerade die Arbeiten für ein neues Gebäudeensemble mit 110 Wohnungen und Tiefgarage. Hier eine noch unverbindliche Visualisierung von der künftigen Ecksituation. Quelle: privat
Leipzig

An der Wolfgang-Heinze-Straße sind die Veränderungen nicht mehr zu übersehen. Auf wenigen Hundert Metern Abstand wird auf gleich drei Baustellen gewirbelt. Zusammen mit zwei weiteren Vorhaben in der Nähe kommen jetzt in Connewitz insgesamt 337 Wohnungen dazu.

Das sind die aktuell 20 größten Bauprojekte in Leipzig.

Dabei sind die 220 jüngst entstandenen in den neuen „Thalysia-Höfen“ an der Scheffelstraße offenbar noch längst nicht vollständig vermietet. Hier folgt der Überblick über die aktuellen Vorhaben. Das erste Projekte heißt:

Parkresidenz

An der Mühlholzgasse 2 wurde soeben Richtfest gefeiert. Auch die 170 Meter lange Mauer aus Natursteinen entlang der Wolfgang-Heinze-Straße ist inzwischen wieder denkmalgerecht aufgebaut, hat nun aber eine Lücke für die Tiefgarageneinfahrt, sagt Michael Hampel von der RTLL Lewerenz Gruppe aus Kirchberg bei Zwickau. Wie berichtet, begann sie im Sommer 2018 mit der Sanierung der Reste einer Jugendstilvilla, die Mathilde Steyer, die Witwe des Besitzers der Wassermühle in dieser Gasse, 1907/08 vom bedeutenden Leipziger Architekten Max Bösenberg errichten ließ.

Nach Bombentreffern im Zweiten Weltkrieg blieb vom stattlichen Haupthaus nur eine Ruine übrig. Die fehlenden historischen Teile wurden nun ergänzt – in moderner Architektursprache nach einem Entwurf des Leipziger Büros Mann&Schott. 16 der 26 Eigentumswohnungen sind bereits verkauft – vor allem an Selbstnutzer, also Leipziger Familien, erläutert Hampel.

Ab der Übergabe im nächsten Sommer könnten sie einen 3500 Quadratmeter großen, denkmalgeschützten Garten nutzen, der auch seinen alten Zaun und eine „schöne Aussicht“ genannte Sitzgruppe in der Nordost-Ecke zurückerhält. „Alle Arbeiten wurden durch die Ökostation Borna gutachterlich begleitet“, betont Hampel. Zum Beispiel seien Weinbergschnecken und viele Falter der Art Geflecktflüglige Ameisenjungfer vorsichtshalber in den benachbarten Auenwald umgesiedelt worden, kämen aber sicher bald zurück.

So soll die Parkresidenz an der Mühlholzgasse nach der Fertigstellung im Sommer 2020 aussehen. Gerade wurde Richtfest für die 26 Wohnungen gefeiert. Quelle: Mann&Schott

Das zweite Projekt liegt an der:

Leopoldstraße

Mit 110 Wohnungen fällt ein gerade gestartetes Vorhaben an der Ecke Leopold-/Wolfgang-Heinze-Straße deutlich größer aus. Auf der 5600 Quadratmeter großen Fläche standen in den Neunzigern alte Baracken. 2001 ließ sie der damalige Eigentümer TLG abreißen und als sogenannte Zwischennutzung eine öffentliche Grünfläche einrichten. Die TLG verpflichtete sich damals, das Gelände fünf Jahre lang nicht zu bebauen. Später wurde das Areal verkauft. Weil es bei einer Teilrodung im Februar 2018 Proteste gab, hält sich der heutige Besitzer mit Auskünften zurück.

Es seien vier Häuser mit „kleinen und familiengerechten Wohnungen“ vorgesehen, erfuhr die LVZ auf Nachfrage. Das Quartier erhalte eine Tiefgarage und ein besonders ökologisches Energiekonzept – dadurch könnten auch die Mieter sehr günstigen Strom beziehen, der als Nebenprodukt der Anlage entstehe. Außer den beiden erhalten gebliebenen Blutbuchen seien Ersatzpflanzungen auf dem Areal fest eingeplant. Für weitere Ersatzpflanzungen, die andernorts stattfinden, wurden 62 000 Euro an die Kommune überwiesen.

An der Leopoldstraße (unten) sollen 110 Wohnungen in vier Gebäuden entstehen – wie diese noch unverbindliche Visualisierung zeigt. Quelle: privat

Projekt Nummer drei nennt sich:

Südcarré

Direkt neben dem Pub „Black Label“ sind nun ebenfalls Bagger zu sehen. Drei Häuser mit insgesamt 40 Eigentumswohnungen will der Leipziger Projektentwickler Wassermühle in der Wolfgang-Heinze-Straße 36 schaffen. Diese Firma hatte jüngst das Palais Velhagen & Klasing in der Prager Straße 27 (am Ostplatz) gebaut – und zwar architektonisch höchst gelungen.

Für Connewitz stamme der Entwurf von Stefan Förster, einem jungen Architekten aus Hamburg, teilte Prokuristin Claudia Pech mit. Das Südcarré solle sich harmonisch in die Nachbarschaft einfügen. Es biete 25 Grundrisstypen „für jedes Lebensmodell“. Von 2013 bis 2018 befand sich auf der 1400 Quadratmeter großen Brache an der Ecke zur Basedowstraße ein Viele-Arten-Garten des Naturschutzverbandes BUND.

„Der Flächeneigentümer hat sich rechtlich völlig einwandfrei verhalten“, erzählt Leipzigs BUND-Vorsitzender Martin Hilbrecht. „Dennoch fühlen wir uns hier schon als Gentrifizierungsopfer – zumal wir noch keinen Ersatz im Süden finden konnten.“ Eventuell bestehe eine Chance auf dem Sportgelände vom Roten Stern an der Teichstraße. Durch die Suche habe der BUND jedoch zwei neue Flächen als Viele-Arten-Gärten hinzugewonnen: ein städtisches Gelände am Lene-Voigt-Park in Reudnitz sowie – ganz neu – ein Areal der Wohnungsgenossenschaft Unitas neben der 100. Schule in Grünau.

Das Südcarré in der Wolfgang-Heinze-Straße erhält 40 Eigentumswohnungen – vom Single-Apartment bis zur Fünf-Zimmer-Maisonettewohnung für Familien. Quelle: Stefan Förster / Wassermühle

Das vierte Vorhaben heißt:

Wilde Hilde

Nahe der Bornaischen Straße – zwischen Hildebrandplatz und Elisabethkrankenhaus – plant der bundesweit tätige Projektentwickler BPD einen Neubau mit 25 Eigentumswohnungen. Deren Vermarktung starte in Kürze, teilte Peter Zamarski vom Vermittler Dima Immobilien mit.

Es handle sich vor allem um Mini-Apartments ab 31 Quadratmeter, aber auch einige seniorengerechte Drei-Raum- sowie familienfreundliche Fünf-Raum-Wohnungen. Tiefgarage, Fahrstuhl und Südwest-Balkon gehören zum Komfort bei dem Projekt, das auf einer Baulücke an der Hildebrandstraße Realität werden soll.

Wilde Hilde soll dieser Neubau mit 25 Eigentumswohnungen an der Hildebrandstraße heißen. Quelle: BPD

Hinzu kommt noch die Nummer fünf:

The Grounds

Ausschließlich Mikroapartments erhält ein Neubau in der Bornaischen Straße 10 – 16, der jetzt schon bis zum zweiten Stock aufragt. Auf dem 1317 Quadratmeter großen Grundstück neben der Wiedebachpassage entstehen 136 Kleinstwohnungen – vor allem für studentisches Wohnen, hatte Steffen Buckwitz vom Berliner Investor The Grounds vor einigen Monaten erklärt. Hinzu kämen ein Clubraum und zwei Läden.

Bei dem Gemeinschaftsprojekt mit dem Leipziger Entwickler KSW sei auf jeden Schnickschnack verzichtet worden, um Paschalmieten von 350 bis 400 Euro pro Monat (also mit Internet und allen Nebenkosten) anbieten zu können, so Buckwitz. Das Projekt wurde vorab für 13,35 Millionen Euro an einen deutschen Fonds verkauft, der es langfristig behalten will. Erstbezug: 2020.

In der Bornaischen Straße 10 –16 wächst bereits der Rohbau für dieses neue Haus in die Höhe. Es soll 136 kleine Apartments für studentisches Wohnen aufnehmen. Quelle: ksw

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