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Lokales Baustaatssekretär Adler aus Leipzig will nicht in Ruhestand
Leipzig Lokales Baustaatssekretär Adler aus Leipzig will nicht in Ruhestand
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12:55 23.09.2018
Staatssekretär Gunther Adler (rechts) übergab am Samstagabend in Leipzig den Großen DAI-Preis für Baukultur an die Architekten Ansgar (mit Urkunde) und Benedikt Schulz. Links im Bild: Reiner Nagel (Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur) sowie DAI-Präsident Prof. Christian Baumgart. Quelle: Jens Rometsch
Leipzig

Der aus Leipzig stammende Bundesbaustaatssekretär Gunther Adler (SPD) möchte keineswegs in den vorzeitigen Ruhestand versetzt werden. „Mit dem Wohnungsgipfel am vergangenen Freitag wurde viel erreicht, was ich sehr gern fortsetzen möchte“, sagte der 55-Jährige am Wochenende bei einer Preisübergabe in Leipzig. „Sie sehen mich jetzt hier nicht als Ruheständler, sondern als jemanden, der viel vorhat und gut aufgestellt ist“, fuhr Adler bei dem seit April geplanten Termin am Samstagabend im Leipziger Grassi-Museum fort. Er hoffe, dass er nach einem erneuten Gespräch der Parteichefs von CDU, CSU und SPD, das am heutigen Sonntag stattfinden soll, seine Visitenkarten „nicht neu drucken lassen muss“.

Adler sollte für Maaßen weichen

Bekanntlich hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am 19. September verkündet, dass er Adler in den einstweiligen Ruhestand versetzen wolle, sobald der bisherige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen als neuer Staatssekretär in sein Ministerium wechseln kann. Im Anschluss gab es Proteste – nicht nur wegen dieser Beförderung für den umstrittenen Maaßen. Vom Mieterverein bis zu Wohnungs- und Immobilienverbänden: Etliche Organisationen kritisierten, dass es mit einem Rauswurf für Adler keinen einzigen fachkundigen Staatssekretär für Bauen und Wohnen im Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat mehr geben würde.

Positive Signale aus dem Kanzleramt

Auch der Verband Deutscher Architekten und Ingenieurvereine (DAI) schloss sich diesen Kritiken an. Bei einer Tagung am Sonnabend in Leipzig beschlossen die Mitglieder sogar, Adler eine Ehrenmitgliedschaft in ihrem Verband anzutragen. „Wir sind sehr froh, dass wir mit Ihnen einen absoluten Fachmann in politisch verantwortlicher Position wissen“, sagte DAI-Präsident Prof. Christian Baumgart. „Nach über zehn Jahren einer ausgezeichneten Zusammenarbeit sind Sie für uns unverzichtbar.“ Die Verbände der Planer, Ingenieure und Architekten hätten sich noch am Freitag mit einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt, um ihrer Forderung nach einem Verbleib Adlers in politisch verantwortlicher Position für den Bereich Bauen und Wohnen zu unterstreichen, so Baumgart. Aus dem Kanzleramt sei ihnen bedeutet worden, die Regierung habe das Problem erkannt und verstanden.

Eigenes Bauministerium gefordert

Auch Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, sprach sich bei der Veranstaltung in Leipzig für Adler aus. „Bei den Ettersburger Gesprächen haben wir die Bundesregierung aufgefordert, ein starkes Bauministerium zu schaffen – obwohl wir wissen, dass dies gegenwärtig wenig realistisch ist.“ Dies wäre aber dringend nötig, um große Probleme umfassend anzugehen. Diese gebe es gegenwärtig zum Beispiel bei der Wohnraumversorgung, der Verdichtung in großen Städten, steigenden Mieten, Klimaschutz und nicht zuletzt bei der Qualität „gebauter Identität“ auch in den Kleinstädten und Regionen, wo sich viele Menschen abgehängt fühlten.

DAI-Preis für Architekturbüro Schulz & Schulz

Staatssekretär Adler war ins Grassi-Museum gekommen, um den Großen DAI-Preis für Baukultur 2018 an das Leipziger Architekturbüro Schulz & Schulz zu überreichen. Diese nur alle zwei Jahre vergebene Auszeichnung bekamen in der Vergangenheit bereits so namhafte Architekten wie David Chipperfield, Norman Foster, Volkwin Marg sowie Albert Speer zugesprochen.

Von Jens Rometsch

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