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Lokales Becherpfand für krebskranke Kinder
Leipzig Lokales Becherpfand für krebskranke Kinder
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16:28 28.04.2019
Adam, Teresa und Evelyn (von links) sammeln beim Spiel RB Leipzig gegen FC Freiburg in der Red Bull Arena Getränkebecher ein. Der Erlös der Pfand-Aktion kommt krebskranken Kinder und ihren Familien zugute. Quelle: Foto: Christian Modla
Leipzig

Gutes tun und das Bundesliga-Heimspiel von RB Leipzig gegen den FC Freiburg erleben, das war am Sonnabend in der Red Bull Arena möglich: Der Verein „Paulis Momente hilft“ startete zum dritten Mal seine Becherpfand-Charity-Aktion. Der Verein unterstützt seit fünf Jahren die Kinderintensivstation der Uniklinik Leipzig. Tausende ließen sich am Rande des Spiels von der Arbeit des gemeinnützigen Vereins begeistern und halfen, indem sie auf die Rückgabe des Getränkebecher-Pfandes verzichteten oder eine Geldspende leisteten.

60 Helfer am Start

Lange bevor die Ränge in der Arena gefüllt sind, hat der Verein „Paulis Momente hilft“ schon seine Stationen aufgebaut. „Hallo Du da – zum Freiburgspiel wird wieder gesammelt. Dein Becher, dein Herz – unsere Charityaktion“, ist dort zu lesen. Adam (9), Evelyn und Teresa ist eines der 14 Teams aus Erwachsenen und Kindern, die sich gemeinsam engagieren. 60 Helfer sind insgesamt gekommen – zu jenen, die den Verein unterstützen, gehören auch RB-Leipzig-Fans.

„Ein tolles Projekt“, sagt Evelyn. „Ich war gleich von der Aktion überzeugt“, so die Grünauerin. „Mit dem Herzen“ ist auch Teresa dabei. „Schön ist, dass wir Kindern, die schwer krank sind, helfen“, erklärt Adam sein Motiv. Ein paar Blöcke weiter, am Rande der Zuschauerbereiche, warten die beiden Muldentaler Hans Härtel (14) und Florentine Siebenhörl (12) auf die ersten leeren Pfandbecher. „Manche Zuschauer fragen mich, wofür die Aktion genau ist. Dann antworte ich, wir helfen krebskranken Kindern. ,Das ist aber eine gute Sache’, loben sie uns dann.“

Aufbau einer ambulanten pädiatrischen Palliativversorgung geplant

So viel Zuspruch freut Sven Graser. Der Vereinsgründer verlor im Dezember 2012 seinen kleinen Sohn Paul an Krebs, seitdem engagiert er sich für schwerkranke Kinder und Jugendliche in der Region. Kurz vor dem Anstoß ist Zeit für ein Interview. Am Spielfeldrand erläutert Graser im Gespräch mit Stadionsprecher Tim Thoelke noch einmal das Anliegen der Becher-Pfand-Charity-Aktion: „Wir möchten mit dem Erlös, den wir heute erzielen, ein Vier-Bett-Patientenzimmer etwas kindgerechter gestalten und mehr Privatsphäre schaffen.Außerdem soll in unmittelbarer Nähe zum Patienten- ein Elternzimmer entstehen. Eine Art Wohnraum. Dort habe die Familie des kranken Kindes einen kostenfreien Rückzugsort und könne Kraft für das Bevorstehende schöpfen“, so der Vereinsvorsitzende.

„Außerdem möchten wir den Aufbau einer ambulanten pädiatrischen Palliativversorgung in Leipzig unterstützen“, nennt der 48-Jährige weitere Pläne. „Aktuell ist die Becherpfandaktion das wichtigste Projekt für unseren Verein in der Zusammenarbeit mit dem Fußballverein RB Leipzig. Wir freuen uns sehr über die Unterstützung“, bedankt sich der Ehrenamtler. Beifall im Stadionrund für Sven Graser und Beifall auch für die gerade einlaufenden Fußballspieler.

RB und die Spendenaktion punkten

In der Halbzeit kann in puncto Becherpfandaktion schon eine kleine Zwischenbilanz gezogen werden. „Wir haben einen Turm gebaut“, zeigt Florentine auf den etwa drei Meter hohen Stapel aus gespendeten Bechern. Wieviel das wohl sind? Ihr Freund Hans macht sich gleich mal ans Zählen: „232“, verkündet der Grimmaer stolz. „Das werden aber bestimmt noch mehr“, ist der 14-Jährige überzeugt.

Das Spiel nimmt seinen Lauf. In der 78. Minute bricht Jubel los: Emil Forsberg schießt für RB das Tor zum 2:1. Das muss gefeiert werden – mit einem Bierchen oder zwei… An den Stationen stapeln sich die Becher: 13.277 sind es insgesamt! Den genauen Spendenerlös will der Verein am Montag bekannt geben.

Von Ingrid Hildebrandt

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