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Lokales Beeindruckendes Sandtheater im Leipziger Central-Kabarett
Leipzig Lokales Beeindruckendes Sandtheater im Leipziger Central-Kabarett
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18:01 29.07.2019
Faszinierend: Sandkünstlerin Alla Denisova zaubert im Central-Kabarett Gesichter, Gebäude und Szenen auf die Lichttafel. Hinter der Produktion steckt Manager Dimitrij Sacharow (kleines Foto), der nach zehn Jahren zurück in Leipzig zurückgekehrt. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Sie streuselt und tupft, sie streicht und wischt, und keine ihrer scheinbar leichten Bewegungen aus dem rechten Handgelenk verfehlt ihre Wirkung: Alla Denisova zaubert Bilder aus Sand. Am Samstag eroberte das Sandtheater Leipzig mit der Produktion „Bilder einer Stadt“ das Publikum im ausverkauften Blauen Salon des Central-Kabaretts, quasi im Handstreich.

Mit faszinierender Präzision erzählt die russische Künstlerin die Historie Leipzigs – wortlos, mit der Sprache ihrer speziellen Kunst und der Musik. Auf eine an die Wand duplizierte Lichttafel gießt sie ihren Sandregen oder platziert ihn mit Fingerspitzengefühl. Verblüffend schnell entstehen Silhouetten von Gebäuden, Gesichter und Szenen. Denisova huldigt Johann Sebastian Bach zu dessen Musik, wobei sie ihr Material so zielsicher platziert, dass die Augen des Komponisten glänzen. Zur akustischen Einspielung aus der legendären „Faust“-Inszenierung mit Gustav Gründgens und Will Quadflieg bildet die Frau die Pakt-Szene nach.

Von Faust zum Denkmal

Auf der Spielfläche vollzieht sich eine Dauer-Metamorphose. Gerade hier verweilt Goethes berühmter Augenblick („du bist so schön!“) eben nicht, weil nach ein paar Handgriffen und Berieselung schon das Völkerschlachtdenkmal ersteht. Klug gelöst ist die historische Spiegelung des Zweiten Weltkriegs. Kritisches zu Gunsten der Unterhaltung wegzulassen, hieße hier buchstäblich, Sand in die Augen zu streuen.

Und doch darf die Moralkeule die Stimmung nicht zerschlagen. Mit dem Aufmarsch von Soldaten, einer brennenden Synagoge und dem Holocaust-Denkmal aus Stuhlreihen in der Gottschedstraße ist das angemessen dokumentiert. Denisova bröselt und wischt sich in traumwandlerischer Sicherheit durch die Jahrzehnte, natürlich auch durch die Friedliche Revolution. Ein Bilder-Sand-Sturm aus zweimal 40 Minuten, der zurecht stark beklatscht wird.

Dimitrij Sacharow ist zurück

Hinter dem Coup steckt ein alter Bekannter der Leipziger Kulturszene: Dimitrij Sacharow trat in den 90ern an der Seite von Chansonette Olga Lomenko in mehreren Produktionen als von ihr gegängelter Pianist auf. Vor zehn Jahren ging er nach Berlin und etablierte dort eine Künstleragentur. Mit Frau und Kind zog es den 51-Jährigen im vergangenen November zurück nach Leipzig. „Schön, wieder hier zu sein“, sagt er.

Nächste Sandtheater-Vorstellungen im Central-Kabarett diesen Freitag und Samstag, jeweils 19.30 Uhr; Karten über www.centralkabarett.de.

Von Mark Daniel

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