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Lokales Begehrtes Fotomotiv: Waschbär sorgt am Bundesverwaltungsgericht für Aufsehen
Leipzig Lokales Begehrtes Fotomotiv: Waschbär sorgt am Bundesverwaltungsgericht für Aufsehen
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17:34 05.06.2012
Dieser Waschbär wohnt seit Montag an der Hauswand des Bundesverwaltungsgerichts. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Genauer gesagt: Der Waschbär sitzt vornehmlich in etwa drei Metern Höhe an der Außenwand des ehrwürdigen Justizpalastes – gut sichtbar für Passanten. In den sozialen Netzwerken lassen sich inzwischen auch Dutzende Fotos vom „Waschbären bei Gericht“ finden. So auch auf dem Facebook-Kanal von LVZ-Online.

„Mich hat heute Morgen jemand aus dem Bundesverwaltungsgericht angerufen und über den Waschbären informiert“, erklärte Andreas Sickert, Abteilungsleiter Stadtforsten im Neuen Rathaus, gegenüber LVZ-Online. Er war einem Mitarbeiter des Wachschutzes beim Routine-Rundgang aufgefallen. Selbst gesehen hat Sickert den Waschenbären allerdings noch nicht.

Wie Wolfgang Bier, Pressesprecher des BVerwG, sagte, sei der Waschbär möglicherweise aus den Grünanlagen des Clara-Zetkin-Parks bei einem nächtlichen Streifzug auf Futtersuche bis zum Simsonplatz vorgedrungen. In der Morgendämmerung habe er sich dann einen Schlaffelsen am Gericht gesucht. "So würde er es auch in seiner ursprünglichen Heimat Nordamerika machen", sagte Bier.

Stadtförster Sickert hat keine Veranlassung, tätig zu werden. „Waschbären kommen schon seit Millionen von Jahren selbst zurecht. Da brauchen wir doch auch jetzt nicht helfen“, sagte er. Wie der oberste Förster der Messestadt weiter erklärte, könnte ein Eingreifen dem Tier auch eher schaden als nützen. „Jeder Fangversuch würde Stress für ihn bedeuten, jede Betäubungsspritze könnte dazu führen, dass er hinunterfällt“, sagte Sickert und fügte an: „Es gibt ja auch überhaupt keine Veranlassung etwas zu unternehmen.“

Pressesprecher Bier sagte, nach Auskunft von Experten seien Waschbären ausgezeichnete Kletterer, die sogar an glatten Regenfallrohren nicht abrutschen. Daher könne er seinen Schlafplatz aus eigener Kraft verlassen und müsse nicht gerettet werden. Erfahrungsgemäß werde sich das Tier in Kürze eine andere Stelle suchen und weiterziehen.

Ein Waschbär schläft am Dienstagnachmittag an der Hauswand des Bundesverwaltungsgerichts. Quelle: Dirk Knofe

Waschbären sind in der Messestadt nichts Ungewöhnliches. Ganz im Gegenteil: Täglich erreichen den Förster Anrufe von Leipzigern, die sich über die kleinen Allesfresser im heimischen Garten oder auf dem Balkon beklagen. „Manche brauchen sich auch nicht wundern, wenn sie dort Essensreste lagern“, sagte Sickert. Seit etwa drei Jahren habe sich die Waschbären-Population im ganzen Land, speziell aber auch in Leipzig enorm gesteigert. „Über die Gründe kann man nur mutmaßen“, sagte der Stadtforsten-Abteilungsleiter.

Die Tiere waren ursprünglich nur in Nordamerika heimisch. Über Ansiedlungen im Kaukasus und Japan gelangte der Procyon lotor Anfang des 20. Jahrhunderts auch nach Europa. Waschbären sind typische Allesfresser. Zum Teil ernähren sie sich vegetarisch, vor allem von Obst und Nüssen. Zudem sind sie gute Fischer, fangen Frösche und Lurche. In Städten finden die Tiere in Mülleimern reichlich Nahrung.

Neben dem Waschbären bietet das Bundesverwaltungsgericht auch anderen Tieren immer wieder Unterschlupf. Nach Angaben von Bier wird das Gebäude als Nistgelegenheit von Stockenten, Turmfalken und Tauben genutzt. Gelegentlich könnten auch Fledermäuse gesichtet werden.

Matthias Puppe / rob

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