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Lokales Behindertes Kind missbraucht: Leipziger Pfleger muss hinter Gitter
Leipzig Lokales Behindertes Kind missbraucht: Leipziger Pfleger muss hinter Gitter
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11:05 28.08.2019
Krankenpfleger Peter F. ist wegen schweren Missbrauchs einer zwölfjährigen Patientin angeklagt. Quelle: André Kempner
Leipzig

Nach Überzeugung des Gerichts hat er sich an einer schwerstbehinderten Zwölfjährigen vergangen, während er sie betreuen sollte: Ein Leipziger Krankenpfleger ist jetzt wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in fünf Fällen zu fünf Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden. Im Rahmen eines sogenannten Adhäsionsverfahrens, bei dem bereits in einem Strafprozess zivilrechtliche Ansprüche geltend gemacht werden können, verpflichtete sich der geständige Angeklagte Peter F. (53) zudem zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 10 000 Euro.

Vergewaltigung und Handyaufnahmen

Die Staatsanwaltschaft klagte insgesamt fünf massive sexuelle Übergriffe im Zeitraum zwischen Oktober 2018 und März 2019 an. Zwei Fälle wurden als besonders schwer eingestuft und als Vergewaltigung gewertet. Demnach nutzte der Mitarbeiter eines Intensivpflegedienstes die völlig hilflose Lage des Mädchens aus. Aufgrund einer angeborenen Erkrankung ist das Kind auf dem Entwicklungsstand eines drei Monate alten Säuglings und kann daher beispielsweise nicht sprechen. Während seines Nachtdienstes, als er sich in der elterlichen Wohnung um die Schwerstbehinderte kümmern sollte, verging er sich nach Überzeugung des Gerichts an ihr. Teilweise machte er auch noch Handyaufnahmen von seinem entblößten Opfer, was als Herstellung von Kinderpornografie zu den Tatvorwürfen hinzukam.

Täter durch Zufall überführt

Eher durch Zufall kam der Kindesmissbrauch ans Licht. Weil die Eltern ihr hilfsbedürftiges Kind stets im Blick haben wollten, installierten sie einfachste Überwachungstechnik in jenem Zimmer, in dem ihre Tochter von dem Pfleger betreut wurde. Dadurch bekam der Vater in der Nacht zum 19. März gegen 5 Uhr einen der Übergriffe mit. Geistesgegenwärtig erstellte er Screenshots von den Aufnahmen der Überwachungskamera, sodass der Täter überführt werden konnte.

Der vor einer Woche begonnene Prozess fand auf Antrag von Verteidigung und Nebenklage überwiegend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Von Frank Döring

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