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Lokales Beim Hotel-Bau hängt Leipzig alle deutschen Metropolen ab
Leipzig Lokales Beim Hotel-Bau hängt Leipzig alle deutschen Metropolen ab
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06:03 08.07.2019
Ein edles Capri by Fraser (151 Suiten, rechts) und das günstigere Premiere Inn (186 Zimmer, links) wachsen zurzeit in der Goethestraße gegenüber der Leipziger Oper empor. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Keine andere deutsche Metropole hat in der jüngsten Vergangenheit einen so starken Zuwachs an Hotels erlebt wie Leipzig. Zur Jahresmitte 2018 betrug die Zahl der hier verfügbaren Betten exakt 18 922, geht aus einem Bericht des Branchenberaters Dr. Lübke & Kelber hervor. Das seien rund 45 Prozent mehr gewesen als zur Jahresmitte 2011 mit 13 019.

2019 steigt die Bettenkapazität um fast 15 Prozent

Demgegenüber seien Frankfurt/Main und Hamburg auf den folgenden Plätzen bei unter 40 Prozent Zuwachs geblieben. Am geringsten fiel der Anstieg in Köln mit reichlich 13 Prozent in diesen sieben Jahren aus. Für den Leipziger Sturm an die Spitze sei eine besonders kräftige Zunahme in 2017 und 2018 verantwortlich gewesen, erläuterte Daniela M. Bense, die den Hotel-Analysebereich des renommierten Beratungsunternehmens leitet. „Für 2019 erwarten wir einen weiteren Kapazitätsausbau um 14,6 Prozent auf 21 689 Betten in Leipzig. Dagegen wird die Übernachtungszahl wahrscheinlich nur eine Steigerungsrate von fünf Prozent aufweisen.“

m Leipziger Hauptbahnhof gehen noch dieses Jahr ein Hyperion (links, 193 Zimmer, vier Sterne) und ein H2-Hotel (rechts, 336 Zimmer, zwei Sterne) an den Start. Quelle: André Kempner

Trotz dieser leicht unterdurchschnittlichen Zunahme der Gästezahlen liege mit 3,5 Millionen Übernachtungen ein neuer Rekord in Sicht. „Es bleibt allerdings abzuwarten, welche Wirkung die Anfang 2019 eingeführte Gästetaxe haben wird.“ Fakt sei, dass die Zahl der Übernachtungen seit 2011 noch schneller stieg (um 58 Prozent) als die des Bettenangebots. 2018 habe sich dieses Verhältnis jedoch erstmals umgedreht – mit negativen Folgen für die Zimmerauslastung und Preise.

Erlös pro verfügbarem Zimmer stark gesunken

Der Erlös pro verfügbarem Zimmer sei in den Kettenherbergen um 11,90 Euro gegenüber dem Vorjahr gefallen – auf im Schnitt 50,70 Euro. „Damit rangierte Leipzig auf dem letzten Platz unter den deutschen Top-10-Hotelstandorten, knapp nach Dresden mit 51,90 Euro und weit abgeschlagen hinter Frankfurt/Main mit 69,90 Euro auf der drittletzten Position.“ Die größten Verluste in der sächsischen Messestadt seien – trotz Buchmesse – auf den März und den Herbst 2018 entfallen.

Das Burgplatzloch in der Leipziger Innenstadt ist seit Kurzem offiziell geschlossen. Hier einige Schnappschüsse von der Eröffnung des Neubaus und ein Rundgang durch das NH-Hotel.

Zum Vergleich: In Berlin mit 146 000 Betten und 33 Millionen Übernachtungen lag der Erlös pro verfügbarem Zimmer im letzten Jahr bei 80 Euro, im kostspieligen München mit 77 500 Betten und 17 Millionen Übernachtungen bei 97 Euro.

Sieben Herbergen öffnen im Jahr 2019

In Leipzig gab es 2018 die höchste Zimmerauslastung im Juni – mit dem Bachfest und mehreren Kongressen. Im Jahresdurchschnitt waren aber nur 51,4 Prozent der Zimmer belegt – geringfügig weniger als 2017. Dennoch sei der hiesige Boom der Hotel-Bauten noch lange nicht zu Ende, meinte Fachfrau Bense. Nach dem neuen Holiday Inn Express (162 Zimmer) an der Brandenburger Straße und dem NH-Hotel am Burgplatz (197 Zimmer) würden voraussichtlich im Jahr 2019 noch fünf Hotels starten: Das Hyperion (193) und ein H2-Hotel (336) am Hauptbahnhof, Charly’s House (166) in der Prager Straße, Capri by Fraser (151) in der Goethestraße sowie Brera (49) im Antikhaus an der Großen Fleischergasse. Die Zahl der Betten dürfte dadurch um 2767 steigen, was ein neuer Rekord wäre.

Wettbewerbsdruck für die Hoteliers steigt

Im nächsten Jahr stehe unter anderem die Eröffnung des Premiere Inn (186) an der Goethestraße und vom legendären Astoria (250) an, für 2021 ein Amano-Hotel (500) in der Nikolaistraße. Auch durch das zusätzliche Angebot werde Leipzig für Touristen immer anziehender, meinte Bense. „Der Wettbewerbsdruck für die Hoteliers der Stadt steigt aber ebenfalls.“

Von Jens Rometsch

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