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Lokales Beim Leipziger Kochkunstverein ist nicht mehr alles in Butter
Leipzig Lokales Beim Leipziger Kochkunstverein ist nicht mehr alles in Butter
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10:03 24.02.2019
Günter Petzold (rechts) hat den Kochkunstverein nach der Wende geprägt. Seine Nachfolger waren Matthias Köhler (links), Torsten Grahl (nicht im Bild) und der aktuelle Vereinschef Ralf Lehmann (Mitte). Quelle: André Kempner
Leipzig

Der Leipziger Kochkunstverein hat fette Jahre erlebt. In den 1990er und 2000er Jahren war er ein stolzer Verein mit großem Ansehen und beachtlicher Außenwirkung in der Stadt. Im Moment sind die Zeiten eher mager. Unter dem Motto „Wir sind noch da!“ wurde in dieser Woche in „Apels Garten“ in kleiner Runde das 135. Gründungsjubiläum gefeiert.

Zusammenhalt lässt nach

„Die Zeiten haben sich geändert“, sieht Ralf Lehmann, aktueller Vereinspräsident, die Lage realistisch. Als seine Berufsvorgänger 1884 den Internationalen Kochkunstverein zu Leipzig gründeten, waren viele Gastwirte wohlhabende, angesehene Personen, teils zugleich auch Hotelbesitzer. Heute gibt es sicher auch noch wohlhabende Köche und Gastronomen. Aber der Zusammenhalt ist nicht mehr so stark, und für junge Leute scheint es nicht mehr lukrativ, Mitglied im Kochkunstverein zu werden. Das Durchschnittsalter beträgt 66 Jahre, die Mitgliederzahl hat sich in den letzten 15 Jahren halbiert. „An die Leipziger Spitzenköche kommen wir gar nicht heran“, bedauert Lehmann. Er hat die Leitung des Vereins mit viel Engagement übernommen, obwohl er mit 72 Jahren auch schon Ruheständler ist.

Kein Geld für große Ereignisse

Den Weißmützen geht es nicht anders als anderen Vereinen: Der Nachwuchs fehlt. Auf den jungen Leuten lastet viel Druck in ihren Betrieben, viele bleiben nicht in Leipzig, sondern sind global orientiert. Oder schlicht nicht an „Vereinsmeierei“ interessiert. „Sie wollen Spaß haben und müssen erst mal selbst merken, dass man den auch im Verein haben kann“, sagt Jugendwart Thomas Sieglow (46), der als Koch die ganze Welt gesehen hat, auch zur See gefahren ist.

Zudem brechen die Sponsoren weg oder verfolgen andere Ziele. So sind die großen Veranstaltungen nach und nach immer weniger geworden: der Internationale Preis der Köche, der Teams aus bis zu 15 Ländern in Leipzig vereinte, ist eingestellt worden. Genauso wie der Schülerkochwettbewerb, den es fast 20 Jahre lang gegeben hat. Oder der Commis-Pokal für Jungköche.

Umzug von 1500 Köchen

Im Jahr 2001 war noch alles in Butter: Damals versammelten sich in Leipzig 1500 Köche aus ganz Deutschland und feierten ihren Ehrentag, den Laurentiustag. Von der Eröffnung im Gewandhaus über den Marsch der Köche durch die Leipziger City und einem Gottesdienst in der Nikolaikirche bis hin zur Festgala in der Glashalle der Messe und dem abschließenden Schlampamp – dem gemeinsamen Essen – auf dem Markt reicht das Programm. „So etwas Großes ist nie wieder erreicht worden“, blickt Günter Petzold (86), damals einer der Organisatoren, zurück. Auch die großen Oktoberfeste des Vereins sind Geschichte. Bis heute erhalten geblieben sind die jährlichen Spargelschäl-Aktionen und die Köchebälle, die sich inzwischen zu Gastronomenbällen weiterentwickelt haben.

Generation Smartphone

Auch wenn die alten Meister ratlos sind, wie sie an die Generation Smartphone herankommen – an den Zielen halten sie fest: „Den Berufsverband stärken, die Mitglieder zu einer Gemeinschaft führen, Zuverlässigkeit und Stabilität im Verband herstellen.“ Junge Leute könnten auch heute viel von den alten Hasen lernen, sagt Präsident Ralf Lehmann. Und von den Möglichkeiten profitieren, die der Verband der Köche Deutschlands und der Weltverband bieten.

Der 1884 gegründete Internationale Kochkunstverein zu Leipzig war der zweite Köcheverein im damaligen Königreich Sachsen und der dritte in ganz Deutschland, nach Berlin und Dresden. 1934 musste er sich auflösen. Zu DDR-Zeiten existierten keine Berufsverbände. Im Januar 1990 wurde der Verein im Restaurant Apels Garten wiedergegründet – dort, wo in dieser Woche auch das 135-jährige Bestehen gefeiert wurde. Das 1903 geweihte Vereinsbanner hat eine bewegende Geschichte hinter sich: 1934 wurde es vor den Nazis im Ratskeller versteckt, 1945/46 vom Küchenchef mit nach Hause genommen und auf dem Dachboden gelagert, nach dessen Tod von seiner Nachbarin und deren Sohn aufbewahrt. 2005 konnte es dem Kochkunstverein zurückgegeben werden.

Von Kerstin Decker

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