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Lokales Berühmtes Architekturbüro gewinnt Wettbewerb zur neuen Schwimmhalle Ost
Leipzig Lokales Berühmtes Architekturbüro gewinnt Wettbewerb zur neuen Schwimmhalle Ost
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15:16 08.06.2019
1. Preis: Nach dem Entwurf von gmp (von Gerkan, Marg und Partner) soll die Schwimmhalle auf dem Otto-Runki-Platz eine zweite Etage für die Betriebstechnik erhalten.
Leipzig

Zum Bau einer neuen Schwimmhalle an der Eisenbahnstraße ist eine Vorentscheidung gefallen. Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) stellte am Freitag die Preisträger eines internationalen Architekturwettbewerbs vor, der mit 76 000 Euro dotiert war. Im März 2023 soll „unsere neue Schwimmhalle Ost“ öffnen, erklärte dazu Joachim Helwing, Geschäftsführer der Leipziger Sportbäder.

So sehen die drei mit Preisen bedachten Entwürfe für die neue Ost-Schwimmhalle in Leipzig aus.

Der erste Preis ging an eines der 25 größten Architekturbüros der Welt: an gmp von Gerkan, Marg und Partner. Die aus Hamburg stammenden Baumeister hatten für Leipzig einst die Neue Messe entworfen. In dem anonymisierten Verfahren kam nun eine Berliner Dependance von gmp zum Zug, sagte Dubrau.

2. Preis: Der Entwurf des Leipziger Büros SERO Architekten aus der Comeniusstraße erinnert ein wenig an einen riesigen Wal. Quelle: SERO Architekten

„Ein einfacher Trick“ habe die 15-köpfige Jury unter Vorsitz des Architekturprofessors Ingo Andreas Wolf überzeugt. Die riesigen Technik-Bereiche, die sich sonst meist im Keller befinden, seien in eine zweite Etage über die Schwimmhalle gepackt worden. „Dadurch gewinnt das Gebäude deutlich an Höhe, was dem Erscheinungsbild an der Eisenbahnstraße gut tut. Und es spart noch Baukosten.“

Parkplatz-Anordnung überzeugt noch nicht

Die Anordnung eines großen Parkplatzes direkt neben dem Rabet habe der Jury nicht so gefallen. Dies habe der Zweitplatzierte – SERO Architekten aus Leipzig – besser gelöst. Dieses Büro aus der Comeniusstraße würde die Parkplätze rings um einen Neubau verteilen, der auf den ersten Blick an einen Wal erinnert. „Dadurch bliebe eine größere, auch als Boule-Platz nutzbare Grünfläche als Übergang zum Rabet und den benachbarten Schulen.“

Den dritten Preis gewann das Hamburger Büro Czerner Göttsch. Dessen Idee, die Schwimmhalle mit einer ebenfalls auf dem Otto-Runki-Platz geplanten Poliklinik durch eine Art Brücke optisch zu verbinden, kam gut an. Weniger, dass die Baukörper kaum Höhenwirkung besaßen.

3. Preis: Czerner Göttsch Architekten aus Hamburg wollen die Schwimmhalle (links) mit einer Brücke zur Poliklinik verbinden. Quelle: Czerner Göttsch

Anerkennungen der Jury gingen an das Leipziger Büro Studio Gold sowie an mlzd Architekten aus Biel in der Schweiz.

Erster Anlauf vor drei Jahren gestoppt

Wie berichtet, hatte der Stadtrat einen ersten Anlauf 2016 gestoppt, weil Stadträte – mit Verweis auf die immer knapper werdenden Flächen – keinen einfachen Flachbau wollten. Stattdessen beschlossen sie, weitere Nutzungen über die Halle zu setzen: etwa eine Bibliothek, Fitnessräume oder ein Gesundheitszentrum. Dies scheiterte dann letztlich an Förderschriften, erinnerte Dubrau. „Das Stapeln ist mit deutschem Förderrecht leider nicht vereinbar. Die Gesetze dazu müssen dringend geändert werden.“ Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, soll später neben der Schwimmhalle noch eine Poliklinik entstehen, die das städtische Klinikum St. Georg betreibt. Für die zehn Millionen Euro teuere Schwimmhalle hofft die Kommune auf 4,5 Millionen Euro Fördermittel.

Drei Becken und sechs Schwimmer-Bahnen

Die Halle erhält ein 25 Meter langes Sportbecken (sechs Bahnen und eine steinerne Freitreppe zum leichteren Einstieg für gehbehinderte Personen), ein flacheres Lehrschwimm- und ein Kinderbecken, zudem Zuschauerplätze und Trainingsräume, aber keine Sauna. Welcher der drei Preisträger-Entwürfe gebaut wird, entscheidet sich erst im Juli – bis dahin können die Büros noch Kritikpunkte ausmerzen. Das historische Ostbad von 1896 wurde zur Jahrtausendwende abgerissen.

Die prämierten Arbeiten sind bis 28. Juni im neuen Stadtbüro am Burgplatz zu sehen, danach im Infozentrum „IC-E“, Eisenbahnstraße 49.

Von Jens Rometsch

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