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Lokales Beschluss steht: Innere Jahnallee in Leipzig wird vierspurig
Leipzig Lokales Beschluss steht: Innere Jahnallee in Leipzig wird vierspurig
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20:53 25.02.2019
Die Jahnallee in Leipzig soll vierspurig und der Verkehrsfluss verlangsamt werden. Quelle: André Kempner
Leipzig

Die Stadt hat ihre Entscheidung gefällt: Die innere Jahnallee – jener Abschnitt zwischen Leibnizstraße und Waldplatz – soll vierspurig werden. Das geht aus einer Nachricht des Verkehrs- und Tiefbauamtes an den Bürgerverein Waldstraßenviertel hervor.

Konkret sollen die Kurzzeitparkplätze in die Seitenstraßen der Jahnallee verlagert, zudem soll die Geschwindigkeit auf 30 km/h reduziert werden. Dem werde auch der Schaltrhythmus der Ampeln angepasst. Für die Gewerbetreibenden werden drei Bereiche bereitgestellt, in denen wochentags von 9 bis 14 Uhr Anlieferungen erfolgen können.

Unfälle ohne ruhenden Verkehr vermeidbar

„Die eindeutige Unfalllage in der inneren Jahnallee verpflichtet die Straßenverkehrsbehörde zum Handeln“, heißt es in dem Schreiben. Die Behörde habe nochmals die Argumente abgewogen, eine Analyse habe allerdings ergeben, dass ein Großteil der dortigen Unfälle mit Personenschaden „mit hoher Wahrscheinlichkeit vermeidbar gewesen wären, wenn der ruhende Verkehr dort nicht zugelassen gewesen wäre“.

Entscheidungen dürften allein im Interesse der Sicherheit und Ordnung des Verkehrs getroffen werden. „Eine Berücksichtigung verkehrsfremder Belange, darunter auch Händlerinteressen, ist nicht vorgesehen. Dennoch hat die Straßenverkehrsbehörde deren Belange versucht zu berücksichtigen, soweit sie das Ziel einer Reduzierung der Radverkehrsunfälle nicht beeinträchtigen“, heißt es weiter.

Umsetzung bis 8. März

Die Neuregelungen sollen bis zum 8. März umgesetzt werden. Anschließend wolle man die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüfen, um in einem zweiten Schritt eine „Neuaufteilung des Straßenraumes“ anzustreben und beispielsweise Fahrradstreifen einzuführen. Dies hatte der Umweltbund Leipzig („Ökolöwe“) im vergangenen Jahr mittels einer Petition gefordert, die 6500 Unterzeichner fand.

Zahlreiche Gewerbetreibende wiederum hatten im November eine Petition an Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) übergeben, um die Entfernung der Kurzzeitparklätze zu verhindern. Händler und der Bürgerverein Waldstraßenviertel teilten am Samstag deshalb prompt ihre strikte Ablehnung der Pläne mit: „Diese Entscheidung bedroht unsere Existenzgrundlage, denn wir sind auf die Kunden angewiesen, die diese Parkplätze nutzen. Jetzt stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel“, so Robert Maihöfner von der Löwen-Tanke, der 60 betroffene Gewerbetreibende vertritt.

Bürgerverein: Gefährdung wird erhöht

Auch der Vorsitzende des Bürgervereins, Jörg Wildermuth, kritisiert die Entscheidung scharf: „Wir werden Wettrennen und Überholmanöver des Autoverkehrs mit den Straßenbahnen erleben. Für unsere Schulkinder und die Besucher der Freisitze wird das zum Risiko.“ Statt mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger zu schaffen, werde also das Gegenteil bewirkt. Die Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit auf Tempo 30 begrüße man zwar, dennoch fordert der Bürgerverein eine grundlegende Neugestaltung der Straße: „Wir benötigen jetzt ganz schnell ein Konzept, wie die innere Jahnallee insgesamt attraktiver gemacht werden kann. Mit weniger Verkehr und mehr Lebensqualität.“

Von Christian Neffe

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