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Lokales Besetztes Haus in Leipzig-Plagwitz geräumt - Angriff auf Polizisten und zwei Festnahmen
Leipzig Lokales Besetztes Haus in Leipzig-Plagwitz geräumt - Angriff auf Polizisten und zwei Festnahmen
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15:12 23.04.2012

. Wie Polizeisprecher Mario Weigelt gegenüber LVZ-Online mitteilte, waren etwa 200 Polizisten aus Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie Spezialeinsatzkräfte des LKA Sachsen im Einsatz. Zwei Aktivisten hätten sich im Haus angekettet. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.

Die Hausbesetzung des leerstehendes Gebäudes in der Naumburger Straße in Plagwitz begann am Samstagnachmittag. Nach Angaben von Weigelt blockierten gegen 15.30 Uhr etwa 100 Personen einen Bus der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) auf seiner Route entlang der Straße. Das Blockade habe sich bis zum Abend zu einer Art Straßenfest entwickelt, mit bis zu 250 Teilnehmern.

Die Eingänge zum Haus hätten einige Aktivisten von innen verbarikadiert. Auf dem Dach befanden sich ebenfalls unbekannte Personen, die den Angaben der Polizei zufolge Wurfgeschosse bereitgelegt hatten. In Gesprächen zwischen den Hausbesetzern und Vertretern von Polizei, Stadtverwaltung und des Vereins Haushalten seien die Besetzer am frühen Abend mehrmals aufgefordert worden, das Gebäude zu verlassen. Dem seien diese jedoch nicht nachgekommen. Deshalb hat die Polizei eine Zwangsräumung durchgeführt.

Im Haus seien von den Beamten drei Personen überwältigt worden. Zwei weitere Besetzer hatten sich laut Polizei auf dem Dach angekettet. Die Personalien der fünf Aktivisten wurden aufgenommen, zwei von ihnen wurden festgenommen. Gegen fünf der Besetzer wird wegen Hausfriedensbruchs ermittelt.

Während des Einsatzes sei die Polizei in der Gießerstraße von etwa 60 Personen angegriffen worden, heißt es in einer Mitteilung der Kripo. Weigelt sagte, dabei sei niemand verletzt worden. Drei Polizeifahrzeuge wurden jedoch beschädigt. Die Naumburger Straße war seit dem Nachmittag für den Verkehr gesperrt.

Mit der Aktion wollten die Teilnehmer unter anderem gegen steigende Mieten protestieren. Auf einem Flyer der Hausbesetzer heißt es: „Mit der Wiederaufnahme der Gestaltung des Gebäudes wollen wir wieder die Substanz des Hauses als Wohnraum nutzbar machen und andererseits somit die Möglichkeit für unkommerzielle, selbstverwaltete Projektflächen schaffen.“ Durch die Besetzung wollen sie eine Plattform schaffen, die von möglichst vielen Menschen mitgestaltet werden soll.

rob/knofe/chl/dpa

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