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Lokales Biergartenfest zum 120. Geburtstag der Gosenschenke
Leipzig Lokales Biergartenfest zum 120. Geburtstag der Gosenschenke
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15:01 05.07.2019
Mit einem großen Biergartenfest wird am Sonnabend das 120-jährige Bestehen der Leipziger Gosenschenke „Ohne Bedenken“ gefeiert.
Mit einem großen Biergartenfest wird am Sonnabend das 120-jährige Bestehen der Leipziger Gosenschenke „Ohne Bedenken“ gefeiert. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Bierisches Jubiläum: Die Gosenschenke „Ohne Bedenken“ in Gohlis wird 120 Jahre alt. Aus diesem Anlass steigt am Sonnabend, 6. Juli, ein großes Biergartenfest mit Livemusik. Erwartet wird auch der frühere Wirt Lothar Goldhahn, der das Lokal 1986 im Stil der Zwanziger Jahre wiedereröffnete – den Biergarten ein Jahr später. Der „Goseveteran“ erzählt Anekdoten aus der damaligen DDR-Zeit. Goldhahn ließ die Gose in Berlin brauen, im VEB Getränkekombinat Berlin, auf der Basis alter Rezepturen.

Leute und Momente aus der Gohliser Kultkneipe

 Um 1900 war die Blütezeit der Gose und der Gosenschenken. Es handelt sich um ein leicht säuerliches, obergäriges Bier, das erstmals in Goslar (Harz) gebraut und 1738 nach Leipzig geliefert wurde. Ab 1824 wurde es in Leipzig gebraut. 1899 eröffnete die Wirtsfamilie Cajeri in der Hauptstraße 38, heute Menckestraße 5, eine Gosenschenke, die den Namen „Ohne Bedenken“ erhielt. Er geht auf Kellner Karl Schmidt zurück. Dieser antwortete immer auf die Frage „Kann man das Gesöff Gose auch trinken?“ mit dem Satz „Ohne Bedenken“. Im Dezember 1943 wurde die Gosenschenke „Ohne Bedenken“ durch eine Brandbombe zum Großteil zerstört. Sie wurde wiederaufgebaut, musste aber 1958 wie fast alle Gosenschenken schließen. Danach hielt die Nationale Front Einzug im Haus.

Heute ist die Kultkneipe laut Historiker Bernd Weinkauf weltweit die einzige historische Gosenschenke, die im Original noch existiert. Auf der Speisekarte stehen noch immer traditionelle Gerichte aus der Cajeri-Zeit, wie Gosehäppchen oder Gosebraten. Seit Juli 2017 wird in einem ehemaligen Lagerraum im Biergarten auch in kleinen Mengen selbst gebraut –die „Edelgose“. Seit 2012 ist Jens Gröger der Gosewirt. Er folgte auf das verstorbene Unikum Hartmut Hennebach. Der wiederum hatte das Lokal 1990 von Lothar Goldhahn übernommen.

Von Kerstin Decker