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Lokales Bioladen „Macis“ kehrt nach Insolvenz und Umbau zurück
Leipzig Lokales Bioladen „Macis“ kehrt nach Insolvenz und Umbau zurück
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10:30 13.03.2019
Olaf Herzig (links) ist Geschäftsführer und zugleich mit Max-Henry Müller (rechts) auch der Mann am Herd.
Leipzig

Monatelang hat die Kundschaft darauf gewartet: Das „Macis“ in der Markgrafenstraße macht am Donnerstag, 14. März, wieder auf. Das kombinierte Unternehmen aus Bio-Supermarkt, Bio-Restaurant und Bio-Café war im Sommer 2018 in die Insolvenz gerutscht. „Es bestand damals die Möglichkeit, den Supermarkt weiterzuführen und nur das Restaurant zu schließen. Aber das gab einen Aufschrei unserer Stammgäste“, schmunzelt Olaf Herzig, der schon 2009 als einer von zwei Gesellschaftern das alte „Macis“ miteröffnet hat und der jetzt zusammen mit seiner Frau Sabine den Neustart wagt.

Marktleiter Mario Beyer ist zuständig für den Bio-Supermarkt. Quelle: André Kempner

Unter den Stammgästen fanden sich neue Investoren, sodass es möglich wurde, die angesagte Bio-Location in der City gründlich umzubauen und in alter Größe von 900 Quadratmetern weiterzuführen. Ohne alte Fehler zu wiederholen: „Im Supermarkt beschränken wir uns jetzt auf Lebensmittel. Keine Kosmetika und keine Drogerieartikel mehr“, erklärt Herzig. Die Bäckerei wurde aus dem Keller ins Erdgeschoss geholt und als „gläserne Bäckerei“ angelegt.

Blick in die „gläserne Bäckerei“. Quelle: André Kempner

Der Supermarkt geht in eine kleine Markthalle mit Frischetheke im Stil der 1920er-Jahre über, wo sich die Gäste an Bistrotischen zum Imbiss niederlassen können – sei es zum Frühstück, Mittagessen, Kaffeetrinken oder Abendessen. Historische Stilelemente wurden beim Umbau wieder freigelegt und Deckenmalereien vervollständigt.

Im Restaurant sorgt eine neu eingezogene Empore für mehr Gemütlichkeit. Der Blick fällt auf einen Kronleuchter, der aus einem Casino in Nizza stammt. Darunter erstreckt sich ein langer Holztisch, an dem die Gäste gemeinsam genießen können. Olaf Herzig ist Chef in der Küche, ihm zur Seite steht der junge Spitzenkoch Max-Henry Müller (32), ehemals tätig im Herrenhaus Möckern und im Château 9. Beide sind sich darin einig, dass sie keine Fertigprodukte verwenden werden, sondern alles handwerklich selbst herstellen – von täglich frischer Pasta bis zu Brathering und Sülze. Diese Produkte gibt es dann auch im Supermarkt oder in der Markthalle zu kaufen. Ansonsten arbeiten die beiden, wenn möglich, mit Erzeugern aus der Region zusammen, von Leipzig über Halle bis Dresden.

Die Bio-Landschaft hat sich in den vergangenen zehn Jahren sehr verändert, ist viel breiter akzeptiert und bis in jeden Discounter vorgedrungen. Das „Macis“ sieht seine Stärke in der hohen Qualität der handwerklichen Produktion. Derzeit hat das Unternehmen 50 Mitarbeiter, die aber auf Dauer nicht reichen werden. „Macis“ ist übrigens das lateinische Wort für „Muskatblüte“.

Öffnungszeiten ab Donnerstag: Bäckerei 7 bis 20 Uhr, Supermarkt 8 bis 20 Uhr, Restaurant 11 bis 14.30 und 17.30 bis 22.30 Uhr, jeweils Montag bis Samstag

Von Kerstin Decker

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