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Lokales Bordansagen auch auf Sächsisch
Leipzig Lokales Bordansagen auch auf Sächsisch
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13:25 04.12.2017
Zur Frühjahrsmesse 1968 bedient die Fluglinie Balair (Schweiz) Leipzig-Schkeuditz mit der Fokker F-27 „Friendship“. Die Messegäste werden hier auf dem Vorfeld empfangen. Quelle: Bundesarchiv
Leipzig

Jenseits aller Erwartungen bewegten sich die Ausstellerzahlen bei der vom Obersten Chef der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) befohlenen ersten Nachkriegsmesse im Mai 1946. 2770 deutsche Aussteller nahmen teil. Besucher aus Dänemark, Österreich, Frankreich, den Niederlanden oder den USA – insgesamt aus zwölf Nationen – waren gekommen. Um mehr Messegäste aus Übersee zu gewinnen, nutzte das Leipziger Messeamt 1948 zur Herbstmesse auch die Dienste des Rhein-Main-Flughafens in Frankfurt. 1949 gab es dann den Antrag, „Flugzeuge mit ausländischen Einkäufern“ wieder am Flughafen in Leipzig empfangen zu dürfen. Unverzüglich folgte die SMAD-Antwort mit der Anordnung, bis zum 20. August 1949 alle Vorbereitungen für einen zunächst als Messesonderdienst begrenzten Flugbetrieb am Flughafen Leipzig/Mockau abzuschließen. Leipzig hatte die Kosten für die Instandsetzung von rund 70 000 DM selbst zu tragen.

Ein Verkehrsflugzeug der Swissair Fokker F 28 „Fellowship“ auf dem Vorfeld des Messeflughafens Leipzig-Schkeuditz um 1970. Quelle: Archiv Flughafen Leipzig/Halle

Den Flugbetrieb wickelten die sowjetischen Besatzungsbehörden in eigener Regie ab, nutzten aber auch deutsches Personal und gestatteten der tschechoslowakischen Fluggesellschaft die Einrichtung einer Repräsentanz in Leipzig/Mockau. Den Messeflug zur Leipziger Herbstmesse eröffnete am 29. August 1949 die tschechoslowakische Fluggesellschaft CSA mit einer DC-3. Es war die erste Nachkriegslandung eines zivilen Verkehrsflugzeuges in Mockau. Sie brachte Luftpost aus Berlin. Am 5. September beförderte die CSA dann die ersten Messegäste nach Mockau.

Leipzig/Mockau im Aufwind

Eine erste Ordnung für den Flugbetrieb auf dem Messe-Flughafen Leipzig/Mockau wurde 1950 erlassen. Zur Frühjahrsmesse in dem Jahr wurden in Mockau insgesamt 43 Flugbewegungen, 512 Fluggäste und 12 000 Kilogramm Fracht abgefertigt. Mockau befand sich im Aufwind, der bis 1963 anhalten sollte: Zur Leipziger Herbstmesse 1956 wurde Berlin-Schönefeld von der im Mai 1954 unter dem Namen „Deutsche Lufthansa“ in der DDR gegründete Zivilluftfahrtgesellschaft DLH mit der Iljuschin Il-14P täglich viermal angeflogen.

Eine Boeing 727 der „Condor“ landet am 3. September 1972 auf dem Flughafen Leipzig in Schkeuditz. Quelle: Archiv GBSL

Zur Leipziger Frühjahrsmesse 1961 bedienten Balair, KLM, Sabena, Malev, DLH und Interflug Leipzig/Mockau. Insgesamt wurden 8700 Passagiere abgefertigt. Die DLH startete 134 Flüge von Leipzig, 30 Flüge vollzog die KLM mit der Convair CV-440. Die Interflug, 1958 als zweite DDR-Fluggesellschaft gegründet, bediente Belgrad und Prag sowie die DLH Tirana. Es bestanden Direktverbindungen zu zehn Hauptstädten in Europa, und unter Einbeziehung von Berlin-Schönefeld wurden 17 europäische Hauptstädte bedient, darunter Bukarest, London, Moskau, Paris, Sofia und Warschau.

Schkeuditz wird Messe-Flughafen

1963 ordnet das Verkehrsministerium der DDR den Umzug nach Schkeuditz an, weil Mockau für größere Flugzeuge nicht erweiterungsfähig ist. Die in Schkeuditz 1957/58 errichtete neue Start- und Landebahn mit Rollbahnen und einem neuen Vorfeld gab den Ausschlag für die Verlegung, zunächst des Messeflugverkehrs, an diesen Platz. Wegen der steigenden Anzahl der abzufertigenden Passagiere und die zunehmende Menge an Fracht während der Messen entschieden 1966 Messeamt, Interflug und Behörden, ein neues Gebäude zu errichten, welches außerhalb des Messeflugverkehrs als Autobahnraststätte an der A 14 diente. Mit einer Kapazität für 15 000 Passagiere pro Messe wurde das Gebäude 1968 in Betrieb genommen.

Der Messeflughafen Leipzig-Schkeuditz um 1964. Hier die Landseite mit dem Abfertigungsgebäude Quelle: Archiv GBSL

Am 3. September 1972 überwindet die „Condor“ als erste bundesdeutsche Fluggesellschaft die Mauer und landet auf dem Flughafen in Schkeuditz. Die Boeing 727 der „Condor“ muss von Frankfurt/Main die Strecke über Prag und Dresden nach Leipzig fliegen – doppelt so lange wie auf dem direkten Weg. Dem historischen Ereignis angemessen, setzte „Condor“ eine gebürtige Leipzigerin als eine Stewardess ein. So konnten den Fluggästen die Bordansagen auf Deutsch, Englisch und Sächsisch geboten werden. Sicherlich ein unvergessenes Erlebnis.

* Hans-Dieter Tack, 1940 in Schkeuditz geboren, lebte bis 1986 in der Region. Der Flugzeugschlosser und Diplom-Ingenieur für Maschinenbau war 17 Jahre in Schkeuditz tätig. Als profunder Kenner der Luftfahrtgeschichte arbeitete er an mehreren Publikationen mit. Er ist Vizechef der Gesellschaft zur Bewahrung von Stätten deutscher Luftfahrtgeschichte.

Von Hans-Dieter Tack* und Roland Heinrich

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