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Lokales Büroriese und weitere Ausbaupläne: DHL schafft Hunderte neue Jobs
Leipzig Lokales Büroriese und weitere Ausbaupläne: DHL schafft Hunderte neue Jobs
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06:02 11.04.2019
So sehen die aktuellen Ausbaupläne für den Flughafen Leipzig/Halle aus. Das Planfeststellungsverfahren für die Vorfelderweiterung (2) ist aber noch nicht gestartet. Quelle: Grafik: Patrick Moye
Leipzig

Für das Büroensemble sind auf einer zwei Hektar großen Fläche vier Gebäude vorgesehen. Die Fläche befindet sich im Schkeuditzer Gewerbegebiet „Freirodaer Weg“ – also unmittelbar nördlich der Bundesstraße 6. In der Endausbaustufe könnten dort „700 Arbeitsplätze für den administrativen Bereich“ entstehen, teilte Martin Inden vom DHL-Immobilienmanagement mit.

Fertigstellung für Ende 2020 angestrebt

Das Projekt laufe unabhängig von den Ausbauplänen innerhalb des Airport-Geländes. Bei den Büro-Jobs gehe es beispielsweise um das Regional-Management der Frachttransporte oder um Zoll-Angelegenheiten. Etwa 200 Mitarbeiter von anderen Objekten könnten in den Neubau wechseln. „Die weit höhere Zahl an diesem Standort wären aber Neueinstellungen.“ Die Fertigstellung der Bürogebäude sei für Ende 2020 angestrebt.

Minister Dulig will sich für Lärmschutz starkmachen

Der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) will im anstehenden Planergänzungsverfahren zum Ausbau des Leipziger Flughafens auf mehr Lärmschutz dringen. Für ihn seien natürlich auch Belange des Umwelt- und Lärmschutzes sehr wichtig, sagte Dulig der LVZ. „Dementsprechend wird das Ministerium als Träger öffentlicher Belange im Verwaltungsverfahren erwägen, ob etwa eine verbindliche Festlegung zum Flugverfahren der kurzen Südabkurvung einschließlich Tonnagebeschränkung entsprechend des ursprünglichen Planfeststellungsbeschlusses anzuregen ist.“ Wenn die Landesdirektion als Planfeststellungsbehörde bei der Güterabwägung zur gleichen Einschätzung gelange, „könnte sie aufgrund der Gesetzeslage entsprechende Regelungen treffen“, erklärte Dulig. Die Einhaltung der Lärmschutzauflagen würde dann das Ministerium als Luftverkehrsbehörde überwachen. „Leider ist es noch nicht zu der von mir gewünschten Einsetzung eines Fluglärmbeauftragten gekommen“, so Dulig. „Dennoch wollen wir auf diese wichtige Stelle nicht verzichten und prüfen daher Möglichkeiten in unserem Haus, damit wir bald, wie in anderen Bundesländern üblich, über das Ministerium einen solchen Beauftragten initiieren können.“

Die hiesige Fluglärmkommission hat in ihrer jüngsten Sitzung eine Empfehlung zu neuen Anflugverfahren beschlossen. Wie der neue Vorsitzende und Rackwitzer Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) mitteilte, wich die Kommission dabei von Vorschlägen der Deutschen Flugsicherung (DFS) ab. Sie empfahl „eine vierte Variante, bei der ein Segment des Flugverfahrens weiter Richtung Süden, über die Autobahn 38 verschoben wurde. Gegenüber den anderen Varianten können so nächtliche Überflüge über das Stadtgebiet von Leipzig reduziert werden.“ Das neue Verfahren solle ab dem 30. Januar 2020 gelten.

Kurzer Fußweg zum Schkeuditzer S-Bahnhof

Einen städtebaulichen Vertrag zu dem Großvorhaben hat der Technische Ausschuss des Schkeuditzer Stadtrates jüngst genehmigt, erklärte Oberbürgermeister Rayk Bergner (CDU). Am Mittwochabend sollte das Vorhaben auch Thema in einer Stadtratssitzung sein. Schließlich muss die Kommune nun einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für den Büroriesen erstellen. Bergner hofft sogar längerfristig auf bis zu 1000 Arbeitsplätze an dem neuen Standort. Der wäre durch den nahe gelegenen S-Bahnhof Schkeuditz nach einem kurzen Fußweg gut erreichbar.

Vertrag mit Leipziger Stadtbau AG geschlossen

Die Bürogebäude für den Nutzer DHL errichten wird die Leipziger Stadtbau AG. Sie ist daher auch der Vertragspartner für die Stadt Schkeuditz und finanziert sämtliche Planungsleistungen. „Die technischen Prüfungen stehen noch am Anfang. Wir sind optimistisch, dass alles klappt“, so Stadtbau-Vorstand Hannes Koefer.

Vorfelderweiterung und Rollwege für 210 Millionen Euro

Auch innerhalb des Airports wird der Ausbau vorangetrieben. So teilte Markus Otto, Chef der DHL-Frachtairline EAT mit Sitz in Leipzig, bei einer Ortschaftsratssitzung am Dienstagabend in Lindenthal mit, dass die Vorbereitungen zur Erweiterung des Vorfelds am DHL-Hub um 67 Hektar laufen. „Im dritten Quartal 2019“ würden die Anträge zur entsprechenden Ergänzung des Planfeststellungsbeschlusses bei der sächsischen Landesdirektion eingereicht. Bislang können an den DHL-Sortierzentren etwa 60 Flugzeuge parken. Geplant sind 36 zusätzliche Stellplätze, hatte Otto im letzten Herbst angekündigt. Zur Bewältigung des steigenden Frachtaufkommens werden auch zusätzliche Rollwege durch den Flughafen gebaut, bestätigte Airportsprecher Uwe Schuhart. Gesamtinvestition: etwa 210 Millionen Euro.

Arbeiten für neues Container-Terminal starten

Weitere Vorhaben des Flughafens sind unter anderem der Bau eines Kleinflugzeug-Hangar zur Wartung von Privatfliegern sowie Chartermaschinen – unweit vom Zentralterminal für die Passagiere. In Kürze beginnen die Arbeiten für ein Container-Terminal, das schon 2019 seinen Betrieb nahe des Frachtbahnhofs aufnehmen soll, so Schuhart. „Außerdem schaffen wir binnen eines Jahres einen besonders geschützten Parkplatz für 55 Lkw mit sehr hochwertigen Waren.“ Dieses Secure Parking solle Diebstähle durch sogenannte Planenschlitzer erschweren.

Doch keine Autobahnraststätte bei Freiroda

Abgeblasen wurde hingegen der Bau einer Autobahnraststätte an der A14 bei Freiroda. Grund: Der Schkeuditzer Stadtrat lehnte dieses Vorhaben des Investors Tank & Rast ab. „Auf der Fläche wurden bisher aber nur archäologische Untersuchungen durchgeführt. Sie wären früher oder später ohnehin notwendig geworden“, sagte Oberbürgermeister Bergner.

Zurzeit 350 000 Fracht-Sendungen pro Nacht

Des weiteren laufen auf dem Flughafen-Areal Planverfahren für verschiedene Gewerbeflächen. Wie berichtet, ist neben dem Zentralterminal ein spektakulärer Neubau namens Apollo XI im Gespräch. Laut EAT-Geschäftsführer Otto will DHL in diesem Jahr den Bau eines Flugsimulators für 25 Millionen Euro starten – dieser dient zur Schulung der Piloten. Zurzeit werden am Standort pro Nacht 350 000 Sendungen durch DHL umgeschlagen. Fachleute rechnen mit einer jährlichen Steigerung um fünf bis sechs Prozent.

Von Jens Rometsch

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