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Lokales CDU-Politikerin Kudla findet eine Million Euro für 100. Katholikentag in Leipzig angemessen
Leipzig Lokales CDU-Politikerin Kudla findet eine Million Euro für 100. Katholikentag in Leipzig angemessen
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15:24 11.07.2014
Leipzig wird Gastgeber des 100. Katholikentags 2016 - die Propsteikirche am Ring soll dann auch fertig sein. Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

Dafür hoffen die Organisatoren auf eine ordentliche Finanzspritze: Eine Million Euro ist im Gespräch.

Am kommenden Mittwoch berät der Stadtrat über den Vorschlag des Zentralkomitees. Schon jetzt regt sich Kritik gegen die eine Million Euro aus dem Stadtsäckel: „Nicht zu verantworten“, sagt die Grünen-Fraktion in einem Änderungsantrag und verweist auf die angespannte Haushaltslage. Sie halten eine Summe von 300.000 Euro für vertretbar.

Bettina Kudla, Bundestagsabgeordnete der CDU. Quelle: André Kempner

Bettina Kudla, Leipziger CDU-Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Trägerverein für den Kirchentag, betont dagegen, Leipzig könne sich freuen, dass der Kirchentag kommt. „Andere Großstädte hätten sicherlich auch gern den Zuschlag erhalten“, so die Politikerin am Freitag. Sie forderte ein klares Votum des Stadtrats zur finanziellen Unterstützung.

Der Anteil der katholischen Kirche habe sich im Vergleich zur Veranstaltung 2012 in Mannheim von einer Million Euro auf 2,1 Millionen Euro mehr als verdoppelt, so Kudla weiter. Die Kommune in Baden-Württemberg trug damals 1,5 Millionen Euro zum Kirchentags-Budget bei. Kudla forderte außerdem auf, den Katholikentag nicht auf die „Umwegrentabilität der Teilnehmer" zu reduzieren: „Gerade in der Stadt der Friedlichen Revolution ist es gut, christliche Themen wieder in den Vordergrund zu rücken.“

Image-Gewinn und Höhepunkt

Die Million Euro aus Leipzigs Haushalt soll in die Planung und Abwicklung des 100. Katholikentags fließen. Städtische Kosten wie die Miete für Veranstaltungsorte oder Gebühren soll die Kommune im Gegenzug den Veranstaltern in Rechnung stellen. Vor allem heißt es aber von den Organisatoren zur Begründung: Die Stadt profitiere doppelt und dreifach von der Veranstaltung.

Image-Gewinn, touristische Wertsteigerung und ein inhaltlicher Höhepunkt für die Bürger der Stadt sei nur die eine Seite. Die Million sei auch direkt refinanzierbar, das zeigten Erfahrungen aus anderen Städten: Ein Katholikentag-Büro wird eingerichtet, Mieten für öffentliche Räume werden fällig. Hotels profitierten genauso von dem Großereignis wie örtliche Künstler und mitwirkende Kulturgruppen, die zum Katholikentag eingeladen werden. Auch die örtlichen Dienstleister sollen ein Stück vom Kuchen abbekommen.

„Diaspora-Situation“ in Leipzig

Insgesamt wird ein Budget von 9,9 Millionen Euro angesetzt: Der Bund steuert für den Jubiläums-Kirchentag 500.000 Euro bei, der Freistaat unterstützt die Veranstaltung mit drei Millionen Euro. Zu den 2,1 Millionen der katholischen Kirche kommen Eigenmittel, die aus Fundraising, Kollekten, Teilnehmergebühren und ähnlichem fließen sollen – noch einmal 3,3 Millionen Euro.  

In Leipzig leben weniger als 5 Prozent Katholiken. Diese "Diaspora-Situation" in der Stadt sei eine Herausforderung, erklärten die Veranstalter mit Blick auf die Wahl der Messestadt als Gastgeber. Die Lage passe aber zum Ziel künftiger Kirchentage, stärker den Dialog mit evangelischen Christen und Konfessionslosen zu suchen. Leipzig rücke aber auch wegen des repräsentativen Neubaus einer katholischen Kirche ins Blickfeld deutscher Katholiken.

Leipzig. Jubiläumsstadt Leipzig: Der 100. Deutsche Katholikentag ist vom 25. bis 29. Mai 2016 zu Gast in der Messestadt. Am Freitag stellt das Zentralkomitee der deutschen Katholiken das Programm für die Veranstaltung mit internationaler Strahlkraft vor. Dafür hoffen die Organisatoren auf eine ordentliche Finanzspritze: Eine Million Euro ist im Gespräch. Schon jetzt regt sich Kritik.

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