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Lokales Cannabis-Shop eröffnet in Leipzig
Leipzig Lokales Cannabis-Shop eröffnet in Leipzig
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08:47 13.04.2019
Tür an Tür mit Konditorei und Kebabhaus in der Jahnallee: Mit seinem Greentime CBD-Store eröffnet Johannes Eberl (28) den ersten Cannabis-Shop in Sachsen. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Klein und unscheinbar mutet der Laden von Johannes Eberl an. Doch was in den vier Wänden die wabenförmigen Regale ziert, ist zumindest eine kleine Sensation. Seit Freitag verkauft der gebürtige Köthener im „Greentime CBD-Store“ offiziell Cannabis und ist damit der erste in ganz Sachsen. Ob einem Entspannungsöl oder dem Beruhigungsmittel für das Haustier beigemischt – Kunden dürfen aus bis zu 70 verschiedenen Produkten wählen.

Schmerzen lindern statt berauschen

Quelle: Hübsch aufgereiht verkauft Eberl die Blüten auch in Reinform. Foto: André Kempner

„Ich weiß, dass ich mit meiner Idee mitten in das Herz einer polarisierenden Debatte treffe“, sagt der 28-Jährige. Und genau das will er. Eberl ist Sportler. Kämpft seit Jahren in der Judo-Bundesliga. Um das hohe Trainingspensum zu verkraften und seine Regenerationsphasen zu optimieren, nutzt er die Pflanze selbst schon lange. Er glaubt an die therapeutische Wirkung des 5000 Jahre alten Gewächses. „Dabei geht es aber nicht um den Rausch“, betont der junge Unternehmer.

Eine Chance für Schmerzpatienten

In der Cannabispflanze stecken zwei Wirkstoffe: Tetrahydrocannabiol (THC) und Canabidiol (CBD). Ersterer verursacht die umstrittene wie populäre psychoaktive Wirkung. Da der vorgeschriebene THC-Gehalt für den Verkauf unter 0,2 Prozent liegen muss, bleibt diese jedoch aus. „Auch wer alle Produkte gleichzeitig konsumiert, wird nicht high.“

Viel wichtiger für ihn ist das therapiewirksame CBD. „Das ist super für chronische Schmerzpatienten.“ Nicht verwunderlich also, dass es vor allem die älteren Leipziger waren, die im Vorfeld großes Interesse bekundet hätten. Zwar ist Cannabis seit zwei Jahren als Medikament zugelassen, allerdings verschreiben Ärzte Marihuana bisher nur an Schwerstkranke. Eberls Ware ist rezeptfrei.

Polizeikontrollen in anderen Shops

Er hofft, mit seinem Shop einen Stein ins Rollen zu bringen. Akzeptanz zu schaffen. Weiß aber auch, dass er mit Gegenwind rechnen muss. „Ich weiß von Stores in Berlin oder Braunschweig, wo die Polizei regelmäßig zu Gast ist.“ Zu befürchten habe er dennoch nichts. Der Markt sei nicht reguliert. Es gäbe weder ein Verbot noch eine Erlaubnis für den Verkauf.

Von Lisa Schliep

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