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Lokales Chance auf Winterspiele in Mitteldeutschland? -Leipziger Olympia-Manager ist skeptisch
Leipzig Lokales Chance auf Winterspiele in Mitteldeutschland? -Leipziger Olympia-Manager ist skeptisch
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14:25 19.11.2019
Dirk Thärichen, ehemaliger Leipziger Olympia-Manager und heutiger Chef der Konsumgenossenschaft. Quelle: kempner
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Leipzig

Olympische Winterspiele in Sachsen, Thüringen und Bayern – ist das eine realistische Vorstellung für das Jahr 2030? Eine privatwirtschaftliche Initiative glaubt fest daran und hat jetzt erste Vorstellungen dazu veröffentlicht. Dirk Thärichen (50) blickt interessiert auf diese Entwicklung. Er hat als Olympia-Manager die Leipziger Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele für 2012 organisiert. Wie schätzt Thärichen, heute Chef der Konsum-Genossenschaft Leipzig ist, die Initiative ein und wie die Chancen beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC)?

„Es ist schwer, das IOC zu überzeugen“

Grundsätzlich sei der Gedanke an eine Olympia-Bewerbung immer eine gute Idee. Wenn es klappt, dann bringen Olympische Spiele einer Region immer tolle Stimmung und tolle Atmosphäre, sagt Thärichen. „Wir haben aber 2003 mitbekommen, wie schwer es ist, das IOC zu überzeugen“, so der ehemalige Leipziger Olympia-Manager. Das vorliegende Konzept ist aus seiner Sicht breit angelegt – und nicht zu sehr auf Gigantismus. „Ich weiß nicht, ob solche innovativen Konzepte dort heute Gehör finden.“

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Vorstellung des offiziellen Logos im Jahr 2002 zur Olympia-Bewerbung der Stadt Leipzig für 2012 (v.l.n.r.): der damalige Ministerpräsident Georg Milbradt mit Olympia-GmbH-Chef Dirk Thärichen und OBM Wolfgang Tiefensee. Quelle: Klaus-Dieter Gloger

„Wir wollten das Lillehammer des Sommers werden“

Das ist laut Thärichen ohnehin eine der Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung: „Die Stimmung im IOC herauszufinden – also ob man dort offen ist für eine deutsche Bewerbung. Wir wollten damals in Leipzig das Lillehammer des Sommers werden; das IOC wollte aber in die Mega-Cities. Das hat nicht zusammengepasst.“

„Menschen mitnehmen und Begeisterung wecken“

Mit Blick auf eine andere Voraussetzung ist Thärichen optimistischer gestimmt: „Das Wichtigste ist es, die Menschen mitzunehmen und Begeisterung in der Bevölkerung zu wecken. Da habe ich in Sachsen und Thüringen eher ein gutes Gefühl, dass die Menschen das als Chance sehen – anders als etwa in München oder Hamburg.“ Leipzig habe bei seiner Olympia-Bewerbung seinerzeit auf eine breite Zustimmung in der Region setzen können – auch aus Dresden, Chemnitz und Thüringen sowie durch prominente Förderer wie Katarina Witt oder Jens Weißflog.

„Bundesweite Lobby hat gefehlt“

Woran es allerdings schon damals fehlte, sei eine größere, bundesweite Lobby gewesen. „Die war nicht vorhanden, da wurden uns eher Steine in den Weg gelegt“, konstatiert Thärichen. „Auch die Unterstützung durch die Bundesregierung war sehr zögerlich; unter anderem fehlten staatliche Garantien.“ Die Kollegen aus Hamburg hätten damit allerdings ebenfalls Probleme gehabt. Für einen breiten, bundesweiten Rückhalt brauche es auch eine Koordination der verschiedenen Projekte – von den Sommerspiel-Initiativen in Nordrhein-Westfalen und Berlin bis zur jetzigen Aktivität für Winterspiele in Sachsen, Thüringen und Bayern. „Es sollte sich hinterher keine Region als Verlierer fühlen.“

„Interessanter und nachhaltiger Ansatz“

Die Voraussetzungen und die nötigen Investitionen für Olympia 2030 in Mitteldeutschland und Bayern würden sich – etwa im Vergleich zur damaligen Leipziger Bewerbung – deutlich anders darstellen. „In Leipzig haben wir Olympia auch als Konjunkturprogramm gesehen – mit vielen neuen Anlagen, die natürlich für eine spätere Nutzung vorgesehen waren“, sagt Thärichen. Die jetzige Initiative setze eher darauf, bestehende Sportstätten zu nutzen. „Das ist ein interessanter und nachhaltiger Ansatz. Aber man erschließt damit natürlich keinen neuen Markt – wie bei den nächsten Olympischen Winterspielen 2022 in Peking.“

Von Björn Meine

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