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Lokales „Codex Sinaiticus“ in Leipzig: Ausstellung zeigt 1800 Jahre altes Bibelmanuskript
Leipzig Lokales „Codex Sinaiticus“ in Leipzig: Ausstellung zeigt 1800 Jahre altes Bibelmanuskript
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12:49 15.02.2011
Restauratorin Ute Feller und der "Codex Sinaiticus" (Archivfoto)
Restauratorin Ute Feller und der "Codex Sinaiticus" (Archivfoto) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Das Bibelmanuskript ist das älteste mit einem vollständigen Text des Neuen Testaments und wurde 1844 vom Theologen Konstantin von Tischendorf im Katharinenkloster am Berg Sinai (Ägypten) entdeckt. 

Die begleitende Ausstellung „Tischendorf auf der Suche nach der ältesten Bibel“, konzipiert vom Lehrstuhl für Byzantinische und Neugriechische Philologie, berichtet über die abenteuerliche Suche des deutschen Schriftgelehrten nach einer altgriechischen Ausgabe des Neuen Testaments und die Zusammenarbeit von Universität Leipzig, British Library London und Russischer Nationalbibliothek St. Petersburg bei dessen Entschlüsselung und Konservierung. 

 Leipzig. Die Leipziger Universitätsbibliothek präsentiert ab kommenden Freitag eines ihrer wertvollsten Originaldokumente der Öffentlichkeit. In der Bibliotheca Albertina sind bis zum 29. Mai Teile des „Codex Sinaiticus“ aus dem 3. Jahrhundert zu sehen. Das Bibelmanuskript ist das ältestes mit einem vollständigem Text des Neuen Testaments und wurde 1844 am Berg Sinai entdeckt.

Der Entdecker Konstantin von Tischendorf wurde im Vogtland geboren und studierte in Leipzig Theologie und Philologie. Nach seiner Habilitation bereiste er neben vielen europäischen Ländern auch den Nahen Osten. Einem Bericht über Bibelschriften im Kloster St. Katharinen am Fuß des Sinai-Gebirges in Ägypten folgend, entdeckte von Tischendorf im Mai 1844 im Kloster 129 altgriechisch beschriebene Pergamentblätter, die eine Übersetzung des Alten Testaments beinhalteten.

Insgesamt 43 der Blätter durfte der Theologe mit nach Sachsen nehmen und übergab sie hier der Leipziger Universitätsbibliothek, wo sie noch heute lagern. Zu Ehren seines Gönners König Friedrich August von Sachsen benannte von Tischendorf die Fragmente des Textes „Codex Friderico Augustanus“. Als der Theologe 1859 im Auftrag des russischen Zaren Alexander II. noch einmal ins Kloster reiste, erhielt er vom Verwalter eine komplette Fassung der griechischen Bibelübersetzung – heute als „Codex Sinaiticus“ bekannt.

In Zusammenarbeit mit der Russischen Nationalbibliothek und der British Library gelang der Universitätsbibliothek eine komplette Digitalisierung des „Codex Sinaiticus“. Seit 2009 sind die Dokumente auch im Internet verfügbar.

Die Ausstellung „Tischendorf auf der Suche nach der ältesten Bibel“ in der Bibliotheca Albertina ist vom 18. Februar bis 29. Mai täglich von 10 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Begleitend zur Schau sind Vorträge und Lesungen zum Thema geplant. So stellt beispielsweise Jürgen Gottschlich am 2. März sein Buch „Der Bibeljäger“ vor und wird Alexander Schick am 17. Mai einen Diavortrag über den „Bibelschatz aus dem Katharinenkloster im Sina“ halten.

Internet: www.ub.uni-leipzig.de

mpu