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Lokales Connewitzer Pfarrer: „Wer ,All cops are bastards’ ruft – der engagiert sich nicht“
Leipzig Lokales Connewitzer Pfarrer: „Wer ,All cops are bastards’ ruft – der engagiert sich nicht“
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17:56 03.01.2020
Die Paul-Gerhardt-Kirche in Connewitz. Quelle: André Kempner
Leipzig

Christoph Reichl ist entsetzt: „Das ist eine erschreckende Entwicklung“, sagt der Pfarrer. Seine bisherige Kirchgemeinde Connewitz-Lößnig ist zum 1. Januar in der „Kirchgemeinde im Leipziger Süden“ aufgegangen. Dazu gehören neben Connewitz-Lößnig auch die Gemeinden Marienbrunn, St. Petri und Bethlehem. Reichl hat aber über die vergangenen Jahre die Entwicklungen in Connewitz begleitet und verfolgt. „Unsere Kirchgemeinde ist eine sehr bunte – das schätze und liebe ich an Connewitz“, sagt der Pfarrer. „Und wir können hier eigentlich alle miteinander reden – auch wenn die Interessen noch so unterschiedlich sind.“

Christoph Reichl. Quelle: André Kempner

„Für das Viertel engagieren“

Wichtig sei es, mit unterschiedlichen Akteuren im Gespräch zu bleiben. Etwa über die Interessengemeinschaft Connewitz (IG). „Wir wollen uns für das Viertel engagieren“, betont Reichl. Wer „All cops are bastards“ rufe, der tue das nicht. Reichl fällt es schwer, ein geistliches Wort zu finden: „Die, die das Treiben verrückt machen – und das ist definitiv nicht die Polizei – sind nicht erreichbar. Wo könnte man denn mit diesen Leuten reden?“ Er halte manche Tweets der Linken-Politikerin Juliane Nagel für unangemessen, sagt Pfarrer Reichl. „Ich glaube aber nicht, dass sich manche Kräfte anders verhalten würden, wenn sie anders agieren würde.“ Die Steuerbarkeit der gewalttätigen Gruppen werde überschätzt.

Ruth Alber. Quelle: André Kempner

„Nur noch destruktiv“

„Gewalt ist überhaupt nicht zu rechtfertigen – egal von welcher politischen Seite sie kommt“, sagt Reichls Connewitzer Pfarrer-Kollegin Ruth Alber, die den Mordversuch an dem Polizisten ebenfalls scharf verurteilt. „Das ist alles ganz furchtbar und nur noch destruktiv.“ Die Kirchgemeinde setze sich im Positiven ein, schaffe rund um die Paul-Gerhard-Kirche zahlreiche Begegnungsmöglichkeiten – zum Beispiel beim jährlichen Straßenfest. In der Kirche könne man friedliche Wege des Miteinanders kennenlernen.

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