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Das Personal fehlt: Leipziger Awo-Heime suchen freiwillige Helfer

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17:00 24.11.2021
Weil das Personal knapp wird, hat die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Leipzig einen Aufruf gestartet und sucht nach ehrenamtlichen Helfenden für ihre Pflegeeinrichtungen.
Weil das Personal knapp wird, hat die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Leipzig einen Aufruf gestartet und sucht nach ehrenamtlichen Helfenden für ihre Pflegeeinrichtungen. Quelle: Arno Burgi (dpa)
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Leipzig

Die Belastungen für das Personal in Alten- und Pflegeheimen sind in der Corona-Krise enorm – auch weil in der Pflegebranche ein erheblicher Personalmangel herrscht. Damit haben auch die Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Leipzig zu kämpfen. In den vergangenen Wochen haben corona- und quarantänebedingte Ausfälle hier stark zugenommen.

In der Belegschaft ist Covid 19 angekommen

 „Es gab bereits einige Corona-Fälle unter unseren Mitarbeitern und auch die klassischen Erkältungskrankheiten sorgen in diesem Jahr wieder für viele Krankheitsfälle“, sagt Andrea Breitenborn, Personalchefin bei der Awo. Der Wohlfahrtsverband betreibt in Leipzig verschiedene Einrichtungen wie Seniorenzentren und Werkstätten für behinderte Menschen. Weil davon ausgegangen werden müsse, dass sich die Personalsituation in den nächsten Wochen eher verschlechtern als entspannen wird, hat die Arbeiterwohlfahrt einen Aufruf gestartet – und hofft nun auf freiwillige Helferinnen und Helfer, die den Verband im Tagesgeschäft unterstützen.

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„Wir suchen helfende Hände, die in unseren Seniorenzentren das Personal unterstützen. Es geht besonders um die Beschäftigung mit den älteren Menschen. Eine Runde ,Mensch ärgere dich nicht‘ oder Karten spielen, ein Gespräch führen, etwas basteln“, erläutert Andrea Breitenborn. Vorkenntnisse oder eine spezielle Ausbildung müssen die Helfenden nicht mitbringen. Wer eine soziale Ader hat und sich gern mit älteren Menschen beschäftigen mag, solle sich melden, so Breitenborn. Einzige Voraussetzung für die Freiwilligen: Sie müssen geimpft sein und sich täglich testen.

Klinikum Görlitz landet großen Erfolg

Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz des Bundes tritt nämlich nicht nur die 3G-Regel am Arbeitsplatz in Kraft. In Alten- und Pflegeheimen sowie Wohnheimen für Menschen mit Behinderungen gilt zudem eine generelle Testpflicht. Beschäftigte wie auch Besucherinnen und Besucher dürfen die Einrichtungen nur mit einem negativem Testergebnis betreten – unabhängig von ihrem Impf- und Genesenenstatus. Für die Durchführung dieser Tests in den Einrichtungen sucht die Awo aktuell händeringend Corona-Tester auf 450-Euro-Basis.

Vorbild für den Helfer-Aufruf war eine erfolgreiche Aktion im Städtischen Klinikum Görlitz im Corona-Winter 2020. Die Zahl der Covid-19-Patienten war dort rasant angestiegen, das Personal an der Grenze der Belastbarkeit angelangt. Die Klinikleitung hatte sich Mitte Dezember mit einem Appell an die Öffentlichkeit gewandt und Corona-Helfer gesucht. Innerhalb kürzester Zeit meldeten sich überwältigend viele hilfsbereite Menschen, um sich bei der Versorgung der Patientinnen und Patienten einzubringen.

„Dass wir jetzt schon handeln, ist auch ein Signal“

„Wir hoffen natürlich, dass wir mit unserem Aufruf auch ein paar Menschen erreichen und uns vielleicht einen kleinen Pool an Unterstützern aufbauen können“, sagt Andrea Breitenborn. Denn auch wenn die Situation in den insgesamt 21 Einrichtungen der Awo noch nicht dramatisch ist: Der Verband geht davon aus, dass sich die Lage weiter zuspitzt. „Dass wir jetzt schon handeln, ist auch ein Signal an unsere Mitarbeiter. Wir wollen etwas tun, um sie zu entlasten“, betont die Personalchefin.

Wer die Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt in Leipzig als Helferin oder Helfer unterstützen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 034205 2014-222 (Mo bis Fr, 9-15 Uhr) oder unter der E-Mail helfer@awo-sachsen-west.de melden.

Von Lilly Günthner