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Das bietet das Waldstraßenviertel für Familien: Gründerzeit, Gewusel und viel Grün

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17:12 07.08.2020
Christoph (34) und Franziska Hißbach (33) mit Sohn Julius (2) lieben das Rosental und besuchen gern den Elefantenspielplatz. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Ziemlich lebhaft geht es am Waldplatz zu. Straßenbahnen und Autos fahren rund um den Platz, Fußgänger und Radfahrer sind unterwegs. Auf den schattigen Bänken rund um den Brunnen mit der Skluptur „Tanzende Figur“, erschaffen vom deutschen Bildhauer Joachim Schmettau im Jahr 1998, lässt sich das Treiben gut beobachten. In Blickweite ist auch das Bistro Tamers, von dem manche sagen, dass es hier den besten Döner der Stadt gibt. Oft ist es proppevoll und das Angebot mit Döner, Dürum, Pizza und Pommes auf jeden Fall familienfreundlich.

Kleine Flaniermeile Waldstraße. Quelle: Christian Modla

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Deutschlands größtes zusammenhängendes Gründerzeitviertel

Wer mehr Ruhe sucht, spaziert einfach die Waldstraße entlang und wagt auch mal Abstecher in die Nebenstraßen. Dabei heißt die Devise: Augen auf und Blick nach oben. Denn in Deutschlands größtem zusammenhängenden Gründerzeitviertel – und einem der größten geschlossen erhaltenen Europas – kann man wunderbar die alten, restaurierten Fassaden bestaunen, zwischen die sich nur ab und zu ein Neubau schiebt.

Die alte Platane auf der Waldstraße. Quelle: Christian Modla

Ein Naturschauspiel der besonderen Art gibt es vor dem Haus Nummer 15: Die große Platane hat beim Wachsen sogar einen Zaun in ihre Rinde eingeschlossen und ist deswegen ein Naturdenkmal.

Lebendige jüdische Kultur

Wer an den Häusern Nummer 8, 23, 59 und 61 der Waldstraße gezielt nach unten schaut, kann mit den „Stolpersteinen“ einen Hinweis auf die jüdische Vergangenheit des Viertels sehen – und auf der Website oder per App mehr über die Biografien und Schicksale jüdischer Familien erfahren, die einst hier wohnten. Das Ariowitsch-Haus in der Hinrichsenstraße hält heute die jüdische Kultur im Viertel lebendig – und bietet darüber hinaus als Familienzentrum regelmäßig verschiedene Kurse und Veranstaltungen, auch für Kinder, an.

Wer sich kreativ betätigen möchte, findet in der Kunstschule Goldfisch garantiert einen passenden Kurs: Ob malen, nähen, töpfern oder zeichnen, hier ist fast alles möglich. Dabei können sich schon die Jüngsten ab drei Jahren künstlerisch ausprobieren. Abends werden auch Kurse für Erwachsene angeboten.

Rennstrecken für die Kleinen auf der „Allee“ und rund um die Arena

Die ideale Übungsstrecke für Laufrad, Roller, Inlineskates und Fahrrad sind die breiten Wege und Flächen rund um die Quarterback Immobilien Arena. Insbesondere der von den Anwohnern liebevoll „Allee“ genannte Weg (parallel zur Friedrich-Ebert-Straße vom Waldplatz bis zum Stadionvorplatz führend), lädt zum Spielen ein und ist ein Treffpunkt für Jung und Alt.

In die Arena können die Waldstraßenviertel-Bewohner zu Konzerten oder Spielen des Handball-Erstligisten SC DHfK bequem laufen. Regelmäßig kommt es dabei aber auch zu Sperrungen und noch größerer Parkplatznot als ohnehin schon, wenn (Zehn-)Tausende Besucher an- und abreisen. Gleiches gilt für die Heimspiele von RB Leipzig in der Red-Bull-Arena. Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie war es in den vergangenen Wochen natürlich ungewohnt ruhig rund um die Arenen.

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Schlange stehen am Softeisladen in der Waldstraße

Eine Institution für Schleckermäuler ist der Softeisladen. Hier trifft sich das Viertel von März bis Oktober und steht gemeinsam Schlange für das leckere Eis aus eigener Herstellung. Das Angebot ist kinderfreundlich: Jeden Tag gibt es nur zwei Sorten zur Auswahl. Für einen schnellen Espresso oder ein ausgiebiges Frühstück an einem kinderfreien Wochenende ist das Café Bacco 36 gleich nebenan die richtige Adresse.

Für ein Eis vom Softeisladen auf der Waldstraße ist fast immer Zeit. Quelle: Christian Modla

An der Ecke Waldstraße/Hinrichsenstraße befindet sich die Boutique Secret Closet. Dort findet man stilvolle und extravagante Mode für Herren und Damen sowie passende Accessoires. Wer hier – zumindest bei der Damenmode – nicht fündig wird, kann sein Glück auch schräg gegenüber auf der anderen Seite der Waldstraße probieren: Bei Butterfly Circus und Glück ist man neben hochwertiger Damenmode auch bei der Suche nach Umstands- und Stillmode gut beraten. Babykleidung sowie Accessoires für die Kleinsten gibt es dort ebenfalls.

Das Viertel trifft sich auf dem „Elefanten-Spielplatz“ im Rosental

Mit frischen Brötchen und Kuchen decken sich die Bewohner gerne bei der alteingesessenen Bäckerei Schultz ein, bevor es mit Kind und Kegel auf den „Elefanten-Spielplatz“ oder zum Giraffen, Nashörner und Zebras Gucken am Zooschaufenster ins Rosental geht.

Tierische Einblicke bietet das Zooschaufenster im Rosental. Quelle: André Kempner

Daran schließt direkt der Auwald an, der für Kinder meistens aufregender ist als ein Spaziergang durch den Park. Denn hier kann man „geheime“ Trampelpfade entdecken, nach Tierspuren suchen, Stöcke sammeln und Buden bauen. Für Hundehalter ist die große Freilauffläche im westlichen Teil des Rosentals ideal, damit sich auch die kleinen und großen Vierbeiner austoben können.

Eine architektonische Schönheit ist auch der Wackelturm im Rosental. Quelle: André Kempner

Wackelturm mit grandioser Aussicht

Für den Sonntagsausflug geht es dann auch schon mal bis zum 20 Meter hohen Aussichtsturm mit grandioser Aussicht über die Stadt, der auch gerne Wackelturm genannt wird. Warum weiß man spätestens, wenn Wind aufkommt. Auf dem Weg zurück kehren durstige Kehlen und hungrige Mäuler im Mückenschlösschen ein. Wenn es die Temperaturen zulassen, sitzen die Eltern gemütlich im Biergarten, während die Kinder den kleinen Spielplatz erkunden. Und hoffen, dass die Mücken, die einst angeblich August den Starken vom Pferd fallen ließen, nur Legende sind.

Von Susanne Reinhardt