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Lokales Das können Besucher bei den Tagen der Industriekultur in Leipzig erleben
Leipzig Lokales Das können Besucher bei den Tagen der Industriekultur in Leipzig erleben
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08:33 21.08.2019
Am Sonnabend wird am Karl-Heine-Denkmal auf den Leipziger Industriepionier angestoßen. Quelle: Armin Kühne
Leipzig

Mit einem Festival in der Schaubühne Lindenfels beginnen am Mittwoch, 21. August, die 7. Tage der Industriekultur in Leipzig. Ab 18 Uhr ist dort unter anderem ein szenisches Rollenspiel mit der Theaterturbine zu erleben, in dem der Industriepionier Karl-Heine dem berühmten Bildhauer und Maler Max Klinger gegenübergestellt wird. Das Ganze kommt natürlich nicht von ungefähr: Schließlich sind die Biografien beider Persönlichkeiten eng mit der Karl-Heine-Straße verbunden. Der Namensgeber dieser Magistrale, an der auch die Schaubühne steht, wurde vor 200 Jahren geboren. Im nächsten Jahr steht dann der 100. Todestag von Klinger bevor.

Gratissekt am Karl-Heine-Denkmal

Die aktuellen Tage der Industriekultur sind freilich ganz dem sächsischen Gutsherrn, promoviertem Rechtsanwalt, Unternehmer und Politiker (DFP) Carl Ernst Erdmann Heine (später nur Karl Heine) gewidmet, der übrigens auch Abgeordneter im Sächsischen Landtag und im Reichstag war. Am 10. Januar 1819 kam er in Leipzig als Sohn eines Braunschweiger Kaufmanns zur Welt. Darauf will der Verein Industriekultur Leipzig nun an diesem Samstag mit allen Interessierten anstoßen – am Karl-Heine-Denkmal (Klingerweg/Käthe-Kollwitz-Straße) gibt es von 10 bis 11 Uhr für alle Gäste einen Gratissekt unter dem Motto „Es lebe Karl Heine!“. Wenn nötig, erhalten die Passanten Informationen zum Jubilar, der den Leipziger Westen unter anderem durch Trockenlegung, Bebauung und das Anlegen von Wasserwegen formte. „Zum Beispiel klären wir die Frage, warum der erste Vorname des Dr. jur. Heine mal mit K und mal mit C geschrieben wird“, teilte der Vereinsvorsitzende und HTWK-Prorektor für Forschung Markus Krabbe mit.

Schau zum Familienmenschen Heine

Auch einige andere der insgesamt 166 Veranstaltungen vom 22. bis 25. August erlauben einen genaueren Blick auf den engagierten Sohn der Stadt Leipzig. So lädt am Donnerstag um 18 Uhr das Sächsische Wirtschaftsarchiv (SWA) zur Vernissage der Ausstellung „Dr. Carl Ernst Erdmann Heine – Das Unmögliche möglich machen!“ in die Plagwitzer Konsum-Zentrale (Industriestraße 95) ein. Geschäftsführerin Veronique Töpel sagte dazu: „Die Ausstellung widmet sich Karl Heine als Visionär und Familienmensch“. Letzteres werde besonders durch Henriette Rossner-Sauerbier, einer noch lebenden Urenkelin, mit einer kleinen Lesung gewürdigt. „Auch Urenkelin Christa Haensel engagiert sich sehr für das Andenken an Karl Heine. Sie sorgte unter anderem für die Wiederherstellung des Leipziger Denkmals.“ Töpel will bei der Ausstellungseröffnung für das Anlegen eines Karl-Heine-Archivs in Leipzig werben. Bisher gebe es nur eine Zusammenstellung von Einzelstücken, aber kein zentrales Archiv. „Über die Zeit ist sehr viel verloren gegangen und Einzelstücke sind bei den Nachkommen außerhalb Leipzigs verteilt“, berichtete die SWA-Geschäftsführerin.

In der IFTEC-Straßenbahnwerkstatt in der Bautzner Straße ist zu den Tagen der Industriekultur ein Schienenschleifwagen aus Bergen zu sehen, der bis 2009 in Leipzig seinen Dienst verrichtete. Quelle: Verein Industriekultur Leipzig

Die Ausstellung zeigt unveröffentlichte Dokumente, eine kleine Ahnengalerie und gibt auch einen Überblick zu Unternehmen, die sich auf Initiative Karl Heines im Leipziger Westen ansiedelten.

iPad-Tour mit besonderen Einblicken

Ebenfalls an der Konsumzentrale liegt der Treffpunkt für einen von der VDI–Garage organisierten Spaziergang durch Plagwitz „Auf den Spuren Karl Heines“. Am 23. August um 16 Uhr starten Konstanze Schellenberger und Anika Schreyer zu dieser Tour – und bieten unterwegs mit digitaler Unterstützung via iPad Einblicke in Vergangenheit und Gegenwart der Viertel, in denen einst zahllose Schornsteine loderten. Anmeldungen dafür sind zwingend erforderlich unter Telefon 0341 919920 oder sekretariat@swa-leipzig.de.

Schaubühne Lindenfels ist Startpunkt für Heine-Tour

„Flanieren auf dem Karl-Heine-Boulevard“ – so ist eine weitere Führung überschrieben, die Markku Weber gleich mehrfach am Wochenende anbietet. Der Steinmetz, klassische Archäologe und Historiker kennt die Karl-Heine-Straße so gut wie kein zweiter. „Unterwegs hören wir von Pferdeställen im Obergeschoss, Absperrventilen für den Suezkanal, einem Ballsaal, der zum Kino wurde, diskutieren die kontroversen Vorstellungen zum Jahrtausendfeld. Spannend ist auch die Geschichte eines der weltgrößten Hersteller für Landmaschinen.“ Treffpunkt ist jeweils vor der Schaubühne Lindenfels – und zwar am Samstag um 9.30 Uhr sowie 12.30 Uhr und am Sonntag um 10.30 Uhr. Die Teilnahme kostet 8 Euro pro Person.

Spezielle Führungen für Kinder

Insgesamt 70 Unternehmen und Institutionen in Leipzig sowie dem Umland öffnen in den nächsten Tagen ihre Tore, um Neugierigen (meist bei Führungen) Einblicke in die gelebte Industriekultur zu ermöglichen. Dabei werden auch acht Themenrouten mit mehreren Stationen angeboten – zum Beispiel zu „Kunst und Architektur“, „Buch und Messestadt“ oder „Museen und Sammler“. In Leipzig sind unter anderem dabei: Amazon, 3D-Metall Theobald, Arena am Panometer, BIC, Deutsches Kleingärtnermuseum, Deutsches Musikarchiv, Gedenkstätte für Zwangsarbeit, Grüner Raum am Kanal, Historisches Stadtbad, Keßler & Co. GmbH, Kugel- und Rollenlagerwerk, Kunstkraftwerk, das Kunststoff-Zentrum (KUZ), die Leesys – Leipzig Electronic Systems GmbH (bietet auch spezielle Führungen für Kinder an), Leipziger Messe, Straßenbahnlinie 14, LVZ-Druckhaus, moritzpress, Museum für Druckkunst, Museumsfeldbahn Lindenau, Oberflächen-& Elektrotechnik Scheigenpflug, Rapidobject GmbH, SBF Spezialleuchten, Schule an der Karl-Heine-Straße, SHB Stahl- und Hartgusswerk Bösdorf GmbH, Stadtgeschichtliches Museum, Stadtteilzentrum Heilandskirche, Straßenbahnmuseum im Betriebshof Wittenberger Straße, Verein Deutsches Museum für Galvanotechnik, Vita 34 AG, Wasser-Stadt-Leipzig, Werk 2 und Westwerk.

Das ganze Programm mit allen Zeiten findet sich unter www.industriekulturtag-leipzig.de.

Von Jens Rometsch

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