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Lokales Das nächste Glockenprojekt – Thomaskirche jetzt auch eingerüstet
Leipzig Lokales Das nächste Glockenprojekt – Thomaskirche jetzt auch eingerüstet
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19:33 05.06.2019
„Gloriosa“ (links) und Hilliger-Glocke, die beiden ältesten Glocken der Thomaskirche, hängen in der unteren von zwei Glockenstuben. Der Zustand der Instrumente aus den Jahren 1477 beziehungsweise 1574 ist recht gut. Weniger optimal sind die Aufhängungen an gekröpften Stahljochen sowie die veraltete Antriebstechnik. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Es scheint, als befänden sich die Gemeinden der beiden Leipziger Stadtkirchen in einem Wettstreit. Erst wurden die Türme der Nikolaikirche eingerüstet, jetzt weist auch die Thomaskirche eine Vorrichtung auf, die es möglich macht, von außen die Glockenstuben zu erreichen. Hintergrund hier wie dort: Beide Gotteshäuser sollen bald noch schöner klingen. St. Nikolai erhält Ende dieses Monats sechs neue Glocken, St. Thomas saniert ab August die Glockenböden und wechselt die suboptimalen Aufhängungen, die marode Antriebstechnik sowie den Glockenstuhl aus Stahl in der oberen Läutekammer aus. Das hohe C, wenngleich noch Zukunftsmusik, soll die Erweiterung des bislang vierstimmigen, recht dumpfen Geläuts auf insgesamt acht Glocken werden. Dann wären Thomas und Nikolai, was die Anzahl der Klangkörper anbelangt, demnächst gleichauf. „Doch das ist Schnee von morgen“, sagt Thomaskirchenpfarrerin Britta Taddiken.

Joche werden ausgetauscht

Im ersten Bauabschnitt bis Ende des Jahres, so Taddiken, gelte es zunächst einmal, in der unteren der beiden Glockenstuben von St. Thomas die recht betagten Instrumente „Gloriosa“ (sie stammt aus dem Jahr 1477 und ist damit Sachsens älteste große Glocke) und die Hilliger-Glocke (aus dem Jahr 1574) von ihren gekröpften Stahljochen zu befreien. Denn diese machen nach Ansicht von Experten einen lebendigen Klang nahezu unmöglich. Außerdem schädige diese Art der Aufhängung die beiden guten Stücke. Die Lösung seien gerade Joche aus Holz, erläutert die Pfarrerin.

Es wartet noch das große Putzen

Doch zunächst einmal braucht es noch wichtige Genehmigungen vom Amt und auch im Inneren der ersten Läutekammer ein Gerüst. Weshalb, so Bauplaner Jochen Ritter-Müller, mit den eigentlichen Arbeiten erst im August begonnen werden könne. „Dazwischen steht noch das große Putzen an. Im Turm muss erst mal sauber gemacht werden.“ Der spätere Austausch der Joche erfolge, ohne dass die „Gloriosa“ und die Hilliger-Glocke aus dem Turm gehievt werden müssen. „Sie können in der Glockenstube bleiben. Ihr historischer Glockenstuhl ist mit einer Hebevorrichtung ausgestattet, wir können sie also ,zwischenparken‘“, so Ritter-Müller. Grundsätzlich gelte für das Gesamtprojekt, „dass die Thomaskirche zu keiner Zeit verstummt. Irgendeine Glocke läutet immer“, ergänzt der Bauingenieur.

Finanzierung ist gesichert

Die Finanzierung der Maßnahme ist im Übrigen gesichert. Der Förderverein Thomaskirche-Bach hat kräftig getrommelt und 246 000 Euro eingeworben – unter anderem mit Benefizkonzerten. Die höchste Einzelspende kam von einem Thomaskirchenfreund aus den USA: Er allein stellte 92 000 Euro zur Verfügung. 50 000 Euro zahlt das Landeskirchenamt, 54 000 Euro steuert die städtische Denkmalpflege bei. Macht zusammen rund 350 000 Euro – inklusive der Erweiterung des Geläuts um vier kleine Glocken im Zuge des für 2020 vorgesehenen zweiten Bauabschnitts. Die Klangkörper müssen natürlich erst noch gegossen werden.

Die Nachbarn der Thomasgemeinde sind da schon einen Tick weiter. Bei den Nikolai-Christen steht am 29. Juni die Weihe von sechs neuen Glocken an. Das Ganze ist eingebettet in ein dreitägiges Fest – für alle Leipziger.

Von Dominic Welters

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