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Lokales Das sagen Kandidaten zum Mittleren Ring
Leipzig Lokales Das sagen Kandidaten zum Mittleren Ring
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08:01 10.05.2019
Hunderte Menschen aus dem Leipziger Osten und Südosten demonstrierten Ende voriger Woche auf einem „Protestspaziergang“ entlang des Güterringes gegen die sogenannte Bahnvariante. Motto: „Die ganze Welt redet vom Klimaschutz und in Leipzig wird über einen Straßenneubau durch Parks, Kleingärten und Wohngebiete im Leipziger Osten und Südosten diskutiert – ein Unding!“ Quelle: Foto: privat
Leipzig

Beim jüngsten Kommunalwahl-Forum im Marriott-Hotel betraf eine der Fragen aus dem Publikum den Mittleren Ring im Leipziger Südosten. Michael Kerreit (66) von der Bürgerinitiative „Contra Bahnvariante“ bat die Kandidaten der sechs aktuellen Stadtratsfraktionen, zu entsprechenden Überlegungen Stellung zu nehmen. Hier folgen die Kernaussagen dazu:

Katharina Krefft (Grüne): Sie haben Recht, dass es schlechte Politik des Leipziger Oberbürgermeisters war, den Mittleren Ring ohne ein Mandat des Stadtrates als ein Kohlekommission-Projekt nach Dresden und Berlin zu melden. Schließlich gilt für diese Trasse ein Planungsmoratorium und das aus gutem Grund. Probleme werden nicht gelöst, indem man einen Park zerschneidet. Der Naturschutz hat für uns Grüne höchste Priorität.

Sven Morlok (FDP): Es stimmt nicht, was Sie sagen, Frau Krefft. Es gibt einen Ratsbeschluss von 2018, laut dem der Mittlere Ring Ost geprüft werden soll. Die Grünen haben nicht dafür gestimmt, aber es ist ein gültiger Beschluss. Wir haben bei diesem Thema zwei Lager, die ich beide gut verstehen kann. Die einen, die jetzt unter dem Verkehr leiden, wollen ihn loswerden. Und die anderen wollen ihn nicht vor ihre Tür bekommen. Wir müssen es aus gesamtstädtischer Sicht sehen. Die Frage ist: Hilft der Neubau einer Trasse, die Innenstadt und das dortige Klima in erheblichem Maß vom Verkehr zu entlasten? Wenn das Ergebnis der Prüfung dazu ja heißt, macht der Bau einer Trasse Sinn.

Heiko Bär (SPD): Auch die SPD ist dafür, Straßen dort zu bauen, wo es wirklich nötig ist. Wenn dadurch mehr Platz für Grünflächen und Radverkehr in der City entsteht, ist der Bau neuer Trassen an der Peripherie sinnvoll. Wichtig sind aber Ausgleichsmaßnahmen für die Natur.

Reiner Engelmann (Linke): Der Stadtrat hatte in seinen verkehrspolitischen Leitlinien festgelegt, wir machen keinen Lückenschluss. Dazu steht die Linke weiterhin. Etwa für den Zöllnerweg am Rosental bleibt ein Ausbau für uns tabu. Für die Strecke Mölkau muss ein Kompromiss gefunden werden. Das kann nur gemeinsam mit den Bürgern gelingen.

Frank Tornau (CDU): Ich sage so was nicht oft, aber in diesem Fall hat Herr Morlok Recht. Wir wünschen uns eigentlich, dass die Bürger weniger Auto fahren. Doch das findet im wahren Leben bisher nicht statt. Die Zahl der Autos in Leipzig steigt schneller als die der Einwohner. Sie nimmt also pro Kopf sogar noch zu. Das können wir nicht ignorieren. Wenn es eine Gesamtentlastung für die Stadt bringt, dann muss man über neue Trassen nachdenken und es zur Not auch tun.

Tobias Keller (AfD): Das Ring-Tangenten-System war eine intelligente Sache. Es wurde zeitweilig ausgesetzt, jetzt wird es wieder diskutiert. In Mölkau gab es zwei Varianten. Eine sollte durch ein anderes Wohngebiet führen, deshalb wurde sie vom Stadtrat abgelehnt. So wie es ist, kann es auf jeden Fall nicht bleiben. Ich denke schon, dass die Bahnvariante das Bessere ist und stehe da auf der Seite von Herrn Morlok und Herrn Tornau.

Von Jens Rometsch

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