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Leipzig Lokales Das sind Leipzigs schönste Häuser
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12:32 01.12.2019
Leipzigs Rundling in seiner ganzen Pracht – mit einer Drohne aufgenommen. Quelle: Bertram Kober
Leipzig

Der Jahreswechsel 1900 muss ein bedeutendes Ereignis gewesen sein. „Im neuen Gesellschaftshaus am Palmengarten hatte sich das ,vornehme’ Leipzig versammelt, um den Wechsel in ein neues Jahrhundert zu feiern“, ist darüber in Bernd Sikoras neuestem Buch „Leipzigs schönste Häuser. Vom Jugendstil bis zur Moderne“ zu lesen. „Als Glocken und Böller verklungen waren, begannen Salonorchester in allen Sälen zu spielen. Bis zum Morgen wurde getanzt, nicht nur im neuen Gesellschaftshaus, auch in den vielen Ballhäusern.“

Nach fast 30 Jahren Frieden hatte damals in Leipzig ein enormer Aufschwung in Industrie und Handel eingesetzt. „Die Zeit war reif geworden, die Lebens- und Arbeitswelt der Gründerzeit und ebenso erstarrte Vorstellungen über schöne Häuser, Straßen und Plätze über Bord zu werfen“, schreibt der Autor.

Einblicke in den neuen Bildband „Leipzigs schönste Häuser. Vom Jugendstil bis zur Moderne“.

Leipzigs Reiche lassen Prachtbauten errichten

Leipzigs Fabrikanten bauten ihre Villen nicht mehr neben der Fabrik, sondern in Villenstraßen. Ein exklusiver Villenstandort war bereit in Leutzsch entstanden; nahe dem Auwald hatte sich Pelzgroßhändler Theodor Thorer sogar eine private Villenstraße geschaffen (heute die Paul-Michael-Straße) und im Freundeskreis Bauparzellen verkauft sowie Grundstücke an Familienmitglieder weitergegeben.

Sikora, der in Leipzig als „Künstler unter den Architekten“ gilt, taucht mit seinem Buch tief in diese Zeit ein. Er schildert, wie Leipzigs gut betuchte Bauherren Spitzenarchitekten engagierten, um mit ihnen nach der „idealen Form“ für ihre Häuser zu suchen. Denn damals war es nicht anders als heute: Architektur gibt’s nur von Architekten. Ein Laie beherrscht die hohe Schule dieser Kunst nicht, auch wenn er sich noch so sehr bemüht.

Bauherren gerieten in den Strudel der Zeit

Was in Leipzig den Architekten von 1900 bis 1933 besonders gut gelang, schildert Bernd Sikora am Beispiel der „50 schönsten Häuser“ der Stadt. Er erzählt die wechselvollen Geschichten ihrer Architekten und Bauherren. Zu lesen ist von bekannten Bauten wie dem ehemaligen Kaufhaus Ebert im Thomaskirchhof 22, vom Riquet-Hauses im Schuhmachergässchen, vom Messehaus Specks Hof, vom Handelshof und vielem mehr.

Hier lesen Sie weiter: Diese Leipziger Kaufhäuser gibt es schon lange nicht mehr

Besonders spannend ist, wie die damals Reichen ihre privaten Villen errichteten und welches Schicksal diese Häuser in den letzten 100 Jahren nahmen. Zum Beispiel die Villa Lausicker Straße 62, die Albin Sternkopf, Inhaber der Eisengießerei Sternkopf, für sich und seine Familie errichtete. Sikora hat ausgegraben, wie dessen Nachfolger 1950/51 enteignet und ins Gefängnis geworfen wurden, 1989 einen erfolgreichen Rückübertragungsantrag stellten – und der Villa wieder zu alter Pracht verhalfen.

Auch die Privatvilla, die der Architekt Alfred Liebig 1929/30 in der Marienbrunnenstraße 8b errichtet hat, wird wieder lebendig, ebenso wie die Villa Haunstein in der Liviastraße 8 und viele mehr.

Aufwendige Rekonstruktion nach der Wende

Was den Bildband zu einem Prachtband macht, sind die Fotos von Peter Franke. Denn sie zeigen, wie liebevoll die Häuser nach der Wende rekonstruiert wurden. Der Fotograf muss enormen Aufwand betrieben haben, um die 50 Häuser und ihre wichtigsten Details in Szene zu setzen. Für jedes Foto muss er zuvor tagelang die optimalen Licht- und Schattenverhältnisse ermittelt haben.

Spektakulär sind seine Aufnahmen von der Konsumzentrale in der Industriestraße 85-95 und vom Grassimuseum am Johannisplatz 5-11. Und sein Fotografen-Kollege Bertram Kober hat mit einer Drohne den Rundling so eindrucksvoll abgebildet, wie es vielleicht noch nie geschehen ist. Wer Leipzig von seinen schönsten Seiten sehen will, kommt an diesem Band wohl nicht vorbei.

Info: Der Bildband „Leipzigs schönste Häuser. Vom Jugendstil bis zur Moderne“ von Bernd Sikora und Peter Franke ist im Passage Verlag erschienen (ISBN: 978-3-95415-081-6). Es kostet 29,90 Euro.

Von Andreas Tappert

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