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Lokales Das soll aus der alten Sternburg-Brauerei in Leipzig-Lützschena werden
Leipzig Lokales Das soll aus der alten Sternburg-Brauerei in Leipzig-Lützschena werden
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19:28 11.03.2019
So könnte es in Lützschena 2024 aussehen: Das denkmalgeschützte Turmhaus enthält dem Siegerentwurf zufolge wieder eine zweite Gebäudehälfte. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig-Lützschena

Noch gehört das Areal der ehemaligen Sternburgbrauerei in Lützschena zu den sogenannten „lost places“, den verlorenen Orten der Stadt. Die Gebäude, in denen früher Hopfen und Malz zu kühlem Pils verarbeitet wurden, verfallen, erst im Mai 2018 hatte es dort gebrannt.

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Doch die Zukunft des Brauhauses, das vor fast 30 Jahren geschlossen wurde, verspricht Besseres. „Wo früher Bier gebraut wurde, soll bald Bier getrunken werden“, wünschte sich Architekt Benedikt Schulz vom Leipziger Architekturbüro Schulz und Schulz am Montag im Neuen Rathaus.

Konzept soll Leitbild für den Ort bringen

Zusammen mit den Architekten des Büros Bayer Uhrig aus Kaiserslautern und den Landschaftsarchitekten vom Büro Franz Reschke aus Berlin hatten die Leipziger Baumeister ein Konzept für ein zukünftiges Wohnquartier eingereicht. Mit diesem Entwurf setzte sich die Arbeitsgemeinschaft gegen vier weitere Planungsbüros vor einer siebenköpfigen Jury durch. „Es wurde nicht nur ein Konzept für Wohnraum gefordert, sondern auch ein Leitbild für den Ort“, erklärte Schulz, nachdem Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) zum ersten Platz gratuliert hatte. Ziel sei es, die geradezu „entvölkerte“ Gegend wiederzubeleben.

Benedikt Schulz, Andrea Uhrig und Lasse Malzahn haben als Arbeitsgemeinschaft das Konzept eingereicht, das die Jury am meisten überzeugt hat. Quelle: André Kempner

Kleine Innenhöfe bringen nachbarschaftliches Flair

Die Architekten des mit 13.000 Euro dotierten Siegerentwurfes sehen vor, dass neben 36 000 Quadratmetern Wohnfläche ein Lebensmittelmarkt, Platz für kleineres Gewerbe und eine Kita auf dem insgesamt 51.000 Quadratmeter großen Areal entstehen. Viele kleine Innenhöfe sollen ein nachbarschaftliches Flair garantieren. Und noch eine Besonderheit ist in dem Entwurf vorgesehen: Das alte Haupthaus der Brauerei mit dem denkmalgeschützten Uhrenturm soll durch einen Anbau ergänzt werden. Aktuell existiert nur noch eine Gebäudeseite. So soll das Gleichgewicht wiederhergestellt werden.

Das Konzept für das Wohnquartier "Zur Alten Brauerei" verspricht neben viel Wohnfläche auch Grünflächen. Quelle: Arbeitsgemeinschaft Schulz und Schulz Architekten I Bayer Uhrig Architekten I Franz Reschke Landschaftsarchitektur

Bauvorhaben könnte 2020 starten

Steffen Hildebrand, welcher den Investor und Käufer Hildebrand & Partner vertritt, ist begeistert von den Plänen. „Ich kann es gar nicht abwarten, durch das Quartier zu flanieren“, sagte er. Bis dahin werden aber noch einige Jahre ins Land gehen. Vorerst muss der Siegerentwurf in einen Bebauungsplan überführt werden. Hildebrand hofft, dass die Arbeiten am ersten von drei Bauabschnitten im Jahr 2020 begonnen werden können. „Die ersten Wohnungen sollen 2021 bezugsfertig sein, bis 2024 wollen wir ganz abschließen“, sagte er. In dem Entwurf sind auch 30 Prozent sozialer Wohnungsbau vorgesehen. Für die anderen Wohnungen soll laut Hildebrand ein „moderater“ Mietpreis verlangt werden. „Wir visieren zehn Euro Warmmiete pro Quadratmeter an“, so der Investor.

Bis zum 22. März werden die Entwürfe in der 4. Etage im Neuen Rathaus öffentlich ausgestellt. Am 25. März findet um 17.30 Uhr in der Feuerwache Lützschena eine Infoveranstaltung zum Bebauungsplan statt.

Von Pia Siemer

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