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Lokales Defekter Fahrstuhl: Leipziger Senioren kommen nur mit Mühe in den elften Stock
Leipzig Lokales Defekter Fahrstuhl: Leipziger Senioren kommen nur mit Mühe in den elften Stock
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09:49 08.01.2019
Günter (87) und Regina (80) Hummel ärgern sich, dass der defekte Lift in ihrem Haus in Lößnig nicht repariert wird. Denn sie wohnen im elften Stock. Quelle: André Kempner
Leipzig

Aus Verzweiflung habe seine Frau schon überlegt den Müll aus dem Fenster zu werfen, erzählt Günter Hummel. „Aber das machen wir natürlich nicht.“ Stattdessen überlegen sich der 87-Jährige und seine 80 Jahre alte Frau ganz genau, wann sie ihr Haus in der Johannes-R.-Becher-Straße in Lößnig verlassen.

Fahrstuhl seit Weihnachten defekt

Denn: Seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag ist der Fahrstuhl im 44-Parteien-Haus kaputt. Und Hummels wohnen seit 45 Jahren im elften Stock. Auch ihre Nachbarn sind 80 Jahre und älter.

Als das Ehepaar am 26. Dezember vom Weihnachtsbesuch bei den Kindern in Mainz zurückkam, standen sie mit ihrem Gepäck vor dem nicht funktionierenden Lift. Die beiden brachten die schweren Koffer schließlich mit dem Lift im Nachbarhaus in den sechsten Stock. Dort nutzten sie einen Überweg in ihr eigenes Hochhaus, legten die Treppen bis in den elften Stock unter großer Anstrengung zurück. Günter Hummel habe sofort die Wohnungsgenossenschaft Lipsia informiert, die das Gebäude verwaltet.

Unwissenheit über Reparatur

Dort habe man dem Genossenschaftler allerdings bis Montag nicht sagen können, wann der Fahrstuhl repariert werden soll. Auch auf der Informationstafel im Hauseingang gibt es keine Äußerung zum weiteren Vorgehen. Hummel ärgert sich. Er und seine Frau planen jeden Weg aus dem Haus genau, an den Treppenabsätzen machen sie Atempausen.

Ein Schild informiert die Bewohner, dass der Lift defekt ist. Quelle: André Kempner

Die Schindler Deutschland AG & Co KG wurde von Lipsia mit der Instandhaltung des Fahrstuhls beauftragt. Ein Sprecher teilte der LVZ am Montag auf Anfrage mit, dass die Lichtleiste im Aufzug, die sicherstellt, dass sich die Türen nicht schließen, wenn etwa ein Arm oder eine Hundeleine dazwischen ist, mutwillig beschädigt worden war. Am Dienstag solle ein Kollege den Aufzug wieder reparieren.

Schuld waren die Feiertage

Auch von der Wohnungsgenossenschaft heißt es auf LVZ-Nachfrage, dass der Lift spätestens am Mittwoch wieder funktionieren soll. Schuld am langen Ausfall seien die Feiertage gewesen. „Das ist ein sehr unglücklicher Umstand, der uns sehr leid tut“, sagt Lipsia-Prokuristin Nelly Keding.

Sie hat auch andere gute Nachrichten für die Hummels: Im März dieses Jahres soll der 20 Jahre alte Lift, der laut Hummel zuletzt im November gestreikt hat, durch einen neuen ersetzt werden. Bis dahin können die Eheleute aus dem elften Stock ihren Müll hoffentlich noch mit dem Aufzug zur Tonne bringen.

Denn rüstig sind die beiden: „Wir brauchen keine Hilfe, kommen gut alleine klar. Nur Laufen ist halt schwierig“, schildert Günter Hummel die Lage.

Von Theresa Held

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