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Lokales Demo soll Auftakt für „Sommer der Solidarität“ in Leipzig sein
Leipzig Lokales Demo soll Auftakt für „Sommer der Solidarität“ in Leipzig sein
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18:01 25.06.2019
Solidarität statt Ausgrenzung hat sich das Bündnis „Unteilbar“ auf die Fahnen geschrieben – hier bei einer früheren Demo in Leipzig. Am 6. Juli ist eine großangelegte Neuauflage geplant als Start von Aktionen für einen „Sommer der Solidarität“. Quelle: Foto: Maximilian Becker
Leipzig

Teilung, Spaltung, Abgrenzung – derartige Verhaltensweisen haben in der Geschichte allzu oft gezeigt, welche verheerenden Wirkungen sie auslösen können. Deshalb hat sich das Bündnis „Unteilbar“ auf die Fahnen geschrieben, solche Tendenzen zu verhindern beziehungsweise zu bekämpfen. Dazu sollen ab Sommer in Sachsen zahlreiche Aktionen stattfinden. Auftakt ist am 6. Juli eine großangelegte Demonstration in Leipzig.

Bewegung begann in Berlin

„Uns geht es um den Zusammenhalt und die Verbundenheit aller, die für ein verständnisvolles und vorurteilsfreies Miteinander der Menschen eintreten“, sagt Maximilian Becker. Der 28-jährige gebürtige Eisenacher ist Sprecher von „Unteilbar Sachsen“. Einer Bewegung, die im vorigen Oktober in Berlin am Brandenburger Tor mit einer Riesen-Demonstration startete. „An die 250 000 Leute sind damals zusammengekommen und haben sich damit für die Menschenrechte aller eingesetzt“, erzählt der Ökonom.

Überraschung zur Premiere

„Das hat alle überrascht, denn die Veranstaltung war ,nur’ für 40 000 Teilnehmer angemeldet worden“, ergänzt Rudaba Badakshi. Sie ist ebenfalls Sprecherin von Unteilbar im Freistaat. In Afghanistan geboren, später in Berlin zu DDR-Zeiten aufgewachsen, ist sie zugleich Vereinschefin vom Zentrum für Europäische und Orientalische Kultur in Leipzig. Menschen verschiedener Couleur zusammenzubringen, Ausgrenzung abzuwenden, Gemeinsamkeiten zu entdecken und zu leben – „das ist unser Anliegen mit Unteilbar“.

„Ein Angriff, der uns allen gilt“

Egal ob arm oder reich, schwarz oder weiß, jung oder alt, arbeitslos oder berufstätig, gut oder schlecht verdienend, deutscher oder ausländischer Herkunft, behindert oder nicht behindert – „auf das Miteinander kommt es an“. Ziel ist es, alle Menschen, die engagiert für Gerechtigkeit und Solidarität und gegen Ausgrenzung kämpfen, zusammenzubringen. Und auf der Homepage von „Unteilbar“ heißt es denn auch: „Es findet eine dramatische politische Verschiebung statt: Rassismus und Menschenverachtung sind gesellschaftsfähig. Humanität und Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat werden offen angegriffen. Es ist ein Angriff, der uns allen gilt.“

Aktionstag am 6. Juli

Solidarität statt Ausgrenzung ist das überragende Thema von Unteilbar. Der Aktionstag des Bündnisses startet am 6. Juli in Leipzig mit einem Straßenbrunch in der Straße des 18. Oktober, auf der Wiese vor dem Hochhaus Nr. 10. „Der Bürgerverein Messemagistrale unterstützt uns dabei“, freut sich Becker. Von 11 bis 13 Uhr können Nachbarn und Freunde, die Lust haben, dazukommen. Kaffee und kalte Getränke und einige Kleinigkeiten gibt es gegen eine Spende. „Vielleicht bringt der eine oder andere auch etwas zu essen mit – Kuchen vielleicht oder Salat oder Knabbereien“, meint Badakshi, die in Jena Kunstgeschichte, Archäologie und Romanistik studiert hat. Um 14 Uhr beginnt dann die große „Unteilbar“-Demo am Bayerischen Bahnhof, „bei der wir für eine offene und solidarische Gesellschaft auf die Straße gehen wollen“, ergänzt ihr Sprecher-Kollege.

Der Marsch gehe um den Ring bis zum Clara-Zetkin-Park. Ab 17 Uhr sind dort rund um die Sachsen-Brücke Gespräche und Konzerte geplant. „Wir rechnen mit mehreren Tausend Leuten“, hofft Becker. Leipzig ist der Auftaktort für den „Sommer der Solidarität“ in Sachsen. Am 24. August ist dann eine großartige Unteilbar-Demo in Dresden geplant, „zu der wir bundesweit mobilisieren und zehntausende Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik erwarten“, berichtet er.

Zudem wird es unter dem Motto „Wann, wenn nicht jetzt“ in fünf sächsischen Städten eine Konzert- und Marktplatztour geben, die ebenfalls in Brandenburg und Thüringen Station macht.

Erstunterzeichner der Aktion „Unteilbar“ im Freistaat waren unter anderem die Awo Sachsen, der Paritätische Gesamtverband, das Erich-Zeigner-Haus Leipzig, Fridays for Future, der Verdi-Landesbezirk, das Neue Schauspiel Leipzig, der Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein, Pfarrer Andreas Dohrn, der Sänger Sebastian Krumbiegel sowie der frühere Thomas-Kirchen-Pfarrer Christian Wolf. Becker: „Wir sind ein zivilgesellschaftliches Bündnis und damit unabhängig von Parteien. Wenn sich Politiker und Parteien unseren Forderungen anschließen und an ihrer Umsetzung mitwirken, zeigt das, dass unser Protest wirkt.“

Und er erinnert an die Zeit kurz vor der Wende. „Für ein offenes Land mit freien Menschen – unter diesem Banner gingen ’89 Menschen in Sachsen auf die Straße.“ Die Botschaft habe nichts an Relevanz verloren. „Die Spaltung in der Gesellschaft verläuft nicht entlang der Herkunft der Menschen oder deren Religionen“, so Badakshi, „sondern entlang der Verteilung von Reichtum.“ Daher sei eine neue Art des Zusammenlebens dringend geboten. „Der Reichtum darf nicht mehr alles bestimmen.“ Deshalb sei die „Unteilbar“-Bewegung so wichtig, um hier Veränderungen anzustoßen, „ähnlich wie 1989“.

www.unteilbar.org/aktionen/unteilbar-sachsen

Von Ulrich Langer

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