Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Demonstranten dürfen Leipziger Ring für drei Stunden sperren
Leipzig Lokales Demonstranten dürfen Leipziger Ring für drei Stunden sperren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:46 28.06.2019
Auf dem äußeren Teil des Rings vor dem Hauptbahnhof darf am Sonntag kein Auto fahren. Quelle: Kempner
Leipzig

Sie wollten den Leipziger Ring für eine 48-Stunden-Demo sperren lassen, mit einem Eilantrag konnte der ADFC einen Teilerfolg erringen. „Wir dürfen am Sonntag zwischen 18 und 21 Uhr den Ring in eine Richtung voll sperren“, sagte Alexander John vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Leipzig am Freitag.

Es sei ein Vergleich geschlossen worden, bestätigte auch ein Sprecher des Leipziger Verwaltungsgerichts auf Nachfrage von LVZ.de. Die Sperrung gelte demnach in der entsprechenden Zeit auf dem äußeren Ring. Die Fahrbahn in Richtung Westen ist damit also drei Stunden lang dicht.

Laut Gericht wollen die Demonstranten die Fläche vor dem Hauptbahnhof ohne Autoverkehr erlebbar machen. Unter Berücksichtigung der Interessen der Taxifahrer und der Verhältnismäßigkeit habe das Gericht im Gegenzug statt 48 Stunden eine kurzzeitige Sperrung vorgeschlagen.

Demo für Umweltschutz und Verkehrswende

„Es ist okay so“, sagte John vom ADFC am Freitag zu der Entscheidung und verbuchte den Vergleich als Teilerfolg. Wäre es nach den Initiatoren gegangen, hätten die Teilnehmer den Bereich vor dem Hauptbahnhof für die gesamte Dauer der Demonstration blockiert.

Hintergrund der Versammlung ist laut ADFC neben Umweltschutz die Verkehrspolitik der Stadt. „Die Stadt Leipzig tut seit Jahren nichts für den Klimaschutz und treibt keine Verkehrswende voran“, hatte John im Vorfeld erklärt. „Faktisch sind wir genau da, wo wir vor 15 Jahren waren.“

Radfahrer dürfen fahren – auf dem Gehweg

Zudem soll laut dem ADFC-Mitglied der Radweg direkt vor dem Hauptbahnhof Fahrrad-frei gemacht und künftig als Gehweg beschildert werden. Das habe John als Mitglied der städtischen AG Rad kürzlich erfahren.

Dem widerspricht die Stadt. Zwar soll der Abschnitt zwischen Ost- und Westhalle durchgehend als Gehweg ausgeschildert werden, wie eine Sprecherin auf Anfrage von LVZ.de mitteilte. Allerdings gelte dann der Zusatz „Radfahrer frei“.

„Radfahrer dürfen dann dort weiterhin fahren, müssen allerdings nach StVO zum Schutz der Fußgänger Schrittgeschwindigkeit einhalten“, heißt es von der Stadt. Vorteil sei hingegen, dass Radler so die volle Breite nutzen könnten und sich nicht an die Ampelschaltung für Autos halten müssten.

Auch Fridays for Future demonstriert

Das für einige als extrem eingestufte Mittel der Straßensperrung sei legitim, findet Ita Weinrich von „Fridays for Future“. Auf Initiative des ADFC beteiligt sich die Umweltbewegung an den Protesten. Trotz vieler Fahrradunfälle in den vergangenen Monaten sei das Thema noch immer nicht bei allen präsent, sagte die Mitorganisatorin zu LVZ.de.

Ziel der Aktion sei deswegen, darauf aufmerksam zu machen – und zu zeigen, „wie viel schöner der Platz ohne ständigen Autoverkehr sein kann“, so Weinrich. Sie hoffe, dass ein Umstieg aufs Fahrrad oder den öffentlichen Nahverkehr naheliege, wenn das Durchkommen mit dem Auto nicht mehr so einfach ist.

Ordnungsamt: Bereich meiden

Die Versammlung unter dem Motto „Klimaschutz ernstnehmen – autofreien Platz vor dem Hauptbahnhof schaffen“ beginnt am Freitag und endet am Sonntag jeweils um 21 Uhr.

Laut Ordnungsamt wird sie auf dem Taxistellplatz zwischen den Bahnhofseingängen, auf dem angrenzenden Fuß- und Radweg sowie auf der nördlichsten Spur der Straße direkt vor dem Bahnhof stattfinden. Die zweite Fahrspur diene währenddessen als Ersatz-Radweg. „Für den Kfz-Verkehr bleiben zwei Fahrspuren“, heißt es.

Das Ordnungsamt empfiehlt Verkehrsteilnehmern, den benannten Bereich am Hauptbahnhof während der Demonstration zu meiden.

Von Josephine Heinze

Da kommt Unmut auf: Böhlitz-Ehrenberger Grundstücksbesitzer sollen nach der Gebietssanierung nun Ausgleichsbeiträge entrichten.

28.06.2019

Urgroßvater Emil Schirmer hat 1888 einen der ältesten Familienbetriebe Deutschlands aus der Taufe gehoben. Jetzt versucht der Betrieb, über eine Stiftung jungen Gesellen den Erwerb des Meisterbriefes zu ermöglichen.

28.06.2019
Lokales „Ein Platz für Vielfalt“ in Leipzig-Plagwitz - Rundgang und Diskussion zum Thema Zwangsarbeit und Rechtsextremismus

Der Rundgang „Ein Platz für Vielfalt“ in Leipzig-Plagwitz am Freitag beinhaltet zum einen die Besichtigung von Gedenkstätten der Zwangsarbeit während der Nazi-Zeit, zum anderen wird über Rechtsextremismus diskutiert.

28.06.2019