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Lokales Demonstranten fordern Ausstieg aus der Braunkohle
Leipzig Lokales Demonstranten fordern Ausstieg aus der Braunkohle
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20:54 20.06.2019
Am Kraftwerk Eutritzscher Straße versammelten sich Kohlegegner. Quelle: André Kempner
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Leipzig

80 Demonstranten rahmten am Donnerstag eine Aufsichtsratssitzung der Leipziger Stadtwerke ein. Vor dem Tor des Gaskraftwerks in der Eutritzscher Straße waren Transparente mit Aufschriften wie „Wir lassen uns nicht verkohlen“ zu sehen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte zu der Aktion aufgerufen. „Wir wollen hier Werbung für 2023 machen“, sagte Martin Hilbrecht, der Vorsitzende der Regionalgruppe Leipzig.

Gemeint war damit die Forderung, dass die Stadtwerke ab dem Jahr 2023 auf Fernwärme-Lieferungen aus dem Braunkohlekraftwerk Lippendorf verzichten sollen. Dafür wäre der Bau eines zweiten Gaskraftwerks nötig. Der Aufsichtsrat befasste sich bei der Sitzung, die bis zum späten Abend dauerte, mit dem Thema.

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Stadtwerke-Chef Karsten Rogall und auch mehrere Aufsichtsräte sprachen in einer Beratungspause mit den Demonstranten. Rogall erklärte, in der Sitzung solle über „einen zeitnahen Ausstieg aus der kohlebasierten Wärmelieferung“ entschieden werden. Die Stadtwerke hätten ihre Hausaufgaben gemacht und hofften nun „auf positive Gremienentscheidungen“. Er bat um Verständnis, dass Einzelheiten erst veröffentlicht würden, wenn im Juli auch der Aufsichtsrat des Gesamtkonzerns LVV abgestimmt habe. Von den Demonstranten angesprochene Gerüchte, im Hintergrund könne eine „unnötige Verlängerung der Verträge“ mit Lippendorf laufen, dementierte Rogall klar.

Von Jens Rometsch

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