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Lokales Demonstration für ein weltoffenes Leipzig
Leipzig Lokales Demonstration für ein weltoffenes Leipzig
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06:01 07.01.2019
Christian Wolff, Barbara Rucha, Burkhard Jung und Gisela Kallenbach (v. l.) initiierten den „Aufruf 2019“. Quelle: Foto:
Leipzig

„Gerade mit Blick auf die vielen Wahlen dieses Jahr möchten wir ein Zeichen setzen“, sagt Christian Wolff, ehemaliger Thomaskirchen-Pfarrer. Er stieß den sogenannten „Aufruf 2019“ an. Die Initiatoren und Unterstützer wollen sich damit für ein weltoffenes Leipzig, ein demokratisches Sachsen, ein friedliches Deutschland und ein geeintes Europa stark machen. Für Montag, 14. Januar, ist eine Demonstration geplant. Genau vier Jahre nach der ersten Legida-Demonstration an einem Montag, damals der 12. Januar.

Für den „Aufruf 2019“ wird derzeit in sozialen Netzwerken sowie in Kirchen, Gewandhaus, Universität und Betrieben wie Halberg-Guss mit Flyern, Plakaten und Bannern geworben. Denn die Unterstützer kommen aus ganz unterschiedlichen Spektren des Stadtlebens. Die Vielfalt wird schon bei einem Blick auf die Namen der Initiatoren des Aufrufs deutlich: Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Bürgerrechtlerin Gisela Kallenbach (Grüne), Leipziger BMW-Betriebsratschef Jens Köhler, Musiker Sebastian Krumbiegel, Komponistin Barbara Rucha, Gewerkschafter Erik Wolf sowie die Pfarrerin Britta Taddiken. Mittlerweile unterstützen etwa 500 Menschen den Aufruf im Internet, darunter Wissenschaftler, Autoren, Musiker, Anwälte, Rentner, Lehrer, Erzieher, Ärzte, Krankenschwestern, IT-Spezialisten, Schauspieler, Sozialarbeiter sowie Politiker von FDP, Grünen, SPD und Linke. Auch Gewandhausdirektor Andreas Schulz und Martin Kürschner, Rektor der Hochschule für Musik und Theater, unterstützen die Forderungen.

2000 Demonstranten auf Innenstadtring erwartet

Zur Demonstration werden rund 2000 Teilnehmer erwartet. Treffpunkt ist um 18 Uhr im Nikolaikirchhof. Die Route verläuft durch Schuhmachergässchen, Reichsstraße, Grimmaische Straße, Petersstraße, über den Ring zum Goerdeler-Denkmal, wo Oberbürgermeister Jung eine Rede halten soll. Über den Dittrichring geht es weiter zum Thomaskirchhof, auf dem Markt ist schließlich eine Kundgebung geplant. Dort sollen Leute zu Wort kommen, die üblicherweise selten bei Kundgebungen zu hören sind, etwa Thomas Jürs, Betriebsratschef von Halberg-Guss, so Wolff. Jürs will über den Arbeitskampf des Betriebs sprechen. „Gemeinschaftlich haben wir etwas erreicht“, sagt er. Er stehe für demokratische Werte, darum wolle er an der Veranstaltung teilnehmen.

„Es geht nicht darum, dass sich alle einig sind, sondern dass wir uns über ein paar Sachen verständigen“, sagt Wolff. Etwa darüber, dass Ausgrenzung von Minderheiten nicht in Frage kommt. Der Pfarrer im Ruhestand ist froh, dass sich die Mehrheit der Stadtgesellschaft in Leipzig nicht gegen Geflüchtete wendet. Das führt er auch auf das Bündnis „Willkommen in Leipzig“ zurück, welches die Bewegung gegen Legida mit ins Rollen gebracht hat. Doch das Klima könne sich ändern, befürchtet Wolff mit Blick auf Kommunal-, Europa- und Landtagswahlen in diesem Jahr. Darum sei die Veranstaltung wichtig. Wolff ist zuversichtlich, dass viele Leipziger an der Demonstration teilnehmen: 800 Menschen hätten die Initiatoren angeschrieben, knapp 200 davon kamen zu einem ersten Treffen im Oktober. „Der Start war sehr verheißungsvoll“, sagt Wolff. Viele Menschen warteten geradezu auf einen Impuls.

Und die Kundgebung soll nicht der letzte Impuls im Wahljahr 2019 bleiben. Geplant sei etwa eine Veranstaltung am 23. Mai zum 70. Jahrestag der Erlassung des Grundgesetztes. Auch eine Nacht der politischen Debatte, ähnlich wie die Nacht der Hausmusik, sei geplant. Und sogar eine Veranstaltung mit Schlagersänger Roland Kaiser ist angedacht.

Von Theresa Held

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