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Lokales Der Ministerpräsident und der Roboter
Leipzig Lokales Der Ministerpräsident und der Roboter
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17:40 15.11.2018
Wer steuert hier wen? Andreas Eichhorst, Lisa Krug und Michael Kretschmer (von links) mit „mBots“. Quelle: André Kempner
Leipzig

An einem gewöhnlichen Arbeitstag wie dem vergangenen Mittwoch eilt ein Ministerpräsident von Termin zu Termin. Gerade noch im Universitätsklinikum, steht am Abend das Kunstkraftwerk auf der Liste: ein „Ideenforum“ der Verbraucherzentrale Sachsen. Da kommt es sehr gelegen, wenn sich zwischendurch private Verpflichtungen erledigen lassen. „Ich suche nach Weihnachtsgeschenken für meine Kinder“, scherzt Michael Kretschmer (CDU) am Stand der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM). Er ist zwar der Landesvater, meint aber nicht alle Sachsen, sondern seine zwei Söhne im Grundschulalter. „Und da hat die Verkäuferin gesagt, das hier könnte das Richtige sein.“

Die „Verkäuferin“ ist in Wirklichkeit Lisa Krug vom Leipziger Unternehmen KF Education“. Spezialisiert auf digitale Bildung, verwirklicht die Firma im SLM-Auftrag medienpädagogische Projekte. Beim möglichen Weihnachtsgeschenk wiederum handelt es sich um einen „mBot“, einen handgroßen Roboter mit Bluetooth- und W-Lan-Empfang, den es im Handel für 70 bis 90 Euro zu kaufen gibt. Kretschmer lacht laut und wirkt stolz wie ein Kind, als er über einen Tabletcomputer wischt und sich auf dem Tischchen vor ihm ein mBot in Bewegung setzt. Allerdings stellt sich gleich heraus, dass in Wahrheit Andreas Eichhorst, Vorstand der Verbraucherzentrale Sachsen, den betreffenden Roboter soeben programmiert hat. „Ach so?“, wundert sich der Ministerpräsident.

Diesmal kein Hang zum Nörgeln

Wie Kretschmer und Eichhorst sind am Mittwoch weitere rund 300 Menschen im Kunstkraftwerk von Stand zu Stand gepilgert. Sie haben an einer Zapfsäule der L-Gruppe ein E-Auto aufgetankt, mit dem Verein „Diagnose Funk“ über gesundheitliche Folgen allgegenwärtiger Mobilfunkstrahlen gesprochen oder sind draußen mit einem E-Dreirad durch den Hof gebrettert. Sie haben auf Podien diskutiert, ob das eigene Auto die Daten über den Fahrstil an die Versicherung weitergeben soll oder wie eine „Smart City“ mit den Informationen umgeht, die sie von ihren Bürgern speichert.

Der „Hang zum Nörgeln“, der Verbraucherschützern nachgesagt werde, stehe diesmal nicht im Vordergrund, sagt Eichhorst. „Wir wollen Ideen sammeln und verteilen, um die Digitalisierung gemeinsam mit den Verbrauchern voranzutreiben.“ Wie es neben der „Smart City“ um einen „smarten ländlichen Raum“ bestellt sei, möchte Eichhorst in einer Fragestunde von Kretschmer wissen. Woraufhin der selbst bemängelt, dass ein Drittel der sächsischen Gemeinden mit dem Breitband-Ausbau noch nicht begonnen habe.

Guten Gewissens den Dienst-Diesel genommen

Dabei sei das die eigentliche Aufgabe von Politik: „Wir müssen die Infrastruktur schaffen“, sagt Kretschmer. Flächendeckende Mobilfunknetze und die Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik und W-Lan gehören seiner Ansicht nach ebenso dazu. Gleichfalls Ladestationen für Elektroautos, obwohl er die heutigen Batterien für eine Brückentechnologie halte, sagt der Politiker: zu schwer, zu geringer Speicher, zu teure und umweltschädliche Rohstoffe. Er sei guten Gewissens mit dem Dienst-Diesel angereist.

Während auf einem anderen Podium die Experten einig sind, dass 2030 mehr E-Autos als Benziner zugelassen werden, wäre für Kretschmer ein Quote von 20 Prozent in 15 Jahren „ein irrer Erfolg“, stellt er klar. An der Digitalisierung komme dagegen niemand vorbei, antwortet er einer Bürgerin, die wissen will, ob es wirklich bald kein Bahnticket, keine Überweisung, keinen Arzttermin mehr auf analogen Wegen gibt: „Muss ich irgendwann alles digital machen?“ – „Ich glaube ja“, sagt Kretschmer. Die Frage sei aber, ob man davor Angst haben müsse. Und da glaubt er: nein. Immerhin hat er ja auch den mBot im zweiten Versuch dann doch noch selbst in Bewegung versetzt.

Von Mathias Wöbking

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