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Lokales Deutsche Bahn eröffnet riesiges Ausbildungszentrum in Leipzig
Leipzig Lokales Deutsche Bahn eröffnet riesiges Ausbildungszentrum in Leipzig
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21:56 26.08.2019
Jochen Bothmischel (links) und Jens Reppien erhielten einen symbolischen Schlüssel für das neuen Ausbildungszentrum in Leipzig. Bothmischel leitet den Bereich Berufliche Bildung bei der DB-Region Südost, Reppien ist Chef der neuen Werkstatt in der Rosa-Luxemburg-Straße. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Jede Menge Schraubstöcke, 18 Bor-, Fräs- und Drehmaschinen, dazu eine Bandsäge und Blechschere: Es ist kaum zu glauben, dass sich nun mitten im Leipziger Zentrum eine riesige Lehrwerkstatt befindet. Mit großem Bahnhof eröffnete die Deutsche Bahn (DB) am Montag ihr neues Ausbildungszentrum an der Rosa-Luxemburg-Straße 12-14. Bis zu 500 junge Menschen können dort ab 2. September verschiedenste Berufe erlernen, erzählte Eckhart Fricke, Konzernbevollmächtigter für die Region Südost, vor etlichen Gästen in der modernen Maschinenhalle. „Allein in diesem Jahr wollen wir bundesweit 20 000 neue Mitarbeiter über alle Berufsgruppen einstellen.“ Schon deshalb werde die Nachwuchsgewinnung wichtiger.

Lehrbetrieb begann erst vor sieben Jahren

Erst 2012 begann der Schienenriese mit der Berufsausbildung in Leipzig. „Damals hatten wir hier fünf Lehrlinge“, erinnerte Silke Tegenkamp vom Bereich DB Training, zu dem der neue Standort gehört. Bis zum Juni 2019 fand der praktische Teil der Lehre „als Untermieter“ im Zentrum für Aus- und Weiterbildung (ZAW) der IHK in Leutzsch statt. Doch dort wäre man nun bald an Wachstumsgrenzen gestoßen, so die Fachfrau. „Auch ZAW hat unseren Umzugsplan fantastisch unterstützt.“

Auszubildende aus ganz Mitteldeutschland

Mit dem fünfstöckigen Bürohaus ganz in der Nähe zum Hauptbahnhof habe sich ein idealer Standort gefunden, pflichtete Jochen Bothmischel bei. Er leitet die Berufliche Bildung bei DB-Regio Südost. „Die Auszubildenden kommen aus ganz Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu uns nach Leipzig.“ Auf 4700 Quadratmetern könnten sie nun unter anderem elf „hochflexible“ Werkstätten, Seminarräume, ein Innovationszentrum und eine „Lernfabrik“ nutzen. Nicht nur technische Berufe wie Elektroniker für Betriebstechnik, Industrieelektriker, Elektroanlagenmonteur, Mechatroniker und Industriemechaniker würden in dem Gebäude ausgebildet – auch Fahrdienstleiter, Lokführer oder Kauffrauen für Verkehrsservice.

Neues Zentrum steht auch Fremdfirmen offen

Darüber hinaus will die Bahn nun auch in Leipzig Kollegen umschulen, die in ein anderes Berufsfeld wechseln sollen. „Und wie schon lange in Potsdam oder Berlin bieten wir jetzt auch hier Ausbildungskapazitäten für Fremdfirmen an – auch für andere Verkehrsunternehmen“, sagte er.

Vielfachen Dank gab es für die Leipziger Stadtbau AG, die das leerstehende Bürohaus in nur zwölf Monaten nach modernsten Gesichtspunkten umgestaltet habe. So lobte Andreas Gehlhaar, Konzernvorstand für Umwelt, die Energiespar- und Recycling-Anlagen in dem barrierefreien Haus. „Die Bahn steht für klimafreundliche Mobilität.“ Sie achte daher überall auf Ressourcenschonung. Zum Beispiel finden sich in den Werkzeug-Schubfächern der Lehrlinge nicht zahllose Schraubendreher – sondern genau einer für jede Größe in einer übersichtlichen Schablone. An jedem Arbeitsplatz stehen Behälter zur Mülltrennung – auch am 3D-Drucker oder kleinen Roboter-Anlagen.

An einer Modelleisenbahn in der „Lernfabrik“ können Störungen im Betriebsablauf und deren Folgen untersucht werden. Quelle: Christian Modla

Besonders staunten die Besucher über die „Lernfabrik“. Dort sind unter anderem Lego-Häuser, eine „Inselbahn“ und große Modelleisenbahn-Anlage zu sehen. Letztere lassen sich verschieden programmieren, um Störungen im Betriebsablauf und deren Folgen zu simulieren, erklärte Lehrbegleiterin Christine Hahne. Um Ideen zu fördern, lernten die Azubis sogar, wie sie eigene Vorstellungen in gutem Design am Computer oder als Prototyp darstellen können. „Die Bahn will das Potenzial ihrer Mitarbeiter besser nutzen. Die jungen Leute lernen bei uns, wie sie ihre Ideen ein ganzes Berufsleben lang gut präsentieren und sinnvoll einbringen können.“

Nebenan residiert schon eine große Bosch-Tochter

Hannes Koefer, Vorstand der Stadtbau AG, gratulierte den Auszubildenden: „Was Sie hier lernen, hat Wert. Wenn Sie ihre Zeit gut nutzen, müssen Sie sich über das Wort Arbeitslosigkeit im Leben keine Sorgen machen.“ 2016 hatte die Stadtbau AG bereits das Nachbargebäude für die Firma Bosch Service Solutions hergerichtet. Auf 6600 Quadratmetern sind dort inzwischen Hunderte Mitarbeiter tätig.

Von Jens Rometsch

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