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Leipzig Lokales Die BA-HUs rocken den Leipziger Anker
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20:03 03.02.2019
Super Stimmung herrschte bei der Faschingsparty „BA-HU 30 plus“ am Sonnabend im frisch sanierten Saal des Stadtteilzentrums Anker. Quelle: André Kempner
Leipzig

Närrische Premierenfahrt: „Leinen los“ und auf nach Möckern! Dort ist Samstagnacht das karnevalistische BA-HU-Älternaktiv erstmals vor Anker gegangen. Es konnte keinen passenderen Ort für eine ausgelassene Faschingsparty geben als ein Leipziger Ballhaus mit Tradition. Und so wurde der altehrwürdige „Goldene Anker“ zum Ort einer intensiven Feier: Ahoi, BA-HU 30 plus, im Stadtteilzentrum Anker!

„Es sind alle Generationen willkommen“

Kaum öffnen sich die Türen in der Renftstraße 1, schieben sich schon die ersten Faschingsbegeisterten in den historischen Saal. Auffallend viele sind maritim kostümiert: Matrosinnen, Piraten, Meerjungfrauen. Aber auch jede Menge andere Verkleidungen sind zu entdecken. Bunt, schrill und kreativ sind auch sie Hingucker. Wer möchte, kann jedoch auch ohne Kostüm erscheinen. Es ist nicht nur alles erlaubt – es sind vor allem alle Generationen willkommen. Gerade das sei ja das Schöne an der legendären „BA-HU 30 plus“-Faschingsparty, finden die Ballgäste.

Super Stimmung herrschte bei der Faschingsparty „BA-HU 30 plus“ am Sonnabend im frisch sanierten Saal des Stadtteilzentrums Anker.

Heike und ich, wir beide kennen uns schon viele Jahre“

Bevor Anker-Geschäftsführerin Heike Engel und Stephan „Willi“ Schmidt, der „BA-HU 30 plus“-Chef, die Leinen losmachen, ist Zeit für ein paar Fragen. Neues Haus, neuer Partner – wie kam es zu der Zusammenarbeit von Anker und dem närrischen Älternaktiv? „Heike und ich, wir beide kennen uns schon viele Jahre aus der Kulturszene“, erzählt Stephan „Willi“ Schmidt. „Ich habe sehnsüchtig gewartet, bis der historische Anker-Saal nach der Sanierung wieder eröffnet wurde. Hier lassen sich gleich zwei Jubiläen feiern: Es ist jetzt 65 Jahre her, dass Studenten der Leipziger Hochschule für Bauwesen die Faschingsparty starteten. Außerdem: Unsere BA-HU-Band Immer mit Optimismus, kurz Imo, besteht seit 35 Jahren“, erzählt Schmidt. Weitere historische Bezüge: Four Roses, eine der ältesten und beliebtesten Leipziger Cover-Bands und an diesem Abend ebenfalls jeck unterwegs, spielte schon vor Jahrzehnten im Anker.

„Jeder macht das, was er am besten kann“

Doch was vor allem zählt, ist die Erfahrung der Anker-Geschäftsführerin als Veranstalterin. „Heike arbeitet fachlich fundiert, ist liebenswert“, schwärmt der „BA-HU 30 plus“-Frontmann. Auch die so Gelobte würdigt die „freundschaftliche Zusammenarbeit“ mit den Faschingsexperten. „Wir haben eine klare Aufgabenteilung. Jeder macht das, was er am besten kann. Heute freue ich mich, dass die Möckerner Balltradition neuen Schwung bekommt. Als das Konzert- und Ballhaus ,Zum Goldenen Anker‘ 1873 eröffnet wurde, kamen die Gäste in ihren Festkleidern mit der Pferdekutsche aus Leipzig. Andere Ansichtskarten zeigen Leute, die per Boot über die Weiße Elster Richtung Anker fuhren“, berichtet Engel aus der Geschichte. „Eigentlich wollte ich ja zum Fasching mit der Gondel kommen. Ging leider nicht, die Elster war zugefroren,“ zwinkert Schmidt, der in traditionelle Zimmermannstracht gehüllt ist. In seiner Anzugtasche: „Ein echtes Zimmermannstuch aus den 40er-Jahren, von meinem Papa.“ Und wie fühlen sich die neuen Partner vor ihrer Premiere? „Aufgeregt“, bekennen Engel und Schmidt unisono.

„Schön, dass der Bau aus dem Dornröschenschlaf erweckt wurde“

Vorfreude herrscht auch bei den Ballgästen: „Schön, dass der historische Bau aus dem Dornröschenschlaf erweckt wurde“, sagt Andreas. „Ich bin zum ersten Mal nach der Sanierung hier, kenne den Anker aber schon als Jugendlicher“, erzählt der Maschinenbauingenieur, der gemeinsam mit seiner Frau Rosi aus Lemsel, einem Ortsteil von Rackwitz, nach Möckern gekommen ist. „Wir freuen uns auf die knackigen Büttreden, auf Four Roses und natürlich aufs Tanzen.“

Erstmals im Anker vor Anker ist die Leipzigerin Katja gegangen: „Schön hier, super Atmosphäre, familiär“, lobt die Piratin auf Zeit. „Viel Gutes“ hat „Rot-Kreuz-Schwester“ Constanze über die BA-HUs gehört – und findet das bestätigt.

„Wollen den Fasching im Veranstaltungskalender fest verankern“

Als wäre es eine Reling, lehnen die Matrosinnen Silvia, Christine, Anja und Reni an dem restaurierten Geländer auf der Galerie und amüsieren sich über das Faschingstreiben im Saal darunter. „Klasse, dass beim BA-HU 30 plus an ältere Jahrgänge gedacht wird. Wir vier sind zwischen Ende 30 und Mitte 50. Uns gefällt es hier.“ Die neuen Ball-Partner freut’s. Anker-Frau Engel: „Wir wollen auf jeden Fall weitermachen und den Fasching in unserem Veranstaltungskalender fest verankern.“

Von Ingrid Hildebrandt

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