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Lokales Die Bombe von Dölzig: Sprengung wäre fast an einem Funkloch gescheitert
Leipzig Lokales Die Bombe von Dölzig: Sprengung wäre fast an einem Funkloch gescheitert
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19:01 10.12.2019
Der Schkeuditzer Oberbürgermeister Rayk Bergner hatte beim Fliegerbombenfund in Dölzig die Einsatzleitung. Quelle: Linda Polenz
Schkeuditz/Markranstädt

Künftig soll das Thema Katastrophenschutz in der Schkeuditzer Stadtverwaltung eine größere Rolle spielen. Oberbürgermeister Rayk Bergner (CDU) will entsprechende Schulungen für die Mitarbeiter anbieten. Auch in Markranstädt sehen die Verantwortlichen nach dem Fund der Fliegerbombe am Sonntag Nachholbedarf.

Krankenwagen via Behördenfunk nicht erreichbar

„Die ganze Aktion wäre fast gescheitert“, sagt Markranstädts stellvertretende Bürgermeisterin Beate Lehmann (CDU). „Weil ein Krankentransportwagen im Sperrgebiet zehn Minuten lang per Funk nicht zu erreichen war.“ Wie berichtet, hatte Sprengmeister Jörg Lange die späteste Sprengzeit mit 17 Uhr angegeben, um 16.35 Uhr war der Krankentransportwagen noch im Funkloch. Deshalb habe es erst 16.43 Uhr das „Go“ zur Sprengung gegeben. „Dieses ganze Thema Behördenfunk muss noch einmal aufgearbeitet und ausgewertet werden“, sagt Lehmann. „Nicht nur Markranstädt, sondern auch Rückmarsdorf und Dölzig befinden sich offenbar im Funkloch.“ Derzeit wird ein neuer Behördenfunkturm in der Ranstädter Mark in Markranstädt geplant. Proteste von Anwohnern haben das Projekt nun verzögert.

Stadtverwaltung nur durch LVZ informiert

Ein zweites Problem sieht Lehmann in der offiziellen Kommunikation. „Wir waren am Sonntagabend im Grunde nur durch die LVZ vorgewarnt“, sagt sie. Nur deshalb habe die Stadt Markranstädt bereits am Vorabend der Sprengung einige Vorkehrungen treffen können. „Ansonsten lief alles sehr strukturiert und überlegt ab“, berichtet Lehmann. „Ich bin beeindruckt von der Professionalität der Polizei.“

Schkeuditz will Umgang mit Katastrophenfällen üben

Für den Schkeuditzer Oberbürgermeister, der am Montag die Einsatzleitung hatte, war es nicht die erste Katastrophe, in die er involviert war. „Ich habe bei den Fluten 2002 und 2013 im Krisenstab gesessen“, erklärt Bergner. Es sei wichtig, dass im Ernstfall jeder wisse, was zu tun ist. „Nur so kann es funktionieren“, meint er. Insbesondere wenn sich Einsatzlagen wie am Montag kurzfristig ändern. „Da muss die Routine sitzen, um dann gelassen reagieren zu können.“ Aus diesem Grund wolle er mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung das Verhalten in Katastrophenfällen üben. Auch in Sachen Ausstattung gebe es mit der Erkenntnis vom Montag Verbesserungsbedarf. „Es war beispielsweise eine große Herausforderung, die großen Karten mit dem Sperrkreis zu erstellen“, erzählt er. Das müsse künftig besser funktionieren, da sei entsprechende Technik in der Stadtverwaltung nötig. „Das werden wir nun alles noch einmal besprechen und aufarbeiten.“

Den Bombenkrater wird übrigens nicht die Gemeinde Schkeuditz füllen, das sei Sache des Eigentümers, meint Bergner. „Die Feuerwehr baut ja auch nicht das Haus wieder auf, das sie gerade gelöscht hat.“ Dennoch fielen für die Stadt Kosten an, beispielsweise für den Transport der Dölziger in die Diskothek Sax und die Versorgung der Menschen.

Einig sind sich die beiden Stadtoberhäupter, dass alles friedlich und ruhig ablief. Am Ende des erfolgreich geschafften Tages haben sich beide in den Arm genommen – und seien glücklich gewesen, es gemeinsam mit allen Einsatzkräften gemeistert zu haben.

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