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Lokales Leipziger Nonne begeistert mit Mundharmonika
Leipzig Lokales Leipziger Nonne begeistert mit Mundharmonika
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08:01 27.07.2019
Maria Wolfsberger mit ihrer chromatischen Mundharmonika. Ein eingebauter Schieber hilft dabei, die Halbtöne zu spielen; so auch am Sonntag, 28. Juli, ab 16 Uhr im Dom zu Halle, wo die katholische Nonne ein Konzert gibt. Quelle: privat
Leipzig

Den Jungen mit der Mundharmonika kennt jeder. Aber die Nonne aus Leipzig, die dieses Instrument mindestens genauso gut beherrscht wie der Protagonist im Song des einstigen Schlagerstars Bernd Clüver? Vermutlich ist Maria Wolfsberger die deutlich bessere Musikerin. Mit dem Lied von 1973 verbindet sie nur eins: In dem Jahr, als es die Hitparade stürmte, wurde die Schwester aus der katholischen Gemeinschaft der Missionarinnen Christi geboren. In Roitham in Oberösterreich. Im Salzkammergut.

Kleines, handliches Teil

In der Musikschule von Laakirchen wurde Maria Wolfsberger in chromatischer Mundharmonika unterrichtet. Sie mochte „das kleine, handliche Teil, mit dem sich so vielseitig Musik machen lässt“, wie sie erzählt, während ihre Augen hinter den ovalen Brillengläsern zu leuchten beginnen. „Die Mundharmonika hat mich früh fasziniert, überhaupt die Musik. Sie macht einfach Freude. Eine Freude, die ich mit anderen Menschen teilen möchte.“ Schon als Jugendliche heimste die Mundharmonika-Solistin Maria Wolfsberger Preise ein. Als Erwachsene später auch.

Am Sonntag ist die 45-Jährige, die seit 2004 mit einigen anderen Missionarinnen Christi in der zwölften Etage eines Leipziger Hochhauses in einer Art klösterlichen Gemeinschaft lebt, im benachbarten Halle/Saale zu hören. Im dortigen Dom tritt sie ab 16 Uhr mit ihrem langjährigen musikalischen Partner Gerhard Noetzel im Rahmen der Orgelfestkonzertreihe auf. Noetzel ist der Kirchenmusiker der Evangelisch-reformierten Domgemeinde zu Halle. Er wird an der frisch restaurierten, imposanten Wäldner-Orgel aus dem Jahr 1851 sitzen, während seine Kollegin ihre Harmonika zum Munde führt.

Im Sinne gelebter Ökumene

Kollegin ist Maria Wolfsberger schon deshalb, weil sie auch ziemlich gut Orgel spielen kann. Wenn sie die Manuale und Pedale bedient, tut sie dies in der Regel in der evangelisch-lutherischen Pfarr- und Stadtkirche St. Nikolai zu Leipzig. Dort ist die katholische Nonne – gleichsam im Sinne gelebter Ökumene – seit Kurzem die Frau über die Kirchenmusik, zieht im wahrsten Sinne des Wortes gerade alle Register. Nach dem Weggang des langjähigen Nikolaikantors Jürgen Wolf wurde Maria Wolfsberger im März dieses Jahres zur Interimskantorin. Was nahe lag, denn die Absolventin am Salzburger Mozarteum arbeitet bereits seit 2013 für die protestantischen Schwestern und Brüdern. Vermutlich bis Ende des Jahres wird Maria Wolfsberger in der Phase der Vakanz aushelfen.

Vakanz-Vertretung bis Jahresende

Jürgen Wolf selbst war es, der sie seinerzeit anwarb – als Kor­re­pe­ti­torin, Stimmbildnerin des Bach-Chores und Organistin in Vertretung. „Ich habe mich immer gut mit ihm verstanden, habe prima mit ihm zusammengearbeitet. Sein Fortgehen kam für viele überraschend, aber er hatte seine Gründe“, berichtet Maria Wolfsberger. Dass der Ex-Nikolaikantor die gebürtige Oberösterreicherin unbedingt an die Nikolaigemeinde binden wollte, kam nicht von ungefähr: Maria Wolfsberger wechselte vor 15 Jahren auch deshalb in den deutschen Osten, um an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle/Saale zu studieren.

„Ich bin A-Kantorin für evangelische Kirchenmusik“, sagt die gläubige Katholikin nicht ohne einen dezenten Anflug von Stolz. Mehr noch: Freiberuflerin Maria Wolfsberger besitzt an der halleschen Hochschule inzwischen einen Lehrauftrag für Orgel, Gehörbildung und Musiktheorie. Und ist obendrein Orgelsachverständige der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen. „Ziemlich viel Ehre für eine Vertreterin der anderen christlichen Konfession“, sagt sie lächelnd. „Aber wir glauben ja alle an den einen Gott.“

Auftritt am 28. Juli im Dom zu Halle

Am 28. Juli im Dom zu Halle wird Maria Wolfsberger auch selbst komponierte Stücke vortragen: das Mundharmonika-Solo „Cartoons“ aus dem Jahr 1997 und – zusammen mit Organist Gerhard Noetzel – das „Lied vom Weinberg“ (2007). Beide Künstler haben Komposition bei Volker Bräutigam studiert. „Ein wunderbarer Mensch“, schwärmt seine Ex-Schülerin. Schon um ihn zu erleben, habe sich der Umzug nach Sachsen beziehungsweise Sachsen-Anhalt gelohnt, betont Maria Wolfsberger. „Aber auch sonst bin ich gern hier. Ich hatte damals die Wahl zwischen Wien und Leipzig. Ich habe mich für Leipzig entschieden und bin dem Schöpfer dafür sehr, sehr dankbar.“ Ihm zur Ehre und den Menschen zur Freude greift sie am Sonntag zur Mundharmonika. Vielleicht spielt sie als Zugabe ja eine Improvisation zu „Der Junge mit der Mundharmonika“ ...

Maria Wolfsberger bietet freitags ab 16.30 Uhr in der Leipziger Nikolaikirche Orgelführungen an – und erklärt die Ladegast-Orgel (mehr als 6000 Pfeifen). Preis: 5 Euro

Von Dominic Welters

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