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Lokales Blick in die Krankenakten im Zoo Leipzig: Das sind die skurrilsten Fälle
Leipzig Lokales Blick in die Krankenakten im Zoo Leipzig: Das sind die skurrilsten Fälle
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09:18 21.02.2020
Von Schneeleopardin Laura musste der Zoo im vergangenen Jahr Abschied nehmen. Quelle: Zoo Leipzig
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Leipzig

„Es war ein sehr intensives Elefantenjahr“, sagt Zootierarzt Doktor Andreas Bernhard im Rückblick auf das Jahr 2019. Bei einem Vortrag vorm Freundes- und Förderverein Zoo gab er Einblick in die Patientenakten des vergangenen Jahres. Im Mittelpunkt stand der monatelange Kampf um Dickhäuterbaby Ben Long und die Überwachung von Elefantendame Thura – letztlich starben beide Tiere. Neben diesen ganz großen Sorgenkindern kümmerte sich der Doktor um alltägliche Wehwehchen wie Knickohren, Bisse, Tumore, gebrochene Finger oder rund gewachsene Krallen. 500 Patienten wurden behandelt, davon 219 Säugetiere und 259 Vögel. 107 Tiere wurden in Narkose gelegt. Für manchen Publikumsliebling gab es keine Hilfe mehr.

Hase mit Knickohr

Die Großen Pampashasen auf der Südamerikaanlage – auch Maras genannt – stellen ihre langen Ohren normalerweise nach oben auf. Bei dem Patienten, der dem Zootierarzt vorgestellt wurde, stand nur noch ein Löffel, der andere hing abgeknickt nach unten. Das Tier litt an einem Othämatom, umgangssprachlich auch als „Blutohr“ bezeichnet – eine Anschwellung des Ohres, die das Stehvermögen beeinträchtigt. Ursache war möglicherweise eine Rangelei mit einem Artgenossen.

Abschied von Lama Horst und Schneeleopardin Laura

Verstorben sind 2019 Lama Horst und Schneeleopardin Laura. Zoo-Maskottchen Horst wurde dem Tierarzt mit einer starken Gesichtsschwellung vorgestellt. Vorübergehend konnte die Wassereinlagerung zum Abklingen gebracht werden, dann kehrte sie zurück. Das Lama hatte zunehmend Probleme beim Fressen und Atmen, musste schließlich eingeschläfert werden. Zur Ursache seiner Symptome gibt es keine genaue Diagnose.

Altersbedingt starb Schneeleopardin Laura kurz vor ihrem 18. Geburtstag in der neuen Himalaya-Anlage. Wie viele alte Katzen litt sie an einer Nierenschwäche, war schon recht eingefallen und hatte sich auch eingenässt.

Rosa Löffler mit Fehllandung

Dramatisch verflogen hatte sich ein Rosa Löffler in der Flamingovolière. Der Sumpfvogel mit rosa Federkleid und löffelartigem Schnabel wurde in einem Ast hängend gefunden und hatte eine große blutende Wunde am Hals. Die wurde auf dem OP-Tisch gesäubert und vernäht, trotzdem starb das Tier zwei Tage später. Die pathologische Untersuchung ergab: Der Vogel litt an einer Leberentzündung. Vermutlich deshalb war er geschwächt, schaffte den Anflug nicht richtig und hängte sich im Geäst auf.

Plumplori büßt Finger ein

Nur noch die Amputation eines Fingers konnte einem Plumplori helfen. Der nachtaktive Baumbewohner aus dem Vulkanstollen des Gondwanalandes kam mit einer Verletzung am Fuß zum Tierarzt, der Knochen lag frei. „Jetzt hat er einen Finger weniger, aber er kann damit leben und die Hand benutzen“, so der Doktor.

Tod des Chefs haut Brüllaffen um

Seit 2015 bildeten die Schwarzen Brüllaffen das Empfangskomitee im Zoo. Doch im vergangenen Jahr zerfiel die Gruppe: Nach dem Tod des männlichen Chefs kam es zu massiven Stoffwechsel-Entgleisungen bei den anderen Tieren. Mittlerweile leben keine Schwarzen Brüllaffen mehr im Zoo, auf dem Affenfelsen soll eine andere Art angesiedelt werden.

Fußpflege bei Lippenbärin Ludmilla

Aufgrund ihres hohen Alters von 28 Jahren hatte Lippenbärin Ludmilla die Körperpflege etwas vernachlässigt und sich auch nicht mehr so viel bewegt. Unter Narkose wurden ihr die rund gewachsenen Krallen gekürzt, damit sie nicht in die Fußsohle einwachsen. Dabei warf der Tierarzt einen Blick in ihr Maul: Wie viele alte Damen hatte sie nur noch Stummeln und kaum Zähne im Mund. Doch da der Zoo den Tieren „Bärensuppe“ verabreicht, war das kein Problem.

Quoll mit Extra-Kralle

Aufgrund eines Tumors an den Zitzen – eine relativ häufige Erkrankung bei älteren Tieren – wurde ein australischer Beutelmarder vom Tierarzt untersucht. Dabei ergab sich ein kurioser Zufallsbefund: Das Tier besitzt eine zusätzliche Kralle. Im dunklen Vulkanstollen, wo die Quolls leben, war das bislang nicht zu sehen.

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