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Lokales Diese Kreuzungen in Leipzig bekommen grüne Pfeile für Radfahrer
Leipzig Lokales Diese Kreuzungen in Leipzig bekommen grüne Pfeile für Radfahrer
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12:25 09.01.2019
Eine der drei Testkreuzungen in Leipzig: An der Ecke der Karl-Liebknecht-Straße / Riemannstraße, werden bis Ende Januar grüne Pfeile für Radfahrer angebracht. Quelle: André Kempner
Leipzig

Rechts abbiegen, obwohl die Ampel rot zeigt – für Radfahrer ist das an drei ausgewählten Kreuzungen in Leipzig demnächst möglich. Die Messestadt ist Teil eines bundesweiten Pilotversuchs, bei dem ein grüner Pfeil nur für Radler getestet wird. Das gab die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch-Gladbach am Montag bekannt. Nun stehen die Test-Kreuzungen fest – drei der 40 Standorte befinden sich in Leipzig.

Wie das Verkehrs- und Tiefbauamt am Dienstag mitteilte, handelt es sich um die Knotenpunkte Wurzner Straße / Wiebelstraße in Volkmarsdorf sowie Karl-Liebknecht-Straße / Riemannstraße und Shakespearestraße im Zentrum-Süd. „Die Eingewöhnungsphase für Radfahrer läuft anschließend bis Ende April, von Mai bis Juli folgen dann die so genannten Nachher-Erhebungen“, erklärte die städtische Behörde den Ablauf der Tests. An den Kreuzungen waren Ende 2018 bereits sogenannte „Vorher-Messungen“ durchgeführt worden, um die Ergebnisse später vergleichen zu können.

Neue Schilder kommen bis Ende Januar

Die Schilder mit grünem Pfeil und Fahrradsymbol sollen bis Ende Januar angebracht werden. Auch bei rotem Ampelsignal dürfen Radler dann nach kurzem Stopp rechts abbiegen, wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert oder gefährdet werden. Bislang gab es entsprechende Regelungen schon für den gesamten Verkehr an entsprechend beschilderten Kreuzungen – seit 1978 zunächst in der DDR, seit 1994 auch bundesweit. Mit dem neuen Pilotversuch wird getestet, ob sich der Verkehrsfluss durch den Radler-Grünpfeil an den Kreuzungen verbessert, ohne dass die Sicherheit beeinträchtigt wird. Die Auswertung erfolgt per Video an bestimmten Auswertungstagen.

So sehen die neuen Schilder aus: Die grünen Rechtsabbieger-Pfeile für Radfahrer werden an 40 Kreuzungen bundesweit getestet. Quelle: BASt

Auf Anfrage von LVZ.de erklärte die Stadt die Auswahl der Kreuzungen: „Vorgegeben war, dass beim Rechtsabbiegen des Radverkehrs in der Ausfahrt ein Radfahrstreifen vorhanden sein muss, damit keine Konflikte außer zu querenden Fußgängern auftreten können. Ferner durfte nicht bereits ein allgemeiner Grünpfeil vorhanden sein“, so Roland Quester vom Dezernat Stadtentwicklung und Bau.

Der TU Dresden, die auch die Auswertung übernimmt, seien mehrere geeignete Knotenpunkte vorgeschlagen worden, aus denen die Hochschule drei auswählte. Für die Kreuzungen sei ein Mindest-Verkehrsaufkommen gefordert worden, damit die Tests wissenschaftlichen Anforderungen genügen, ergänzte eine BASt-Sprecherin. Entscheidend war zudem eine möglichst große Bandbreite an Verkehrsführungen, um eine maximale Übertragbarkeit der Ergebnisse zu erreichen.

Netz-Gemeinde ist skeptisch

Im Internet fielen die ersten Reaktionen auf die neue Radfahrer-Regelung skeptisch aus. In einem nicht-repräsentativen Online-Voting von LVZ.de kanzelten zwei Drittel der Teilnehmer den Test als „Quatsch“ ab. Nur knapp jeder Dritte der mehr als 3100 Teilnehmer (Stand Dienstag, 16 Uhr) findet die neuen Pfeile gut und verspricht sich davon mehr Verkehrssicherheit.

Braucht es einen grünen Pfeil nur für Radfahrer?

Leipzig ist eine von neun Städten, in denen als Pilotprojekt der grüne Pfeil für Radfahrer getestet wird.

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Auch bei Facebook wurde von vielen Usern bezweifelt, ob die neuen Schilder tatsächlich etwas bringen. „Die wenigsten Radfahrer scheren sich doch um rote Ampeln“, schrieben gleich mehrere Nutzer. „Macht den Schilderwald in Deutschland nicht noch größer“, forderte ein User. Eine Frau befürchtet, dass es durch den Pfeil „noch mehr Chaos und Unfälle“ geben könnte. Genau das soll der auf ein Jahr angelegte Test zeigen. Eine Entscheidung, ob der Grün-Pfeil für Radler bundesweit eingeführt wird, will das Bundesverkehrsministerium 2020 fällen.

Keine Kosten für die Stadt

Insgesamt wurden neun Städte für den Test ausgewählt – Leipzig ist die einzige in Ostdeutschland neben Bamberg, Darmstadt, Düsseldorf, Köln, München, Münster, Reutlingen und Stuttgart. Die sächsische Metropole hatte sich für das Pilotprojekt beworben und konnte damit punkten, dass der Anteil des Radverkehrs hier im Bundesvergleich besonders stark wächst. Die Auswahl sei nach verschiedenen Kriterien erfolgt, erklärte die BASt-Sprecherin. Berücksichtigt worden sei dabei ein „möglichst großes Spektrums an Einwohnerzahl, Modal Split, Art der Topographie, Bandbreite vorhandener Radverkehrsanlagen und Verteilung über das Bundesgebiet“.

Kosten entstehen der Stadt durch den Pilotversuch übrigens nicht. Die Untersuchung sei vom Bundesverkehrsministerium beauftragt und werde entsprechend vom Bund finanziert, hieß es aus der Stadtverwaltung.

Von Robert Nößler

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