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Lokales Wildschwein-Jäger scheuchen bei Leipzig Wolf auf
Leipzig Lokales Wildschwein-Jäger scheuchen bei Leipzig Wolf auf
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11:01 09.01.2020
Wölfe sind in Sachsen längst heimisch geworden, jetzt will sich vermutlich ein durchreisender Isegrim rund um Leipzig niederlassen. Quelle: dpa
Markkleeberg/Großpösna

Isegrim ist längst wieder heimisch in Sachsen. In den vergangen Jahren ist er schon in Markkleeberger Fotofallen getappt, es gab auch Meldungen aus der Bevölkerung. Am Montag wurde ein Exemplar bei einer Drückjagd im Oberholz von Treibern aufgescheucht.

2015 erste Fotofallen-Sichtung bestätigt

In den Landkreisen Görlitz, Bautzen, Meißen, Nordsachsen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge leben rund zwei Dutzend Rudel. In Markkleeberg tappte ein Wolf bereits 2015 in eine Fotofalle. Jagdpächter Frank Fester hatte im Mai des Jahres einen ungewöhnlich gerissenen Rehbock nahe der Kanuparkschleuse am Markkleeberger See entdeckt. Zwei Tage später fotografierte Festers automatische Wildkamera einen Wolf rund 30 Meter vom Asphaltrundweg entfernt. Die erste Sichtung eines Wolfs im Raum Leipzig wurde damals von offiziellen Stellen bestätigt.

Jetzt wurde ein einzelnes Tier im Südraum Leipzig leibhaftig gesehen. „Das ist mir bei einer Jagd zum ersten Mal passiert“, sagte Forstdirektor Andreas Padberg. „In Oelzschau wurde der Wolf zum ersten Mal gesehen, ich habe gleich eine SMS von den Treibern bekommen.“ Dann habe er sich in Richtung Störmthal weiterbewegt. „Was wir bisher nur vom Hörensagen kannten, ist eigene Beobachtung geworden“, so Padberg. Das habe eine neue Qualität.

Wolf könnte aus Region Delitzsch kommen

Eine Überraschung sei das nicht, erklärte Vanessa Ludwig von der im Mai letzten Jahres gegründeten Fachstelle Wolf im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Generell könnten überall in ganz Deutschland Wölfe vorkommen. Spätestens nach anderthalb Jahren machten sich Jungtiere mit der Geschlechtsreife auf den Weg, um einen Partner zu finden und ein eigenes Rudel zu bilden.

„Sie lassen sich erst dann nieder, wenn es ihnen irgendwo gefällt“, so Ludwig.Es könne durchaus sein, dass der Wolf aus der Region Delitzsch kommt. Dort ist seit 2017 ein Wolfspaar mit Nachwuchs im Bereich des ehemaligen Tagebaus Südwest unterwegs. Der Wolf könne aber auch schon einen viel weiteren Weg hinter sich gebracht haben und aus Tschechien oder Polen eingewandert sein.

„Wichtig ist, dass wir die Meldungen über Sichtungen bekommen“, betont Ludwig. Die könnten per Mail an fachstellewolf.lfulg@smul.sachsen.de geschickt werden. Mit Inkrafttreten der Sächsischen Wolfsmanagementverordnung und Neustrukturierung des Wolfsmanagements in Sachsen hat die Behörde am 1. Juni 2019 ihre Arbeit aufgenommen. Sie koordiniert alle Aufgaben des Managementplans, des Monitorings, der Beratung der Nutztierhalter und der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Wolf in Sachsen. Ihr obliegt auch die Begutachtung gerissener Tiere. Dafür gibt es eine Hotline mit einer Bereitschaft rund um die Uhr. Unter der Telefonnummer 0800 555 06 66 werden auch Hinweise über gefährliche Situationen und tote oder verletzte Wölfe entgegengenommen.

Von Gislinde Redepenning

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