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Lokales Ein Blick zum Nachbarn – Polnisches Institut öffnete vor 50 Jahren
Leipzig Lokales Ein Blick zum Nachbarn – Polnisches Institut öffnete vor 50 Jahren
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22:50 05.02.2019
Mit Blick auf den Markt: Rainer Mende (links) und Bernd Karwen im Polnischen Institut in Leipzig, das heute eine Außenstelle von Berlin ist. Dort werden nach wie vor viele Veranstaltungen rund um die polnische Kunst und Kultur organisiert.
Mit Blick auf den Markt: Rainer Mende (links) und Bernd Karwen im Polnischen Institut in Leipzig, das heute eine Außenstelle von Berlin ist. Dort werden nach wie vor viele Veranstaltungen rund um die polnische Kunst und Kultur organisiert. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Für die älteren Leipziger war es immer etwas Besonderes: Im Polnischen Kultur- und Informationszentrum am Brühl konnten sie auch mal eine begehrte Schallplatte oder polnisches Kunstgewerbe ergattern. Das Institut, nach Berlin das zweite in der DDR, war die einzige ausländische Einrichtung in der Stadt. Die Regierungen beider Länder hatten es „im Dienste der Freundschaft zwischen unseren Völkern“ am 6. Februar – also vor 50 Jahren – 1969 eröffnet.

Viele Veranstaltungen waren Publikumsmagnet

Für viele Leipziger war es vor allem ein Ort der Freiheit. Viele Veranstaltungen waren ein echter Publikumsmagnet und die einzige Möglichkeit, sich mit Entwicklungen im westlichen Europa bekannt zu machen. Vor allem in den 1980er-Jahren spielte das Institut für viele Leipziger eine wichtige Rolle, zumal die DDR-Regierung im November 1980 die Grenze zu Polen geschlossen hatte.

Heute heißt es Polnisches Institut, ist „nur“ noch eine Berlin-Filiale, hat einen Transformationsprozess durchgemacht. Es sitzt am Markt, ist aber seinem Anspruch treu geblieben.

„Wir veranstalten keine große Geburtstagsfeier am Tag der Gründung“, sagt Rainer Mende. Vielmehr gebe es Veranstaltungen übers ganze Jahr. Zum Auftakt fand bereits ein Festkonzert statt, da Klaviermusik und Chopin immer eine große Rolle gespielt haben. Musik, Kunst, Film, Jazz, Politik, Literatur – alles was das Institut prägt, wird angeboten. Am 5. März steht ein Filmkarneval an. „Da haben wir einen Film ausgegraben, der 1969 Premiere hatte. Theoretisch hätte dieser Klassiker von Andrzej Wajda ’Alles zu verkaufen’ dort laufen können.“

Mit Friedlicher Revolution sank zunächst das Interesse

1989 kam mit der friedlichen Revolution die Wende, in den Monaten danach wurde aus dem Polnischen Kultur- und Informationszentrum das Polnische Institut Leipzig. Und Polen stand nun nicht mehr so im Zentrum des Interesses der Leipziger. Das Institut fand aber neue Wege, um über die politischen Vorgänge und das neue Kulturleben in Polen zu informieren.

1998 erfolgte der Wechsel zum Markt. Das Institut schärfte sein Profil, indem es bestrebt war, den Leipzigern das neue, junge, dynamische und moderne Polen zu vermitteln. Es beteiligte sich mit polnischen Beiträgen an allen Großveranstaltungen in Leipzig, an den Interkulturellen Wochen, der Dokfilm-Woche, an der Jüdischen Woche, an der Buchmesse und an der Euroszene. Es fanden Ausstellungen namhafter und weniger bekannter polnischer Künstler statt.

Kooperation mit Rahn-Stiftung

Zum 31. Juli 2014 sollte das Polnische Institut in Leipzig dennoch eingespart werden. Es folgten viele Bürgerproteste, auch der ehemalige Superintendent und Ehrenbürger von Krakau, Friedrich Magirius, setzte sich für den Erhalt ein. Die Lösung kam dann durch die Kooperation mit der Europäischen Stiftung der Rahn Dittrich Group für Bildung und Kultur, die inzwischen Hauptmieter der Räume ist. Die Kooperation funktioniert – das Polnische Institut ist nach wie vor ein lebendiger Ort für die Messestädter, die gut 2860 Polen sowie 1780 Deutschen mit polnischen Wurzeln, die in Leipzig leben.

Von Mathias Orbeck

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