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Leipzig Lokales Eine Schau im Wandel: Ein Chip unter der Haut
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08:03 02.11.2018
Unscheinbar: der Chip neben der Spritze ist das kleinste Objekt der neuen Dauerschau im Zeitgeschichtlichen Forum. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Mehr Geschichte, starke Objekte, eine optimierte Vermittlung – das Zeitgeschichtliche Forum in der Grimmaischen Straße 6 gestaltet seine Dauerschau neu. Die ersten Hingucker haben ihren Platz in der Ausstellung gefunden, die am 5. November eröffnet wird. In der Serie „Forum im Aufbruch“ stellt die LVZ einige vor. Heute: ein Chip, der unter die Haut implantiert wird.

Die neue Dauerschau geht unter die Haut: Vor allem mit ihrem kleinsten Objekt, das mit einer Spritze implantiert wird. Das erinnert in einer Ausstellung, die sich auch Diktaturen in Deutschland widmet, an Geheimdienste, wie die ehemalige Staatssicherheit der DDR, die in ihrer Überwachung alles andere als zimperlich waren. Doch damals war die Technik noch nicht so weit. Heute aber lassen sich viele Menschen einen solchen Chip inzwischen freiwillig einpflanzen, auf dem viele oder eben auch ihre gesamten Daten gespeichert werden können.

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Wie aus dem Science-Fiction-Film

Das klingt zwar für viele wie aus einem Science-Fiction-Film. Doch aufwändige bürokratische Handlungen können so per Scan im Handumdrehen erledigt werden. „Viele wollen sich damit den Alltag erleichtern, Türen öffnen, den Laptop starten, sich im Fitnessstudio einloggen“, erzählt Anne Martin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Zeitgeschichtlichen Forum.

Dieses „Body Hacking“ sei in Deutschland noch nicht so weit verbreitet. „Im Dezember 2017 ging man davon aus, dass sich etwa 4000 Deutsche so einen Chip haben einpflanzen lassen.“ In anderen Ländern wie beispielsweise Schweden sind neue technologische Möglichkeiten weiter verbreitet. So ist in vielen schwedischen Geschäften und Restaurants das Bezahlen mit dem Smartphone gängige Praxis, es wäre aber auch mit jenem Mikrochip möglich.

Viele verzichten auf Bezahlen mit Bargeld

Die Tendenz, dass viele Länder aufs Bezahlen mit Bargeld verzichten, ist längst erkennbar. Ihr Argument: So könne die Sicherheit der Kunden besser gewährleistet werden. In den USA sind die Implantate für manche Menschen bereits seit 2001 Realität. Laut Zeitgeschichtlichem Forum haben sich 40 000 Menschen weltweit einen dieser Chips implantieren lassen. Tendenz steigend.

Die Schau will deutlich machen, wie die Digitalisierung die Welt verändert, welche Herausforderungen, aber auch Gefahren damit verbunden sein können. Im Netz gebe es viele positive Reaktionen rund um die Chips, aber auch Ängste, gehackt werden zu können. Mittlerweile werden solche Technologien beispielsweise bei der Betreuung von Demenzkranken eingesetzt, um sie schneller aufspüren zu können, wenn sie sich verirren. Superreiche statten auch ihre Kinder mit solchen Techniken aus, weil sie Angst vor Entführungen haben.

Chips als „Smartphone der Zukunft“

„Jener Chip ist so etwas wie das Smartphone der Zukunft“, glaubt Direktor Jürgen Reiche. Die Welt erlebe eine technische Revolution und Innovation, bei der viele Menschen mit der Schnelligkeit der Entwicklung kaum noch mitkommen. Die Dauerschau blickt daher keineswegs nur zurück auf die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Sie will sich auch der Zukunft widmen.

„Es bleibt spannend, wie ein Staat als geschlossenes System in einer globalisierten Welt überhaupt agieren kann.“ Gerade Deutschland, das wie kaum ein anderes Land so stark vom Export abhängt. Hinzu kommt: Vieles wird produziert mit Rohstoffen wie seltenen Erden, die Deutschland gar nicht besitzt. Das Handy sei das beste Beispiel dafür.

„Uns ist es wichtig, für das Thema Freiheit zu sensibilisieren und darüber zu reden, was Fortschritt und Sicherheit in Bezug auf Freiheit überhaupt bedeutet“, so der Direktor. Da gebe es viele Möglichkeiten, auch auf der offenen Bühne innerhalb der Ausstellung, die für Diskussionsrunden gedacht ist.

Von Mathias Orbeck

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