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Lokales Eine starke Truppe – die Feuerwehr Liebertwolkwitz
Leipzig Lokales Eine starke Truppe – die Feuerwehr Liebertwolkwitz
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14:01 23.11.2018
Torsten Heinke steht seit zwölf Jahren an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Liebertwolkwitz. Seit seinem 14. Lebensjahr gehört er der Einheit an. Quelle: André Kempner
Leipzig

Freiwillige Feuerwehren gibt es in 22 Leipziger Ortsteilen. In ihnen engagieren sich knapp 700 ehrenamtliche Kameradinnen und Kameraden. Sie leisten große Dienste bei der täglichen Gefahrenabwehr – sei es bei der Brandbekämpfung, beim Retten von Menschenleben, bei technischer Hilfeleistung oder beim vorbeugenden Brandschutz. Die LVZ stellt die Einheiten in loser Folge vor. Heute: die Freiwillige Feuerwehr Liebertwolkwitz.

Alter Hase mit leistungsfähigem Team

Keineswegs zufällig landete der Abiturient der damaligen Erweiterten Oberschule in der Möbiusstraße, dem heutigen Humboldt-Gymnasium, bei der Feuerwehr. Als 14-Jährigem stand Torsten Heinke nicht nur der Sinn nach Analytischer Geometrie, Goethes Faust oder chemischen Reaktionsgleichungen, sondern auch nach Feuerwehr. Seit 1979 ist der heute 53-Jährige bei den freiwilligen Brandbekämpfern von Liebertwolkwitz. Aus dem Hobby wurde Heinkes Beruf. Seit 1986 ist der Mann in Doppelfunktion unterwegs: zunächst als Profi in der Nordwache in Gohlis, mittlerweile als Gruppenführer in Leipzigs neuem feuerwehrtechnischen Zentrum in Großzschocher – und dann natürlich als Ehrenamtlicher im „Wolkser“ Gerätehaus am Dorotheenring. Hier wie dort genießt Heinke hohe Anerkennung. Ganz besonders bei den Freiwilligen am südöstlichen Stadtrand: Dort ist der alte Hase in Sachen Brandschutz seit dem Jahr 2006 Wehrleiter und steht einem überaus leistungsfähigen Team vor.

26 Aktive

Rund um die Uhr sind Heinke & Co. einsatzbereit. „Niemand aus unserer 26 Mann starken Aktiventruppe schiebt eine lange Schicht am Arbeitsplatz vor oder klagt über fehlenden Nachtschlaf, wenn er vom Lagezentrum per Pager alarmiert wird“, ist der Wehrleiter des Lobes voll. Alle seien sehr verantwortungsbewusst und überaus zuverlässig. „Spätestens nach viereinhalb Minuten, der vorgeschriebenen Ausrückzeit, fährt unser großes Löschfahrzeug mit mindestens sechs Kameraden vom Hof“, sagt er. Durchschnittlich 100 Mal im Jahr werden die Liebertwolkwitzer alarmiert – tagsüber, nachts, an Wochenenden und Feiertagen. In diesem Jahr war der 100. Einsatz bereits am 8. November. „Kurz vor Mitternacht wurden wir aus den Betten geholt. Am Oleanderweg sollte ein Treppenhaus brennen. Aber das Ganze erwies sich am Ende zum Glück als blinder Alarm“, berichtet Heinke.

Grauenvolle Bilder in den Köpfen

„Grauenvoll hingegen war der 6. September 2016. Damals wurden wir zu einem Verkehrsunfall auf dem Autobahn-Zubringer zur A 38 gerufen und mussten zwei Tote aus einem Pkw bergen“, schiebt der Wehrleiter nach. Dies sei vor allem für die jungen Kameraden eine extrem psychische Belastung gewesen. „Die Bilder dieses schrecklichen Unfalls haben wir bis heute in unseren Köpfen.“ Der Wagen war auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal mit einem Schwerlaster zusammengestoßen. „Damit traumatische Einsätze dieser Art am effektivsten bewältigt werden, bereiten wir uns alljährlich in Ausbildungswochenenden auf solche Ereignisse vor“, erläutert der Chef der „Wolkser“ Floriansjünger. So auch in diesem Sommer in Narsdorf am Rande des Kohrener Landes. Das dort durchgespielte Szenario: Ein Pkw ist an einem Abhang verunglückt, vier Personen sind verletzt. Rüstwagen und Löschfahrzeug sind im Einsatz. Drei der eingeklemmten Unfallopfer müssen mit unterschiedlichen Schnitttechniken befreit werden. Eine weitere Person gilt es, mit einer Schleifkorbtrage am Hang zu retten.

Jeden Mittwoch Weiterbildung

Neben einem solchen Trainingswochenende haben die Kameraden Mittwoch für Mittwoch noch Übungs- und Weiterbildungabende im Spritzenhaus zu absolvieren. „Das alles fordert unsere Anerkennung und unseren Respekt. Das Ehrenamt bei der Feuerwehr ist enorm zeitaufwendig“, würdigt der Liebertwolkwitzer Ortsvorsteher Roland Geistert (LUV) die Arbeit der Brandbekämpfer. „Unser Dank gilt dabei auch den Lebenspartnern der Aktiven. Sie müssen viele Entbehrungen in Kauf nehmen.“ Überhaupt: Die Liebertwolkwitzer Feuerwehr spiele im gesellschaftlichen Leben des Ortes „eine herausragende Rolle“, betont Geistert. Der Inhaber des gleichnamigen Auto- und Karosseriefachbetriebes stellt mit Tim Heinrichs, einem Lehrling im dritten Lehrjahr, selbst ein Mitglied der Einsatztruppe. „Wenngleich es für ein mittelständisches Unternehmen, wie wir es sind, nicht immer ganz einfach ist, plötzlich einen Mann entbehren zu müssen, wenn der Alarm geht“, räumt der Ortschef ein.

Feste Größen im Team

Tim ist mit seinem Engagement eine feste Größe in unserem Team“, betont Wehrleiter Heinke. Dies gelte auch für seinen Stellvertreter Marco Seifert und Jugendwart Christian Schulze, der ansonsten in der Werksfeuerwehr von Porsche seinen Dienst tut. Nicht zu vergessen Ralf Muschter, Johannes Ebersbach und Thomas Vierke, Vorstandsmitglied des Leipziger Feuerwehrverbandes.

128 Jahre alte Tradition

128 Jahre ist die Liebertwolkwitzer Einheit bereits alt. Neben den Aktiven existiert noch eine 17-köpfige Jugendwehr und eine Altersabteilung mit 13 Mitgliedern. Die wechselvolle Geschichte der „Wolkser“ Feuerwehr ist in einer umfangreichen Ausstellung dokumentiert, die weit und breit ihresgleichen sucht. Und die sich im Gerätehaus am Dorotheenring 2 befindet.

Von Günther Giessler

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