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Lokales Minifant noch nicht übern Berg – aber schon sehr geschickt
Leipzig Lokales Minifant noch nicht übern Berg – aber schon sehr geschickt
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12:15 28.05.2019
Elefantendame Don Chung kümmert sich als „Ziehmutter" um den kleinen Elefantenbullen im Zoo Leipzig. Quelle: Zoo Leipzig
Leipzig

Das Schicksal des Elefantenbabys im Leipziger Zoo bewegt die Gemüter. In der MDR-Talkshow „Riverboat“ wurde Zoodirektor Jörg Junhold ausgiebig zu dem Sorgenkind befragt – und stellte klar, dass das Kalb noch nicht außer Gefahr ist: „Man sieht einen Wonneproppen, es sieht aus, als sei alles in Ordnung, und er verhält sich auch so. Aber eine Handaufzucht eines asiatischen Elefanten ist sehr, sehr heikel und in den Fällen, in denen es keine Muttermilch gibt, auch bisher noch nicht geglückt. Wir wissen einfach wissenschaftlich zu wenig, was passiert, wenn man auf eine Ersatznahrung umstellt. Wir sind jetzt die Einzigen, die dafür sorgen können, dass er Nahrung bekommt.“

Elf Wochen nach der Geburt kümmert sich seine Tante Don Chung zuverlässig um den kleinen Elefanten im Leipziger Zoo.

„Drei Kreuze“ nach sechs Monaten

Der mittlerweile vier Monate alte Bulle wurde von seiner Mutter Hoa im Stich gelassen. In den ersten drei Wochen konnte der Kleine bei ihr noch Muttermilch trinken. Hoa ließ sich das aber nur gefallen, weil sie zu den Trinkzeiten ihres Sohnes angekettet wurde und die Pfleger verhinderten, dass sie ihn dabei verletzte. Dann wurde die Muttermilch knapp und es musste mit der Flaschen-Zufütterung begonnen werden. Über den Berg sei der Kleine letztlich erst, wenn er zwei Jahre alt ist und feste Nahrung zu sich nehmen kann, so Junhold. „Aber ich lasse mich mal soweit hinreißen: Wenn er die ersten sechs Monate geschafft hat, machen wir schon einmal drei Kreuze und sagen, das könnte was werden.“

Geschickter Feinmotoriker

Der Kleine ist nicht nur zuckersüß, sondern auch schon sehr geschickt. „Ich war letzte Woche bei ihm, man macht sich ja auch Sorgen als einer der ,Mitväter’, und habe mit dem Tierpfleger am Rand des Geheges gesessen. Da sagte unser Cheftierpfleger: Aufpassen, aufpassen, der kann mit dem Rüssel schon sehr viel. Und ich dachte so: Naja, das musste jetzt nicht so ernst nehmen. Und er hat tatsächlich eins gekonnt: Er hat mir mit dem Rüssel - Stichwort Feinmotorik - beide Schnürsenkel aufgebunden. Unglaublich, oder?“

Am 25. Januar 2019 wurde im Leipziger Zoo ein Elefant geboren.

Tierpfleger haben alles gegeben

Der kleine Elefantenbulle ist am 25. Januar zur Welt gekommen. „Wir haben die ersten vier Wochen echt gebangt, ob er durchkommt. Die Bilder, die man jetzt so sieht – das ist echt harte Arbeit unserer Tierpfleger, die wirklich alles getan haben, dass die beiden Tanten ihn so annehmen, als wäre es das eigene Kind“, lobt der Zoochef die gesamte Mannschaft aus dem Elefantenhaus. Mittlerweile hat „Ersatzmutter“ Don Chung den Kleinen fest an ihre Seite genommen. „Sie kümmert sich wirklich rührend um ihren Ziehsohn, der stets ihre Nähe sucht. Er ist sehr mobil auf der Anlage unterwegs und erkundet neugierig jedes Detail auf der Anlage mit seinem Rüssel“, so Zoosprecherin Melanie Ginzel.

Der Kleine bekommt einen Namen

Demnächst soll der Kleine einen Namen bekommen, dafür wurden mehr als 5500 Vorschläge eingereicht. Die junge Elefantenkuh Rani, die ebenfalls viel mit dem kleinen Bullen zusammen ist, erwartet im Frühjahr 2020 selbst zum ersten Mal Nachwuchs. Vater ihres Jungtiers ist Voi Nam, der 2002 im Zoo Leipzig geboren wurde. Bis zur Geburt des neuen Minifanten war Voi Nam das letzte, erfolgreich aufgezogene Elefantenkind in Leipzig. Danach hatte Hoa zweimal Nachwuchs, doch beide Jungtiere schafften es nicht.

Von Kerstin Decker

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