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Lokales Entwarnung nach Bombendrohung im Neuen Rathaus in Leipzig
Leipzig Lokales Entwarnung nach Bombendrohung im Neuen Rathaus in Leipzig
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15:36 28.11.2019
Die Polizei überprüft das Neue Rathaus und durchsucht die Taschen von Besuchern. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Nach einer anonymen Bombendrohung gegen das Neue Rathaus und das Stadthaus in Leipzig hat die Polizei Entwarnung gegeben. Die Gebäude seien seit Donnerstagmorgen durchsucht worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Dabei wurde jedoch nichts Verdächtiges gefunden. Dennoch gebe es weiterhin Personen- und Taschenkontrollen an den Haupteingängen, so der Sprecher. Wie lange diese noch andauerten, war zunächst nicht bekannt. Die Nebeneingänge blieben nach wie vor geschlossen.

„In der Nacht ist in der Pressestelle eine E-Mail eingegangen“, hatte Stadtsprecher Matthias Hasberg am Vormittag bestätigt. Es sollte demnach zu einer bestimmten Uhrzeit etwas passieren. „Wir nehmen das durchaus ernst“, so Hasberg weiter. Die Mitarbeiterin, die E-Mail geöffnet hat, sei von den Beamten befragt worden.

Einsatzkräfte vor dem Bundesverwaltungsgericht

Polizei durchsucht das Gebäude

Im Rathaus tagte am frühen Vormittag eine Sicherheitsrunde mit der Polizei. Spezialkräfte untersuchten derweil das Gebäude und überprüften, wie ernst die Bedrohung zu nehmen war. Eine Evakuierung sei nicht in die Wege geleitet worden. Der Dienstbetrieb lief weiter, hieß es aus dem Rathaus.

Die Drohung wurde ernst genommen, zugleich gab es keine Grundlage für eine konkrete Gefahr. Es bestand keine konkrete Bedrohungslage.

Im Einsatz war auch ein Sprengstoffhund. „Er hatte zuvor aus präventiven Gründen vor einer Verhandlung einen Einsatz im Landgericht und konnte nach seinem Erstauftrag schnell weitermachen“, sagte Polizeisprecher Andreas Loepki. Der Vierbeiner habe aber nichts gefunden.

Nur drei Türen zum Rathaus sind momentan geöffnet. Quelle: Mathias Wöbking

Das Gebäude war für Besucher nicht komplett geschlossen. Einige Türen blieben aber zu. „Was Großes dabei?“, fragt ein Polizist am Eingang am Burgplatz. Rucksäcke und Taschen kontrollieren die Beamten, waren jedoch bemüht, dabei Gelassenheit auszustrahlen. Informationen über den Grund der Durchsuchungen geben sie nicht. „Es würde niemandem etwas bringen, die Leute in Panik zu versetzen“, erklärt ein Polizist.

Publikumsverkehr wie immer, sagt ein Pförtner

Wer im Ratskeller essen wollte, musste über eine andere Tür ins Gebäude und erreichte das Lokal über mehrere Rathausgänge. „Wissen Sie, was da los ist?“, fragt eine Leipzigerin. „Huch“, sagt sie, als sie von der Bombendrohung erfährt. Ihr Schritt wurde schneller. Essen ging sie trotzdem. Die Rathausmitarbeiter hingegen sind informiert. „Aber wir haben keinen Dienstschluss“, sagte ein Angestellter des Sozialreferats. „Wir nehmen das zur Kenntnis, was sollen wir sonst tun?“ Im Weggehen grummelt er noch: „Doch, doch. Beunruhigend ist das schon.“

Im Foyer am Haupteingang am Rathausvorplatz sagt ein Pförtner, dass kein Unterschied zum sonstigen Publikumsverkehr zu erkennen sei. Zwei Touristen aus Peine knipsten den hohen Saal mit ihren Handy-Kameras. Von der Bombendrohung wussten sie nichts. Aber als sie davon hörten, sagen sie schnell Tschüss und steuerten lieber flugs das nächste Ziel ihres Sightseeing-Spaziergangs an: die Thomaskirche. Mit Einschränkungen ist voraussichtlich noch mehrere Stunden zu rechnen.

Von Björn Meine/Matthias Roth/Mathias Wöbking

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