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Erneut Streik bei den LVB in Leipzig – am Donnerstag geht er noch länger

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07:22 14.10.2020
Busse und Straßenbahnen sollen laut Verdi im Depot bleiben: Am Donnerstag gibt es erneut Streik bei den LVB in Leipzig. Quelle: Kempner
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Leipzig

Mit einem 16-stündigen Warnstreik will Verdi am Donnerstag erneut den Bus- und Straßenbahnverkehr in Leipzig lahmlegen. Mit Beginn der Frühschicht sollen alle Fahrer der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), der LeoBus GmbH und der Leipziger Stadtverkehrsbetriebe (LSVB) die Arbeit niederlegen, teilte die Gewerkschaft am Dienstag mit. Der Streik werde von 3 bis 19 Uhr dauern, sagte Gewerkschaftssekretär Paul Pjanow der LVZ. Beim letzten Warnstreik am 29. September war nur bis 12 Uhr gestreikt worden. Was Fahrgäste zum Streik am Donnerstag wissen müssen, beantworten wir hier.

1500 Mitarbeiter zum Streik aufgerufen

„Wir müssen den Druck erhöhen, denn der Arbeitgeber scheint aus dem ersten Streik nichts gelernt zu haben“, erklärte Pjanow. Neben dem Fahrdienst- und Verwaltungspersonal sollen am 15. Oktober auch die Bereiche Fahrschule und Ausbildung bestreikt werden. Insgesamt 1500 Mitarbeiter seien zum Ausstand aufgerufen. S-Bahnen sind wie bereits vor gut zwei Wochen vom Streik ausgenommen.

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Gestreikt werden soll am Donnerstag auch bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (bis 19 Uhr) sowie in Chemnitz, Zwickau und Plauen (24 Stunden). Für den Ärger der Fahrgäste habe er Verständnis, sagte Pjanow, „aber der Arbeitgeber zwingt uns dazu. Ein Angebot, das unter der Inflationsrate liegt, können wir nicht annehmen.“ Die LVB erklärten dagegen, die Arbeitgeber hätten ein Angebot „entsprechend der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vorgelegt“.

Angebot sah vier Gehaltsstufen vor

Bei Gesprächen am Montag hätten die Arbeitgeber laut Verdi-Angaben für Juli 2020 bis Februar 2021 eine Nullrunde vorgeschlagen. Danach sollte die Vergütung um jährlich ein Prozent in den Jahren 2021 und 2022 steigen. Für 2023 sah das Angebot zwei weitere Stufen von einem Prozent (ab März) und 1,2 Prozent (ab Juli) vor. Dies sei zu wenig, hieß es von Verdi. Die Arbeitgeber hätten „ein Angebot vorgelegt, das den Namen nicht verdient“, kritisierte Verdi-Verhandlungsführer Gerd Doepelheuer, Fachbereichsleiter für den sächsischen Verkehrsbereich.

Mehr zum Thema:

Verdi fordert neben einer Gehaltsanhebung unter anderem die Reduzierung der Wochenarbeitszeit von aktuell 39 auf 38 Stunden sowie Sonderzahlungen für langjährig Beschäftigte. Insgesamt vertritt die Gewerkschaft 5000 Beschäftigten im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Sachsen.

Von Robert Nößler