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Lokales Erschütterndes Erinnern an Trudchen
Leipzig Lokales Erschütterndes Erinnern an Trudchen
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18:26 27.01.2019
Familie Oltmanns schildert das Schicksal von Gertrud Oltmanns, die Opfer der Kinder-Euthanasie wurde. Quelle: André Kempner
Leipzig

Viele Überlebende gibt es nicht mehr. „Wir haben jetzt die Pflicht, Zeugen der Augenzeugen zu sein“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), der am Sonntag an der Gedenkstätte in Abtnaundorf mit Abgeordneten, Bürgern und Mitglieder des Diplomatischen Korps der Opfer des Nationalsozialismus gedachte. Gestapo, SS und Volkssturm haben dort am 18. April 1945 eine Baracke des ehemaligen Außenkommandos des KZ Buchenwald mit 300 eingeschlossenen Häftlingen in Brand geschossen. Mehr als 80 kamen dabei um oder starben später an ihren schweren Verletzungen.

Jung empfiehlt Film „Schindlers Liste“

Jung empfahl den Holocaust-Film „Schindlers Liste“, der wieder im Kino läuft. „Er hat sehr zur Stiftung innerfamiliärer und gesellschaftlicher Dialoge beigetragen. Wahrscheinlich mehr als viele Regalmeter Geschichtsschreibung“, sagte er. Das Erzählen von Geschichten, die ins Herz treffen, befördere das Erinnern. „In unserer Zeit, in der wir immer mehr ohne die authentischen Geschichten der Zeitzeugen auskommen müssen, ist dies wichtig. Zumal wir in einer Zeit leben, in der wir mit Nationalismus, Antisemitismus und Rechtsradikalismus beängstigenden Ausmaßes konfrontiert sind“, so Rathauschef Jung.

Euthanasie-Opfer im Mittelpunkt des Gedenkens

Besonders gewürdigt wurden Menschen, die den nationalsozialistischen Krankenmorden, beschönigend „Euthanasie“ genannt, zum Opfer fielen. Imke und Gesine Oltmanns schilderten Erinnerungen und Tagebuchaufzeichnungen ihrer Familie an Gertrud Oltmanns, die als Kind getötet wurde. Geboren am 17. Oktober 1939 litt Trudchen, wie die Familie sie nannte, am Down-Syndrom, wie in der Universitätskinderklinik Leipzig diagnostiziert wurde. Prof. Catel riet zur Durchführung einer dringend notwendigen „Röntgenbestrahlung“ des Kopfes, um „ihr Gehirn zum Wachstum anzuregen“. Sie verstirbt am 1. Mai 1943.

Ausstellung im Neuen Rathaus

„120 von 1000 Personen stimmen der Aussage zu, es gibt wertvolles und unwertes Leben“, sagt Gesine Oltmanns nachdenklich. Das gehe aus dem Sachsen-Monitor 2018 hervor. Das habe sie erschüttert. Erinnert wird an „Trudchen“, für die auch ein Stolperstein vor der ehemaligen Kinderklinik Oststraße verlegt wurde, stellvertretend für Opfer der Kinder-Euthansie. Für sie gibt es im Friedenspark, dem früheren Neuen Johannisfriedhof, einen Gedenkort. Bis 5. Februar ist im Neuen Rathaus auch die Ausstellung „Erfasst, verfolgt, vernichtet: Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) zu sehen.

Gedenken war am Sonntag – dem 74. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz – auch auf dem Hauptbahnhof. Vom Friedenszentrum Leipzig initiiert, steht dort eine Installation am Gleis 24, die an alle Deportierten erinnert.

Von Mathias Orbeck

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