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Lokales Erste Leuchtprobe fürs Lichtfest Leipzig
Leipzig Lokales Erste Leuchtprobe fürs Lichtfest Leipzig
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19:56 14.04.2019
Märchenhaftes mit Mystik und Harry-Potter-Ast: Die Lichtprobe am Samstagabend im kleinen Park nahe des Richard-Wagner-Platzes. Quelle: Fotos: André Kempner
Leipzig

Die Jugendlichen blicken irritiert. Entschlossenen Schrittes marschiert ein halbes Dutzend Menschen in den kleinen Park am Goerdelerring. Eigentlich ihr Revier. Aber nicht an diesem Samstagabend gegen 20.30 Uhr. Da okkupiert eine österreichische Künstlerin mit ihrem Tross das Grün, um es in Licht zu tauchen. Seit Anfang April wohnt Victoria Coeln in Leipzig und bereitet das vor, wofür sie vom Stadtmarketing beauftragt wurde: das Lichtfest 2019 anlässlich von 30 Jahren Friedlicher Revolution mit Installationen am Ring zu gestalten.

Raster auf Gebäudeflächen

Der Park am Ring, das frühere Stasi-Gebäude im Matthäikirchhof und der auf der anderen Seite aufragende Treppenturm sind die Orte, die Coeln und ihr Team ins Augen- und Schablonenmaß nehmen. Scheinwerfer projizieren Raster auf die architektonische Fantasielosigkeit. Wie im Scrabblespiel verteilen sich Geraden, Zahlen und Buchstaben über das Gebäude der früheren Überwacher – und werden fotografiert. Sie dienen als Vorlagen für die runden Gläser, auf die Coeln dann Linien und Farben schabt und letztlich Licht durch sie werfen lässt.

„Ohrenburg“ – Beispiel für Leipziger Witz

Auf der anderen Seite des Hofes zeigt sich, wie das im fortgeschrittenen Stadium aussehen kann – auf der Fläche des Turms, dem die sprachgewitzten Leipziger wegen seiner Verschnörkelung und der Stasi-Methoden den Namen „Ohrenburg“ gaben: Farben und Strahlen machen das Bauwerk zum Kunstobjekt. „Ja, das sieht gut aus“, stellt Assistent Ziga Jereb zufrieden fest.

Auch Victoria Coeln ist sehr froh über den Verlauf hier und über ihre ersten Leipziger Tage. „Mein Team und ich kommen extrem gut voran“, sagt die 57-jährige Künstlerin, die in der vergangenen Woche auch schon das Innere der Nikolaikirche gerastert und ausgeleuchtet hat – „zum wunderbaren Spiel der Organistin“, bemerkt sie, „das war ganz besonders.“ Zusammen mit Bürgerrechtlerin Gesine Oltmanns wird sie demnächst auch andere historische Orte besuchen wie die früheren Gefängnisse in Bautzen oder Hoheneck.

Studio im Bildermuseum ab Mai

In drei Wochen, am 4. Mai, soll Coeln laut Planung das Studio im Keller des Bildermuseums beziehen, in dem der Arbeitsprozess weiter geht – mit dem ausdrücklichen Ziel, Bürgern Einblick zu geben und sie einzubeziehen. „Die Leipziger sind auf angenehme Art neugierig“, hat die Wienerin bereits festgestellt.

Ihre Lichtkunst vermehrt sich ab 4. September, von Nikolaikirche über mehrere Punkte bis zum Augustusplatz. Schritt für Schritt breiten sich die Installationen in der Leipziger Innenstadt aus, so wie 1989 immer mehr Protestler. Vor allem an den für die einstigen Demos reservierten Montagen sollen diese Lichträume als Impulsorte fungieren, Schauplätze für Bürgerprojekte und Performances werden.

Die Narbe von Harry Potter

Für ein bisschen Aufsehen hat schon mal der vergangene Samstag gesorgt, vor allem die dritte Station im Park am Richard-Wagner-Platz: Ein Konstrukt aus Licht und Farbe erschafft eine Stimmung zwischen Traumhaftem und Mystik. In jedem Fall ein magischer Anblick rund um einen Baum mit ungewöhnlich zackig geformtem Ast. „Wie die Narbe von Harry Potter“, findet Jutta Amann, Projektmanagerin beim Stadtmarketing. Das hätten die Jugendlichen nicht besser sagen können. Aber die haben sich schon verkrümelt.

Von Mark Daniel

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